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Bad Schwartau Ein Parkhaus für den Zentralparkplatz?
Lokales Bad Schwartau Ein Parkhaus für den Zentralparkplatz?
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09:27 14.07.2016
Macht ein Parkhaus auf der Fläche des großen Parkplatzes Sinn? Darüber wird zumindest nachgedacht. Quelle: Irene Burow

Die Schäden am großen Zentralparkplatz von Bad Schwartau sind offensichtlich: Steine sind verschoben, die Fugen unterschiedlich groß, Bordsteine zur Seite gekippt, die Spuren haben Wellenform, ganze Steine fehlen und die Absenkungen sind teils extrem. „Das zieht sich über den gesamten Parkplatz. Es ist keine einzelne Ursache auszumachen, sondern ein Zusammenwirken unterschiedlicher Faktoren“, erklärte Jürgen Gödecke im Bauausschuss die Situation. Der geschäftsführende Gesellschafter des Eutiner Ingenieurbüros Höger und Partner GmbH präsentierte Ausbauvorschläge und erste Kostenschätzungen. Denn über eine Sanierung wird schon seit Jahren gesprochen. Die Debatte soll nun wieder Fahrt aufnehmen. Klar ist, der Parkplatz ist alt und muss voll saniert werden.

Vorgetragen hat Jürgen Gödecke dem Gremium zwei Varianten: Entweder die Fläche wird schlicht runderneuert. Dann bleibt es bei 305 Stellflächen, die Verkehrsführung bleibt gleich und die Sanierung kann kurzfristig realisiert werden. Durch stufenweisen Ausbau kann dabei die Hälfte aller Parkplätze weitergenutzt werden. Kosten: rund 1,4 Millionen Euro. „Wir haben geschaut, ob durch eine veränderte Geometrie mehr Parkplätze entstehen können, doch das ist nicht realistisch.“ Der Platz sei schon optimal ausgeschöpft.

Bei der zweiten Variante wird die Hälfte des Zentralparkplatzes saniert und ein Parkhaus an die Eutiner Straße gebaut. Bei fünf Ebenen könnten 508, bei sechs Ebenen 583 Parkflächen auf dem gesamten Areal entstehen. Dann ist jedoch ein längerer Planungsvorlauf nötig, und Parken ist während der Bauzeit nicht möglich. Kosten: rund 450000 Euro plus mehrere Millionen Euro für das Parkhaus.

Nach den Ausführungen gab es sogleich Stirnrunzeln im Gremium und auch im Publikum. Ein so massiver Bau gegenüber dem P1-Center sei nicht schön, hieß es. Und aufgrund der Platanenproblematik in der Markttwiete wurde sofort die Frage laut, was dort mit den Bäumen passiert. Die SPD forderte zudem, zu klären, wie es um die Eigentums- und Besitzverhältnisse steht. „Das sind erhebliche Kosten, die auf uns zukommen“, sagte Hansjörg Thelen. Ein Parkhaus hält er für Unsinn: „Es gibt keinen Mangel an Parkplätzen. Die Fläche ist an normalen Tagen nicht ausgelastet.“ Es gehe nicht darum, ohne Ende Parkflächen zu bauen, entgegnete der Ausschussvorsitzende Andreas Marks (WBS). „Aber unser Ziel ist Zuzug in der Stadt und eine bessere Auslastung.“

Entstanden ist der Zentralparkplatz in der 70er Jahren (siehe Infokasten). Neben den erheblichen Schäden ist er einst so gebaut worden, wie man es heute nicht mehr machen würde. „Letztlich ist es ein vollkommen verkehrter Aufbau“, nahm Gödecke kein Blatt vor den Mund. Der Gesamtaufbau besteht aus Schichten mit einem Mix aus Klinker, Sand und Kies. Zum Vergleich: Heutzutage wird üblicherweise Beton, Brechsand-Splitt und eine Tragschicht verwandt, erklärte der Ingenieur. Momentan besteht die Fläche im Herzen von Bad Schwartau aus 293 Stellplätzen und zwölf Behindertenparkplätzen.

Bebauung ist rund 30 Jahre alt

In den 70er Jahren wurde der große Parkplatz erstmals angelegt, mit unbefestigten Stellflächen und Fahrspuren auf teils moorigem Untergrund. 1988 erfolgte der Ausbau in der jetzigen Form. 1991 wurde ein Teil der Fahrspuren saniert. Bereits 1993 wurde in einer Diplomarbeit das Schadensbild von heute beschrieben; genauso in einem Gutachten von 2009 und in einer Diplomarbeit von 2015. In diesem Jahr werden die Planungen fortgeführt.

 Irene Burow

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