Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Bad Schwartau Eine ganz andere Art zu reisen
Lokales Bad Schwartau Eine ganz andere Art zu reisen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:35 30.08.2016
Die Eselfreunde bei ihrem Stopp in Eckhorst gestern Morgen: Claudia und Klaus Sievers (v.l.), Margit Großerohde, Helmut Hühn und Susanne Dannenhaus haben Gastwirt und Hotelier Werner Scheel vom Hotel am Wasserturm zum Erinnerungsfoto gebeten. Quelle: Fotos: Doreen Dankert

Wie der Zufall es so wollte, hatte Gastwirt und Hotelier Werner Scheel in Eckhorst in der Nacht zu gestern zeitgleich neben der Wiese des Hotels am Wasserturm Wohnwagen von einer Baufirma geparkt – und Esel auf der Wiese von anderen Gästen. „Da haben mich doch tatsächlich Leute gefragt, ob hier jetzt Zigeuner leben“, sagt Werner Scheel und lacht.

Zur Galerie
Fünf Freunde sind mit ihren Eseln auf dem Europäischen Wanderweg E1 unterwegs – Station war jetzt Eckhorst.

Europäische Wanderwege

12 Europäische Fernwanderwege gibt es, insgesamt 60000 Kilometer lang – initiiert von der Europäischen Wandervereinigung. Der Weg E1 führt über 7000 Kilometer vom Nordkap über Deutschland nach Sizilien.

Klaus Sievers, ein Gast, der mit vier Gleichgesinnten bei Scheel ein Quartier gefunden hatte, hört solche Bemerkungen immer wieder. „Vor zehn Jahren war das noch viel mehr“, erinnert sich Sievers, „da hatten wir manchmal wirklich ein Problem, ein Quartier zu finden. Wenn wir angerufen haben, um ein Hotel zu reservieren mit Wiese für unsere Esel, dann dachten tatsächlich viele Leute, da kommen jetzt Zigeuner an“.

Doch die Zeiten haben sich geändert. Inzwischen ist die Truppe der Eselfreunde dank Presse und Internet bekannt. „Wir sind ganz normale Leute mit einer besonderen Liebe zu Eseln und treffen uns einmal im Jahr, um gemeinsam zu wandern“, so Klaus Sievers, der „Kopf“ der Eselfreunde aus Hessen und Nordrhein-Westfalen. Zu diesem Kreis gehören noch Sievers’ Frau Claudia, Margit Großerohde, Susanne Dannenhaus und Helmut Hühn. Unterwegs sind sie noch bis Sonntag in Schleswig-Holstein mit drei Eseln und einem Muli – und zwar auf dem Europäischen Fernwanderweg E 1. In Etappen wollen sie die insgesamt 1773 Kilometer auf diesen Weg vom Bodensee bis zur dänischen Grenze zurücklegen. Jedes Jahr zehn Tage lang. 2006 haben sie damit begonnen, rund 160 Kilometer ist das Pensum zu Fuß pro Etappe. 2019 soll das Ziel erreicht sein, sagt Klaus Sievers.

Es ist eine Art des sehr langsamen, sehr speziellen Reisens. Die Esel geben das Tempo vor. „Je langsamer man reist, umso intensiver nimmt man alles wahr“, so Sievers. Große Städte wie Lübeck werden allerdings gemieden – nicht das Richtige für eine Wandertruppe mit Eseln, von denen einige im Übrigen Schuhe übergestülpt bekommen, wenn es morgens nach dem Frühstück weitergeht. „Das macht man, um die Hufe der Tiere zu schonen, weil die Esel normalerweise keine Hufeisen drunter haben“, erklärt Margit Großenrohde. Damit diese jährliche Auszeit der Eselfreunde gelingt, ist eine gewisse Logistik notwendig. Die Anreise erfolgt immer mit Auto und Anhänger. Am Startpunkt der Wandertour – in diesem Fall Kuddewörde – wurden die Esel und das Muli ausgeladen. Danach wurden die Fahrzeuge schon mal zum Zielpunkt Alt-Mölln gebracht. Dort endet am Sonntag die Etappe für 2016. Von dort aus geht es dann noch am selben Tag Richtung Heimat. „Denn wir müssen ja am nächsten Tag alle wieder arbeiten“, sagt Susanne Dannenhaus. Als Pflegedienstleiterin, als Maschinenbauingenieur oder als Leiter einer Klinik. Alle fünf Eselfreunde sind in anspruchsvollen Berufen zu Hause. Klaus Sievers: „Und uns verbindet, dass wir diese Art Urlaub lieben, weil wir hierbei total abschalten können.“

Doreen Dankert

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Im Alter von 104 Jahren ist Bad Schwartaus ältester Mann jetzt sanft eingeschlafen.

30.08.2016

Karten für die zünftige Feier am 24. September sind schon erhältlich.

30.08.2016

Physiotherapeut referiert über Behandlung.

30.08.2016
Anzeige