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Bad Schwartau Elmars erste Festtage fernab der Heimat
Lokales Bad Schwartau Elmars erste Festtage fernab der Heimat
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18:23 27.12.2014
Zum ersten Mal feiert der Austauschschüler Elmar in Deutschland — 4000 Kilometer entfernt von seiner Heimat — Weihnachten und Silvester — und zwar in Bad Schwartau.
Bad Schwartau

Mit 16 Jahren hat Elmar das erste Mal einen Adventskalender bekommen. Auch Weihnachten zu feiern, war für ihn neu. Denn in seiner Heimat Aserbaidschan gibt es weitaus wichtigere Feste, zum Beispiel wird der Frühling mit einer Feier begrüßt. Silvester verbringt er mit seiner Gastfamilie und wird um Mitternacht von einem Hügel aus über Lübeck und Bad Schwartau gucken.

„Kennst du Ostern, das mit dem Hasen?“, fragt Paul. Nein. Elmar schüttelt den Kopf, das Fest kenne er nicht. Vorher haben die beiden — man könnte beinahe sagen Brüder, denn seit Spätsommer teilen sie die selbe Familie — über Weihnachten geredet. Ja, geschmückte Tannenbäume, so wie bei seiner Gastfamilie Petersen in Bad Schwartau, das gibt es auch in Baku. Auf seinem Laptop zeigt er ein Foto von einem erleuchteten Baum, der vor dem dortigen Rathaus steht. Doch festliches Essen, Lieder singen, in die Kirche gehen, Geschenke verteilen — all diese Dinge hat er in diesem Jahr zum ersten Mal kennen gelernt. Das ist nicht verwunderlich, schließlich ist er Moslem und in seiner etwa 4000 Kilometer entfernten Heimat sind christliche Feste nicht besonders verbreitet.

Knallen lassen sie es trotzdem. In Baku, der Hauptstadt Aserbaidschans, explodieren zum Jahreswechsel am 31. Dezember um 24 Uhr die Raketen — allerdings drei Stunden vor unserer Zeit. „Viele Leute gehen dort auf den Boulevard“, sagt Elmar auf Deutsch, das er inzwischen fließend spricht. Auf der Promenade am Kaspischen Meer sei es ihm dann aber zu voll. Daher geht er sonst am Silvesterabend mit seinen Eltern zu den Großeltern. Elmars Oma hat dann schon Salate und Hühnchen vorbereitet. „Das macht aber jede Familie anders“, sagt der Jugendliche. Dann schauen sie sich das Feuerwerk von zu Hause aus an. In diesem Jahr geht er mit seiner Gastfamilie auf den Clever Berg. Anders als bei uns, wird in Aserbaidschan Neujahr bis zum 2.

Januar gefeiert.

Aber das größte Fest, so sagt Elmar, sei Novruz am 20. oder 21. März. Da werde dann der Frühling begrüßt, und es gehe darum, dass alles Schlechte hinter einem bleibe. Deshalb werden vielerorts Feuer gemacht, über die die Menschen springen. Es ist in vielen Regionen Zentral- und Südasiens bekannt und wird von mehr als 300 Millionen Menschen auf der gesamten Welt gefeiert. Schon vorher säen viele Semeni, eine Pflanze, die wie Gras aussieht, in kleinen Schälchen. Wenn sie dann an dem Feiertag gewachsen ist, wird sie auf den Tisch gestellt. Daneben stehen süße Küchlein, die extra für den besonderen Tag gebacken werden. Im kommenden März wird Elmar noch in Ostholstein sein. „Meine Mutter hat schon nach dem Kuchen-Rezept gefragt“, sagt Paul. Dann will die deutsche Familie erstmals Novruz feiern. Dann kann Elmar einmal zeigen, wie in seiner Heimat Feste gefeiert werden.

„Das größte Fest bei uns ist Novruz. Das wird am 20. oder 21. März gefeiert.“
Elmar (16) aus Aserbaidschan

Elena Vogt

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