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Bad Schwartau Elisabeth-Selbert-Schule soll WLan bekommen
Lokales Bad Schwartau Elisabeth-Selbert-Schule soll WLan bekommen
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23:16 19.05.2016
Kürzlich erkundigte sich Bildungsministerin Britta Ernst (2.v.r.) in der ESG, wie die Mittel für die Modellschule verwendet wurden. Quelle: Fotos: Irene Burow

Und die Umsetzung des Projekts ist weit fortgeschritten. Beamer, Whiteboards und Tablets sind angeschafft worden. Doch: „Ohne WLan wird das Projekt scheitern, weil wir die Geräte nicht benutzen können“, warb Schulleiter Torsten Hardt. „Wir brauchen es, um weiterarbeiten zu können. Nicht nur die Lehrerschaft partizipiert, auch Eltern und Schüler sind mit einbezogen. Wir kommen mit der Arbeit gar nicht hinterher“, so Hardt. Wie er betonte, sei all die Arbeit aus der Lehrerschaft heraus entstanden. Und dieser Fakt, so belegen es Studien, erzeuge die größte Motivation. „Wir haben den Zuschlag bekommen, weil das Projekt einfach gut ist.“

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ESG bekommt drahtloses Internet für viel Geld – Modellschule für digitales Lernen übernimmt damit weiter eine Vorreiterolle – Andere Schulen fordern Gleichbehandlung.

Die Ausschussmitglieder ließen daran keinen Zweifel aufkommen: „Ich kann Sie nur beglückwünschen. Das ist genau der richtige Weg, das Internet ist unaufhaltsam“, sagte Hans-Peter Pahlke (SPD).

„Schulbücher werden der Vergangenheit angehören“, erklärte auch Ellen Brümmer (CDU). „WLan ist die Grundlage, um mit den Geräten zu arbeiten und den Weg für die Schüler zu ebnen, sich in dieser Welt zurechtzufinden.“

Bei den anderen Bad Schwartauer Schulen löst die Entscheidung nicht unbedingt Jubelschreie aus. Amira Yassine, stellvertretende Schulleiterin des Gymnasiums am Mühlenberg, erinnerte daran, alle Schulen gleich zu behandeln und zu bedenken, auch „die Gymnasien mit WLan auszustatten“. Auch am Leibniz-Gymnasium werde intensiv daran gearbeitet, das Internet auszubauen, sagte der Schulleiter Hans-Joachim Werner. „Das Geschenk für die Modellschule waren 30000 Euro; und dem sollen jetzt über 40000 Euro an Investitionen folgen. Das ist der Grund, warum sich bei mir ein gewisser Unmut breit macht“, so Werner. „Es ist immer von weiterführenden Schulen die Rede. Auch in Grundschulen sind die Lehrkräfte angehalten, sich beim Umgang mit Medien weiterzubilden“, betonte Odert Schwarz, Schulleiter der Grundschule Cleverbrück. „Welches Kind in der vierten Klasse hat denn noch kein Smartphone?“, fragte er und erinnerte auch an die Gefahren, die das Internet mit sich bringe.

„Wir haben die gleichen Bedürfnisse, wenn auch nicht in dem Umfang. Ich denke, da kann ich für beide Grundschulen sprechen.“

Der Ausschussvorsitzende Carsten Dyck (CDU) unterstrich jedoch den Modellcharakter: „Gleichberechtigung ist wichtig, aber durch das Projekt entsteht ein Handlungsbedarf.“ Pahlke: „Die Modellschule sollte Vorrang haben.“ Ellen Brümmer blickte in die Zukunft: „Es ist Konsens, die Schulen nicht ungleich zu behandeln. Wir sollten aus dem Modellprojekt neue Erkenntnisse ziehen und bei der Sanierung der anderen Schulen die gleichen Voraussetzungen schaffen.“

Das Land hat das Projekt der ESG bereits mit 30000 Euro unterstützt, 24 000 Euro gab es von der Ulbrich Stiftung und mehrere tausend Euro von der Stadt. Dass nun 46500 Euro für das WLan-Netzwerk nötig sind, liegt an umfassenden Arbeiten. Das erklärte im Ausschuss der IT-Spezialist Piotr Zelazny. Allein die Installation der technischen Komponenten reiche nicht aus. Es müsse zusätzlich eine Dokumentation und Konfiguration des Netzwerks erfolgen. Und er sagte auch: „Die Pilotschule ist ausgewählt worden, um Erfahrungen zu sammeln. Sie ist Versuchskaninchen, aber auch Vorreiter. Und das lässt sich dann auf andere Schulen übertragen.“

Ziele der Modellschule

46500 Euro sollen für die Installation eines WLan-Netzwerks außerplanmäßig im Haushalt 2016 bereitgestellt werden. Die ESG ist im November 2015 zur „Modellschule für digitales Lernen“ ernannt worden. Das Konzept sieht vor, dass alle Klassenräume mit Beamern und Whiteboards ausgestattet, digitale Schulbücher eingeführt, für den Unterricht Koffer mit 50 iPads angeschafft werden und zum Schuljahr 2016/17 eine Tablet-Klasse eingerichtet wird.

 Irene Burow

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