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Bad Schwartau Ein neuer Farbtupfer an der Pariner Straße
Lokales Bad Schwartau Ein neuer Farbtupfer an der Pariner Straße
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18:15 10.04.2017

Es soll einmal ein purpurner Hingucker werden: Das Ehepaar Hartmut und Jutta Quedzuweit hat eine Blutbuche für das Bad Schwartauer Stadtbild gestiftet. Den an der Ecke Lindenstraße/Pariner Straße gepflanzten Baum ziert ein Schild mit dem Hinweis. Die Umweltschützer setzen damit ein deutliches Zeichen. „Der Baumbestand in der Stadt hat Vergrößerung verdient“, sagte Hartmut Quedzuweit. „Wir fanden es immer schade, wenn in Bad Schwartau Bäume gefällt wurden, wo es nicht nötig gewesen ist. Wir hoffen, dass dieser Baum uns alle noch lange überdauert.“

Hartmut und Jutta Quedzuweit sind beim Neujahrsempfang der Stadt im Januar mit dem Umweltpreis geehrt worden. Die Prämie ist in die Blutbuche investiert worden. „Ich bedanke mich bei allen, die uns vorgeschlagen hatten für den Preis. Seltsamerweise haben wir ihn dann auch bekommen“, sagt der ehemalige langjährige Vorsitzende des Umweltbeirates. Seine Rede beim Neujahrsempfang wird den Bad Schwartauern noch lange in Erinnerung bleiben. Denn dort war für ihn kein Platz für Lobhudeleien: „Der Preis ist kein Alibi für den umweltfreundlichen Gedanken in Bad Schwartau. Man kann mehr tun und das ist meine Bitte an die Stadt: Machen Sie die Umwelt mehr zur Priorität bei Entscheidungen!“, sagte er da. In den vergangenen 20 Jahren sei eine ganze Reihe von Beschlüssen getroffen worden, die aus Sicht der Umwelt objektiv falsch gewesen seien. Ein Beispiel sei die Verschlechterung der Luftqualität – diese sei katastrophal. Ein Gutachter habe zweimal im Abstand von acht Jahren festgestellt, dass Bad Schwartau im Luftqualitäts-Ranking deutscher Städte, die sich Heilbäder nennen dürfen, mit zu den schlechtesten gehört. Daraufhin seien die Messpunkte auf den Rasen des Amtsgerichtes verlegt worden, nicht die Hauptverkehrsstraßen würden genutzt, so Quedzuweit im Januar. Neue Ergebnisse würden geschönt. Der Gutachter habe dringend Änderungen gefordert wie mehr Tempo-30-Zonen, mehr Bäume, weniger Last- und Durchgangsverkehr. Doch „Bad Schwartau wird mit Steinen gepflastert. Die Baumschutzsatzung wurde abgeschafft; für das P1 Center wurden mehr als hundert Bäume gefällt, weitere für die Erweiterung der Parkplätze; der Grüngürtel im Bereich Schulstraße wurde fast beseitigt und nicht zuletzt die Platanen in der Markttwiete.“ Ganz zum Ende mit seiner Rede kam Quedzuweit im Januar nicht. Er wurde vorzeitig vom Rednerpult geholt. Für ihn und seine Frau Jutta bedeutet der Umweltpreis nur etwas Punktuelles. Und so bleiben beide ungemütliche, kritische Umweltschützer – die es für so eine Auszeichnung braucht.

An der neu gepflanzten Blutbuche an der Pariner Straße bedankte sich Bürgervorsteherin Birgit Clemens im Namen der Verwaltung und sagte sogleich die persönliche Pflege für den Baum zu. „Alles, was grün ist, ist wichtig und bedeutet Leben“, überbrachte Klaus Nentwig als Vorsitzender Grüße im Namen des Gemeinnützigen Bürgervereins. Auch er machte die Zusage, beim Gießen zu helfen. Rudolf Meisterjahn, Vorsitzender des Umweltbeirates, hatte schon Schwartauwasser parat. „Bei so vielen Paten kann nichts schiefgehen“, bedankte sich Quedzuweit lachend.

Irene Burow

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