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Bad Schwartau Eltern fordern: Gymnasium prüfen
Lokales Bad Schwartau Eltern fordern: Gymnasium prüfen
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17:00 27.09.2018
Birgit Kalläne aus Stockelsdorf ist Kreiselternbeiratsvorsitzende Ostholstein, zwei ihrer Kinder gehen auf das Leibniz-Gymnasium in Bad Schwartau, das dritte auf die Gerhart-Hauptmann-Schule in Stockelsdorf. Quelle: ILKA MERTZ
Stockelsdorf

Birgit Kalläne ist verärgert. „Die Äußerungen von Herrn Beckmann haben mich wirklich erschüttert“, sagt die Stockelsdorferin. Sie bezieht sich damit auf die Worte des Bürgervorstehers bezüglich des abgelehnten FDP-Antrags, die Machbarkeit eines Gymnasiums in Stockelsdorf zu prüfen (die LN berichteten). Kein Mensch betreibe Propaganda, sagt Birgit Kalläne, für diese verrohte Wortwahl könne Manfred Beckmann sich bei den Eltern entschuldigen. „Wir beeinflussen niemanden“, betont sie. Zumal andersherum Manfred Beckmann in diesem Fall die Neutralität als Bürgervorsteher in keiner Weise gewahrt hat: „Er sollte die Bürgerinteressen vertreten und nicht die seiner Partei.“

430 Unterschriften gesammelt

Der Hintergrund: Im Rahmen der letzten Sitzung des Ausschusses für Jugend, Sport Soziales, Schule und Kultur hatte Birgit Kalläne in ihrer Funktion als Schulelternbeiratsvorsitzende der Gerhart-Hauptmann-Schule, Ostholsteins Kreiselternbeiratsvorsitzende ist die Mutter von drei Kindern zudem, der Bürgermeisterin Julia Samtleben eine Liste mit 430 Unterschriften von Eltern überreicht, die die Verwaltung um genau diese Prüfung der Machbarkeit bitten. Von dem entsprechenden FDP-Antrag habe sie erst kurz der Sitzung bei einem Blick auf die Tagesordnung erfahren. Das Vorhaben wurde jedoch von CDU, SPD, Bündnis 90/ Die Grünen und UWG nicht mitgetragen.

Viele Eltern wünschen sich Gymnasium

Birgit Kalläne ist es wichtig zu betonen, dass das Thema, die Machbarkeit eines Gymnasiums zu prüfen, auch aus der Elternschaft selber komme. „Ich habe mit sehr vielen Stockelsdorfern gesprochen, auch mit den Vorsitzenden der Elternbeiräte der anderen beiden Grundschulen“, erklärt sie. Die Rückmeldung war überwältigend: „Mit ein bisschen mehr Zeitaufwand hätten wir auch 700, 800 Unterschriften sammeln können“, sagt sie. Da sei es doch sehr befremdlich, „dass die Politik sagt, das interessiert uns nicht“. Stockelsdorf verdiene viel Geld mit der Ausweisung von Neubaugebieten, in die dann junge Familie ziehen. „Das ist auch okay, aber dann kann man das Geld doch auch für Familien nutzen“, so das Argument der Eltern. „Ich weiß nicht, wovor die Politiker Angst haben“, so Kalläne. In der Umgebung gebe es viele – auch kleinere – Gemeinden, die ein eigenes Gymnasium haben: „Warum sollte es also in Stockelsdorf nicht funktionieren?“

Wie geht es mit dem GaM weiter?

Auslöser der ganzen Debatte ist der marode Zustand des Bad Schwartauer Gymnasiums am Mühlenberg (GaM), das viele Stockelsdorfer Jugendliche besuchen. Das Gebäude muss umfassend saniert oder komplett neu gebaut werden, Diskussionen, welche Variante die bessere wäre, gibt es seit Monaten. Die Bad Schwartauer Verwaltung jedenfalls hat die umliegenden Gemeinden aufgefordert, sich finanziell an der Baumaßnahme zu beteiligen – was die übereinstimmend mit Verweis auf den jährlich gezahlten Schulkostenbeitrag ablehnen.

Gemeinde attraktiver machen

Für Birgit Kalläne gibt es noch weitere Gründe, die für ein Gymnasium in Stockelsdorf sprechen: Nach Bad Schwartau gebe es auch nach mehr 40 Jahren keine anständigen Radwege, die die Schüler nutzen können – zwei ihrer Kinder fahren täglich zum Leibniz-Gymnasium. Auch die Busverbindungen von den Dörfern aus seien schwierig. „Das ist innerhalb der Gemeinde deutlich einfacher zu koordinieren“, erklärt sie. Außerdem stampfe man ja keine neue Schule aus dem Boden, sondern man siedele eine bestehende um. „Ich sehe durchaus Potenzial, den Wohnort Stockelsdorf attraktiver zu machen“, sagt die engagierte Elternvertreterin.

Ihr Wunsch: „Ich hoffe, dass sich die Politik des Themas noch mal ernsthaft annimmt.“ Und generell: „Die Politiker dürfen auch gerne mit uns Eltern reden, nicht nur über uns.“ Und das gelte für alle familiären Themen.

Ilka Mertz

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