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Bad Schwartau Ein Kunst-Mäzen fürs Amtsgericht
Lokales Bad Schwartau Ein Kunst-Mäzen fürs Amtsgericht
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18:14 12.04.2017
Das Kontrastprogramm zu seinem Beruf als Steuerberater ist für Holger Klindwort die Welt der Kunst und Kultur. Klindwort besucht leidenschaftlich gern Kunstausstellungen und sammelt selbst auch Kunst, von der auch etwas im Kanzleigebäude zu sehen ist. Quelle: Foto: Doreen Dankert

Zuhause ist Holger Kindwort in der Welt der Zahlen und Steuergesetzbücher – und zwar seit 40 Jahren. Solange nämlich ist Holger Klindwort bereits Steuerberater in Bad Schwartau. Trotzdem denkt der heute 71-Jährige aber noch lange nicht daran, sich zur Ruhe zu setzen. „Mein Rat wird von meinen Kollegen sehr geschätzt“, sagt Klindwort, „deswegen mache ich noch so lange weiter, wie es mir Spaß macht.“

Seine Kollegen, das sind 15 Steuerfachkräfte und vier Steuerberater, die alle zur Kanzlei Klindwort & Partner gehören – darunter ein Sohn und eine Tochter, die beruflich in die Fußstapfen des Vaters treten.

Wenn man allerdings einen Blick in den gediegenen Konferenzraum der Kanzlei, die sich in einer altehrwürdigen Villa in der Ringstraße befindet, wirft, dann weiß der Betrachter gleich, dass Holger Klindwort noch in einer anderen Welt zu Hause ist: der Welt der Kunst.

Nach dem Studium der Wirtschaft und Politik in Hamburg hat sich Holger Klindwort auf das Steuerrecht spezialisiert. Für viele ist das Steuerrecht kompliziert, unverständlich und deshalb ermüdend und langweilig. Für Holger Klindwort nicht. „Es ist richtig, dass gerade das deutsche Steuerrecht sehr kompliziert ist“, erklärt Klindwort, „und es ändert sich ständig irgendetwas, weshalb man sich auch ständig fortbilden muss. Aber es ist deshalb interessant, weil wir hier nicht nur Steuerberater sind, sondern auch Wirtschaftsberater“. Und deshalb könne man auf Grundlage der Gesetze auch gestalterisch tätig werden. Beraten, nach optimalen Lösungen suchen für die Mandanten – das ist das, was Holger Klindwort macht. Keine Steuererklärungen ausfüllen, keine Belege kontieren und schon gar nicht Quittungen sortieren. Das machen seine Mitarbeiter.

Holger Klindwort sagt, dass der Job des Steuerberaters schon der richtig sei für ihn. Allerdings würde es da noch einen Job geben, der genauso richtig wäre für Holger Klindwort. „Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, dann würde ich wohl eher etwas im Bereich Kunst und Kultur studieren“, sagt Klindwort und lacht. „Ein Job als Kulturmanager wäre sicher auch sehr interessant gewesen.“

Er legt seine Beratungstermine so, dass er auch schon mal für zwei Tage zwischendurch zu einer Ausstellungseröffnung nach Potsdam fahren kann oder einen Abstecher macht in das malerische Künstlerdorf Ahrenshoop auf dem Darß in Mecklenburg-Vorpommern. „Außerdem ist die Landschaft dort herrlich“, sagt Klindwort. Für Bad Schwartau würde sich der 71-Jährige wünschen, dass das ehemalige Amtsgericht das Museum der Stadt wird. „Ich würde mir wirklich sehr wünschen, dass das zu einem Treffpunkt für Kunst- und Kulturinteressierte wird“, sagt der Steuerexperte.

Holger Klindwort liebt ganz besonders die norddeutsche Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts, aber auch Kunst aus Italien. Er liebt diese Bilder nicht nur, er sammelt sie auch. Rein theoretisch könnte Klindwort das Amtsgerichtsgebäude komplett und ganz allein mit Kunst bestücken – und würde es auch tun. Während andere Bürger sich vielleicht über zwei oder drei Originale an ihren Wänden freuen, hängt Holger Klindwort noch mal zwei Nullen dran. Und damit wäre Holger Klindwort ein heimlicher Mäzen für Bad Schwartau.

Und wer macht eigentlich Ihre Steuererklärung, Herr Klindwort? Er lacht. „Nicht ich. Die lass ich machen, aber ich check das natürlich noch mal gegen.“

Doreen Dankert

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