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Bad Schwartau Eltern machen Druck für bessere Betreuungssituation
Lokales Bad Schwartau Eltern machen Druck für bessere Betreuungssituation
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18:16 04.07.2017
Etliche Eltern waren mit ihren Kindern zur jüngsten Ausschusssitzung in das Stockelsdorfer Rathaus gekommen, um auf ihre Probleme bezüglich der aktuellen Betreuungsmöglichkeiten aufmerksam zu machen. Besonders ist die Kluft zwischen Angebot und Bedarf bei den U3-Kindern. Quelle: Foto: Dankert
Stockelsdorf

Kaum noch ein Platz war frei im Besucherbereich bei der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Jugend, Sport, Soziales, Schule und Kultur im Sitzungssaal des Stockelsdorfer Rathauses. Und einige von den ganz kleinen Besuchern machten es sich sogar spielend auf dem Fußboden bequem. Dass zu dieser Sitzung vor allem Eltern mit ihren Kindern gekommen waren, hatte einen guten Grund: Auf der Tagesordnung standen nämlich zwei Anträge – einer von der SPD und ein anderer von Bündnis 90/Grüne –, in denen es um eine Verbesserung der Betreuungszeiten in den Stockelsdorfer Kitas geht.

Mit der geballten Anwesenheit von Eltern, von denen viele die Gelegenheit nutzten, ihre konkreten Probleme zu benennen, wurde der Druck bezüglich dieses Themas spürbar erhöht. Insbesondere für Eltern von Kindern unter drei Jahren gibt es zwei Probleme. Erstens: zunächst einmal überhaupt einen Kita-Platz zu bekommen. Zweitens: Mit den angebotenen Betreuungszeiten, die sehr oft schon am frühen Nachmittag enden, beruflich klarzukommen.

Die SPD-Fraktion, die vor Monaten diesbezüglich bei Eltern eine Umfrage gemacht hat, wisse um die Probleme der Eltern, so Heike Andermann. „Wir werden Notlösungen finden müssen, denn einige Eltern haben große Probleme, und Alleinerziehende ganz besonders“, erklärte Andermann. Deshalb fordert die SPD in ihrem Antrag, in allen Kitas der Gemeinde mindestens eine Gruppe mit Betreuungszeiten von 7 bis 18 Uhr einzurichten. Zudem soll nach der Idee der SPD in jeder Einrichtung mindestens eine Krippengruppe von 7 bis 16.30 Uhr betreut werden. Zudem solle die ganzjährige Aufnahme der Kinder in den Einrichtungen sichergestellt werden.

Der Antrag von Bündnis 90/Die Grünen zielt in dieselbe Richtung: Der Ausschuss möge flexiblere Öffnungszeiten für die örtlichen Kitas beschließen, heißt es im Antrag. Allerdings wird im Antrag auf konkrete Vorschläge für künftige Öffnungszeiten verzichtet. Sabine Gall-Gratze von den Grünen findet während dieser Sitzung deutliche Worte für die Ist-Situation in puncto Kinderbetreuung: „Ich finde, dass Stockelsdorf keine frauenfreundliche Gemeinde ist. Und ich bin froh, dass wir hier jetzt ein bisschen Druck machen.“

„Wir haben das auf der Agenda“, versicherte der Ausschussvorsitzende Manfred Beckmann (CDU), „und wir sind dabei, die Zeiten zu verlängern.“ Allerdings müssen die Verlängerung der Betreuungszeiten mit dem jeweiligen Träger der Einrichtung abgesprochen werden.

Aktuell ist der Stand der Dinge bei den Betreuungplätze in Stockelsdorf so: 62 Prozent des Bedarfs bei den U3-Kindern ist gedeckt. Bei den Kindern, die über drei Jahre alt sind, ist die Versorgungsquote mit 92 Prozent deutlich besser. Gesetzlich vorgeschrieben seit 2013 ist, dass jede Kommune mindestens 35 Prozent des Betreuungsbedarf von U3-Kindern decken muss. Diese Quote überbietet Stockelsdorf zwar mehr als deutlich, „aber der tatsächliche Bedarf hat uns in den vergangenen zweieinhalb Jahren einfach überrollt“, erklärte Bürgermeisterin Brigitte Rahlf-Behrmann (parteilos). „Wir kommen mit dem Bauen neuer Gruppenräume gar nicht mehr hinterher, das ist unser Problem, weil wir einen ständig wachsenden Bedarf haben.“

Die Bürgermeisterin kündigte die Erweiterung der Kita Himmelblau im kommenden Jahr an. „Und wir werden in jedes neue Baugebiet, das wir ausweisen, eine Kita reinsetzen.“ Außerdem soll jede der drei Grundschulen Offene Ganztagsschule werden. Dieser Prozess laufe bereits.

Schlussendlich wurde der SPD-Antrag abgelehnt und der Antrag der Grünen mehrheitlich angenommen. Dennoch haben sich die Entscheider geeinigt, die Vorschläge der SPD bei der Verbesserung der Betreuungssituation zu berücksichtigen.

Bedarf mitteilen

Ab Montag, 10. Juli, ist auf der Internetseite der Gemeinde Stockelsdorf (www.stockelsdorf.de) ein spezielles Formular freigeschaltet, das die Eltern herunterladen, ausdrucken und ausfüllen können, um hier ihren konkreten Betreuungsbedarf für ihre Kinder mitzuteilen. Die Adresse für das ausgefüllte Formular ist die Bürgermeisterin im Rathaus Stockelsdorf.

Zu finden ist das Formular gleich unter zwei Links: Kindertagesstätten und Aktuelles.

Doreen Dankert

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