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Bad Schwartau Eisenbahner mit Herz und Händchen
Lokales Bad Schwartau Eisenbahner mit Herz und Händchen
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20:17 23.12.2017
Frank Gerbode (78) ist Eisenbahner im Unruhestand. Er arbeitet fast täglich an seiner Modelleisenbahnanlage. Quelle: Fotos: Sebastian Prey/ Privat

Schon nach den ersten Kellerstufen wird klar: Hier beginnt eine eigene Welt – eine alte Schlusslaterne eines Güterzuges weist den Weg. Ein „Achtung Eisenbahn!“-Schild folgt an der Tür zum Hobbyraum, der eigentlich eher einer zauberhaften Bahnminiaturwelt gleicht. Seit 1980 baut der pensionierte Fahrdienstleiter, der zuletzt am Lübecker Stellwerk Lp seinen Dienst versah, an einer Modellbahn, die ihresgleichen sucht. „Meines Wissens ist es die größte private Modelleisenbahn, die durchgehend analog und digital befahrbar ist“, erklärt Gerbode ganz gelassen.

Zu Weihnachten hat sich Frank Gerbode als Kind stets etwas für die Märklin-Eisenbahn gewünscht. Inzwischen ist Gerbode 78 Jahre alt und immer noch Eisenbahner durch und durch. In seinem Keller in Stockelsdorf hat er wohl eine der größten privaten Modelleisenbahnen erschaffen.

Kabel über Kabel

5 Kilometer Kabel sorgen dafür, dass die Strecken unter Gleichstrom sind. Geregelt werden darüber auch die

154 Weichen, 66 Lichtsignale und vier Stellwerke.

Auf einer Fläche von rund 40 Quadratmetern bewegen sich die Züge – 64 Loks, sieben Triebwagen, 340 Güterwagen und 190 Personenwagen. Sie fahren über die Anlage im Maßstab 1:87, die über 390 Meter analoge und 120 Meter digitale Gleise verfügt. „Unfälle sind hier absolut ausgeschlossen“, versichert Gerbode, der im Durchschnitt zwei bis drei Stunden am Tag seiner Modellbahnanlage widmet. „Es gibt da immer etwas zu tun“, sagt Gerbode, der alles selber macht. Er ist praktisch Tischler, Elektriker, Elektroniker und Software-Experte in einer Person. Wenn es denn doch mal hakt, steht ihm der befreundete Modellbahner Reinhard Wiencke mit Rat und Tat zur Seite.

Doch Gerbode ist nicht nur ein filigraner Arbeiter, der Bahnhöfe, Brücken, Winter- und Sommer- und Berglandschaften erschafft. Der 78-Jährige taucht dabei auch ein in eine eigene Gedankenwelt. In der Lokhalle neben dem Neustädter Bahnhof blinkt es immer wieder auffällig hell. „Da wird gerade drin geschweißt“, erklärt Gerbode und zeigt auf einen Fahrdienstleiter am Bahnsteig, der im Gespräch ist mit Reisenden, die gerade ihren Anschlusszug verpasst haben. Am Kopfbahnhof Neustadt laufen unterdessen vier Züge gleichzeitig ein. „Das gibt es noch nicht einmal am Lübecker Hauptbahnhof“, sagt Gerbode lachend, der mit seiner fantasievollen Miniaturwelt aber immer ganz dicht an der Realität ist. „Der Kopfbahnhof wird vollständig vom Computer gesteuert. Das bedeutet, dass über die Drehscheibe automatisch eine entsprechende Zuglok bereitgestellt wird“, erklärt Gerbode, der in seinem Keller praktisch alles möglich macht. So hat er sogar ein Loch durch die Wand gebohrt, damit auch hier Züge freie Fahrt haben. „Das habe ich natürlich gemacht, als meine Frau bei der Arbeit war“, verrät Gerbode, der von Ehefrau Rosemarie aber auch viel Unterstützung erfährt. „Rund 1000 Personen wurden von ihr angemalt“, sagt der Vater einer erwachsenen Tochter und eines erwachsenen Sohnes, der hin und wieder als „Fahrdienstleiter“ einspringt.

Dass die beeindruckende Bahn, die nicht transportabel ist, kaum einer zu Gesicht bekommt, stört Gerbode nicht. „In erster Linie ist es ja mein Vergnügen, die Bahn immer weiter auszubauen“, erklärt der 78-Jährige, der nur Bekannten und Freunden die Anlage in Abständen zeigt. „Für mehr Besucher reicht der Platz auch gar nicht“, sagt Gerbode, der aber noch lange nicht ans Aufhören denkt. Und das aus gutem Grund. Gerbode: „Wenn die Modellbahn fertig ist, macht sie keinen Spaß mehr.“

Von Sebastian Prey

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