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Bad Schwartau Eltern in Sorge: Kinder werden belästigt
Lokales Bad Schwartau Eltern in Sorge: Kinder werden belästigt
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16:03 13.12.2018
In einem Supermarkt in der Lohstraße in Stockelsdorf wurde ein Mädchen von einem Mann angefasst. Quelle: Saskia Hassink
Stockelsdorf

Die Eltern in Stockelsdorf sind beunruhigt. Der Grund: Drei Kinder sind in der vergangenen Woche von Fremden angesprochen worden – zwei Mädchen wurden bei den Vorfällen sogar von dem Mann angefasst.

74-jähriger Mann ist tatverdächtig

Am vergangenen Montag, 10. Dezember, wurde ein zehnjähriges Mädchen in einem Supermarkt an der Lohstraße von einem Mann angesprochen. Wie Polizeisprecher Ulli Fritz Gerlach mitteilte, soll der Mann das Kind auch am Körper unsittlich berührt haben und dann den Supermarkt verlassen haben. Die Zehnjährige reagierte richtig und erzählte einer Kassiererin von dem Vorfall. Nach LN-Informationen konnte diese sich das Kennzeichen des Mannes merken und anschließend die Polizei verständigen.

„Im Zuge der Fahndungsmaßnahmen konnte kurz nach der Tat noch am selben Tag ein 74-jähriger Mann als Tatverdächtiger ermittelt werden“, sagte Gerlach. Dieser müsse sich jetzt wegen des Verdachts der sexuellen Belästigung verantworten. Es wird zudem überprüft, ob er auch für einen Vorfall am Nikolaustag verantwortlich ist.

Zwei weitere Vorfälle an Nikolaus

Wie die Polizei auf LN-Anfrage mitteilte, war bereits am Donnerstag, 6. Dezember, ein ebenfalls zehnjähriges Mädchen in einem Supermarkt in der Straße Ravensbusch von einem unbekannten Mann angesprochen worden. „Nach derzeitigem Sachstand soll der Mann der Zehnjährigen näher gekommen sein und ihr unter anderem einen Arm um die Schulter gelegt haben“, teilte Gerlach mit. Auch hier wandte sich das Kind an die Mutter, die anschließend die Polizei darüber informierte.

Ebenfalls am Nikolaustag hat sich ein dritter, ähnlich gelagerter Vorfall ereignet: Ein zehnjähriger Junge war gegen Mittag im Bereich der Gerhart-Hauptmann-Grundschule von einem Mann angesprochen worden. Das Kind ging jedoch nicht darauf ein, lief nach Hause und erzählte seinen Eltern von dem Vorfall, die wiederum die Polizei alarmierten, sagte Gerlach. „Das Verhalten des Kindes war der Situation angepasst genau richtig, noch viel mehr das anschließend gesuchte Gespräch mit den Eltern.“

In einem Rundbrief informierte die Schulleitung der Gerhart-Hauptmann Grundschule die Eltern über den Vorfall (die LN berichteten). Demnach habe der Täter versucht, den Schüler unter dem Vorwand Katzenbabys zu zeigen in sein Auto zu locken. Zu den Katzenbabys wollte die Polizei aus ermittlungstechnischen Gründen keine Aussage treffen. „Wir haben auch keinen Hinweis auf einen PKW“, sagte Gerlach. „Der Sachverhalt wird weiter von der Kripo Bad Schwartau geprüft.“

In einem Supermarkt in der Straße Ravensbusch wurde bereits am Nikolaustag ein zehnjähriges Mädchen von einem Unbekannten angesprochen. Quelle: Saskia Hassink

Ob der 74-jährige Tatverdächtige, den die Polizei am Montag ermitteln konnte, auch mit den Vorfällen an Nikolaus in Zusammenhang steht, wird derzeit geprüft. „Die Kriminalpolizei Bad Schwartau hat die Ermittlungen aufgenommen“, sagte der Polizeisprecher.

Schulen und Eltern sind sensibilisiert

Die Schulen und Eltern in Stockelsdorf sind wegen der aktuellen Vorfälle sensibilisiert. Neben den Rundbriefen an die Eltern hat die Grundschule am Ravensbusch mit ihren Schülern auch das richtige Verhalten in solchen Situationen trainiert. „Das Wichtigste ist, dass die Kinder stark sind und sich wehren“, sagte Schulleiterin Heidi Gunkel. So werde im Unterricht beispielsweise geübt, laut zu schreien. Außerdem werde mit den Kindern darüber geredet, wie man sich in einer solchen Situation verhält. Die Schulen in der Region stehen zudem in engem Kontakt und informieren sich bei solchen Vorfällen immer gegenseitig.

„Wir haben uns entschlossen unsere Kinder morgens zur Schule und abends von der Schule abzuholen“, sagte Birgit Kalläne, Elternvertreterin der Gerhart-Hauptmann Grundschule. Sie und andere Eltern hätten sich so organisiert, dass ihre Kinder nicht alleine zur Schule gehen müssen. „Gerade bei der dunklen Jahreszeit, machen Eltern solche Berichte unruhig.“ Die Elternvertreterin hofft, dass die Polizei den Täter tatsächlich gefasst hat.

Saskia Hassink

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