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Bad Schwartau Emily Hammond ist eine Hilfe für Lehrer und Schüler
Lokales Bad Schwartau Emily Hammond ist eine Hilfe für Lehrer und Schüler
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21:31 28.05.2018
Emily Hammond (21) lernt die deutsche Sprache und bringt Bad Schwartauer Schülern Englisch bei. Quelle: Foto: Ilka Mertz
Bad Schwartau

„Miss Hammond“ sagen tatsächlich auch nur die jüngeren Schüler zu ihr, die Älteren sagen „Emily“. „Ich bin ja auch kaum älter als die Abiturienten“, sagt Emily Hammond lächelnd. Und eine richtige Lehrerin ist die junge Frau aus Manchester auch noch nicht. Aber sie will es werden, Und deshalb ist sie hier.

Eigentlich studiert Emily Hammond Deutsch und Englische Literatur an der Uni in Manchester. Im Rahmen dieses Studiums muss sie ein Auslandsjahr absolvieren – ob als Studentin oder als Fremdsprachenassistentin durfte sie sich aussuchen. „Ich wollte eine Pause vom Studieren machen, außerdem dachte ich, dass diese Erfahrung hier sehr nützlich für mich sein kann“, erzählt sie. Seit September unterstützt die 21-Jährige nun als Fremdsprachenassistentin das Lehrerkollegium am Gymnasium am Mühlenberg (GaM).

Ihre Erfahrungen seitdem – durchweg positiv. „An der Uni haben wir vorab einen Film gesehen, der uns auf einen ,culture shock’ vorbereiten sollte“, berichtet Emily Hammond. Doch dann in Deutschland:

„So unterschiedlich seid Ihr gar nicht. Ihr seid direkter als wir, das kann unhöflich wirken, wenn man es nicht kennt. Und Ihr fahrt auf der falschen Seite. Aber sonst . . .“ An der Schule sei sie von Beginn an gut aufgenommen worden, einzig an das Fehlen der Schuluniform habe sie sich gewöhnen müssen. „Alle sind so lieb, ich fühle mich wirklich willkommen und mittlerweile auch als Teil der Schulgemeinschaft“, sagt Emily Hammond, die in Klassen der Jahrgangsstufen fünf bis zwölf unterrichtet – mal tatsächlich als Assistentin, manchmal aber auch ganz selbstständig und eigenverantwortlich.

„Emily ist sehr charmant, kompetent und unabhängig“, lobt Englisch-Lehrer Ulrich Sagebiel, der vor Jahren selber als Assistant Teacher in Nordengland war und nun die angehende Kollegin betreut. Ihr Einsatz gehe weit über das Muss hinaus, „das motiviert auch die Schüler“. Und da sie mit nordenglischem Manchester-Dialekt spricht, lernen die Jugendlichen gleich, dass auch Englisch nicht gleich Englisch ist. „In den Lehrhörbüchern sprechen sie nämlich meist südenglisch“, erläutert Ulrich Sagebiel.

Und Emily Hammond, die in Stockelsdorf in einer Wohngemeinschaft lebt und den Tafelspitz ihrer Vermieterin liebt, spricht nicht nur Englisch mit den Schülern, sie singt auch. Ihr zu Ehren wurde die Schüler-Lehrer-Band des GaM kürzlich in Hammond and Friends umbenannt. „Wenn sie zurück nach Manchester geht, bleibt dann dennoch ein Teil von ihr hier“, sagt Ulrich Sagebiel. Lange dauert es nicht mehr, am 4. Juni steigt Emily Hammond in den Flieger.

Doch vorher gibt es noch einen letzten Höhepunkt: Am morgigen Mittwoch, 30. Mai, führt der Wahlpflichtkurs Englisches Theater der neunten Jahrgangsstufe das selbstgeschriebene Theaterstück „Dr.

Dark’s Cat“ auf, bei dem Emily Hammond und Ulrich Sagebiel gemeinsam Regie führen. Das ganze Schuljahr über haben 27 Mädchen und Jungen vier Stunden in der Woche daran gearbeitet. „Eigentlich hatte ich zu Beginn erklärt, auf keinen Fall ein eigenes Stück auf die Bühne bringen zu wollen – zuviel Arbeit“, erinnert sich Ulrich Sagebiel. Uneigentlich öffnet sich morgen um 19 Uhr der Vorhang.

Im Publikum sitzt dann auch Emily Hammonds Freund, der sie nun endlich in Deutschland besucht und mit dem sie die letzten Tage in Bad Schwartau genießt. Doch auch vorher war sie selten alleine. Mit anderen Fremdsprachenassistenten hat sie sich Konstanz und Heidelberg angeguckt, Berlin und Köln. Über Himmelfahrt war sie auf Sylt. „Ich will immer beschäftigt sein“, sagt die 21-Jährige. Trotzdem freue sie sich auch auf die Pause, bis die Uni im Herbst wieder anfängt. Erstmal geht es mit der Familie nach Schottland. Langweilig wird ihr sicher auch anschließend nicht.

Englisches Theater

„Dr. Dark’s Cat“ heißt das Theaterstück, das die 27 Neuntklässler zusammen mit Lehrer Ulrich Sagebiel und Assistentin Emily Hammond entwickelt haben.

Es handelt sich um eine Agentenparodie, in der Dr. Dark, mal ein weiblicher Bösewicht (gespielt von Gina Drews) , die Welt zerstören will. Zwei ebenfalls weibliche Agenten-Teams versuchen, sie zu stoppen. Zwei (männliche) Agenten im Ruhestand können soviel Frauen-Power nur schwer ertragen und ergehen sich in Schwärmereien über die Vorzüge der alten Zeit.

Die Vorstellung von „Dr. Dark’s Cat“ beginnt am morgigen Mittwoch, 30. Mai, um 19 Uhr in der Mensa des Gymnasiums am Mühlenberg.

Ilka Mertz

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