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Bad Schwartau Einsatz beim G-20-Gipfel: Dankeschön an Polizisten
Lokales Bad Schwartau Einsatz beim G-20-Gipfel: Dankeschön an Polizisten
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20:30 23.10.2017
Klaus Schlie ( l.) und Oliver Malchow (r.) überreichen Marcus Grotzky Reisegutschein und Bahntickets. Quelle: Foto: Benthien
Ostholstein

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) und mehrere Medien hatten nach dem Gipfel im Juli in Hamburg zur Solidarität mit den im Einsatz verletzten Polizeibeamten aufgerufen. Über „Hupf“, den Hilfs- und Unterstützungsfonds für Polizeibeschäftigte und deren Familien in Not, war es möglich, Geld- und Sachspenden in Form von Reise- und Hotelgutscheinen anzunehmen und weiterzuleiten. Der „Hupf“-Vorsitzende, Landtagspräsident Klaus Schlie, und der GdP-Vorsitzende Oliver Malchow überreichten die Zuwendungen an die Beamten der PD AFB (Polizeidirektion für Aus- und Fortbildung und für die Bereitschaftspolizei). Jeder bekam einen Reisegutschein in Höhe von 600 Euro sowie zwei Bahntickets erster Klasse.

Bürger spenden

1268 Fälle von Widerstand und Gewalt gegen Polizisten gab es 2016 im Land. Dabei wurden 441 Beamte verletzt.

Der Hilfsfonds speist sich aus Spenden von Bürgern, die die Arbeit der Polizei unterstützen möchten. Die „Hupf“- Kontodaten:

IBAN: DE47210909002902983600,

BIC: GENODEF1P11

20 junge Männer der Hundertschaft sowie Marcus Grotzky (45), stellvertretender Leiter des Diensthundewesens, berichteten ihnen von den kräfte- und nervenzehrenden Diensttagen in Hamburg. Mehrere der Polizisten wurden im Schanzenviertel mit Pflastersteinen beworfen, sie trugen Verletzungen an der Schulter, der Hand und am Knöchel davon. Nach tagelangem Einsatz – „wir haben ja schon vor dem Gipfel Gebäude durchsucht“ waren auch die Schutz- und Sprengstoffhunde hochgradig gestresst: Marcus Grotzky wurde von einem in den rechten Arm gebissen. „Man konnte bis auf den Knochen sehen.“ Ein anderer Kollege erlitt einen Hörsturz: Er stand in der Nähe eines Beamten, der von einem Böller getroffen worden war. „Das war der größte Polen-Böller, den ich je gesehen habe“, sagte ein weiterer.

Fraglos gebe es auch psychische Nachwirkungen, konstatierten Klaus Schlie und Direktionsleiter Michael Wilksen. „Für Ihre erlittenen Verletzungen sollen Sie im Nachgang etwas Erholung finden“, sagte Wilksen, der betonte, er sei „megastolz“ auf die Leistung seiner Beamten bei diesem fordernden Einsatz. „Sie standen mit Haut und Haaren dafür, Recht umzusetzen.“

Klaus Schlie sagte, die Gesellschaft wolle den Beamten danken. „Die Menschen haben wahrgenommen, was es bedeutet, in solchen Situationen Polizist zu sein und sich für die Grundwerte einzusetzen.“ Zu den körperlichen und psychischen Anstrengungen sei der eklatante Schlafentzug gekommen: „Sie haben meinen allerhöchsten Respekt“, sagte der „Hupf“-Vorsitzende. Er habe die Ereignisse in Hamburg am Fernseher verfolgt und „nicht für möglich gehalten, was da abgelaufen ist. Da war blanker Hass. Da ging es nicht mehr um Demonstrationsrecht und das Recht auf freie Meinungsäußerung.“

Dass die politische Aufarbeitung der Vorkommnisse nicht stärker im Fokus stehe, enttäusche ihn, sagte Klaus Schlie.

Oliver Malchow berichtete von vielen Rückmeldungen bei der GdP: „Wir haben eine große Unterstützung als Polizei erfahren.“ Man müsse aber auch fragen: „Was ist in unserer Gesellschaft los? Wieso ist sie so hemmungslos? Warum werden Polizisten an ihrer Arbeit gehindert?“ Für letzteres lieferte er einen Ansatz: „Wir sind erkennbare Repräsentanten in Uniform. Wir spüren die Enttäuschung über den Staat als erste.“ Über die Spenden an „Hupf“ freue er sich, sagte Oliver Malchow. „Aber es ist bitter. Es musste den G-20-Gipfel geben, um den Blick auf eure Arbeitsfelder und die Belastungen zu lenken.“

Ulrike Benthien

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