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Bad Schwartau Endlich wieder toben!
Lokales Bad Schwartau Endlich wieder toben!
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00:21 25.01.2017
Endlich können „M.C.“ (v. l.) und „Dschoma“ wieder richtig toben. Tania Ozegowski spielt mit ihren Hunden mit der Reizangel. Quelle: Fotos: Kim Meyer
Bad Schwartau

Es war Stress für die Tiere – und auch für so manchen Nachbarn. Hunde- und Katzenhalter durften ihre Lieblinge in den letzten Wochen in den Städten Bad Schwartau und Eutin sowie in den Gemeinden Bosau, Malente, Ratekau, Stockelsdorf und Timmendorfer Strand nicht unangeleint nach draußen lassen. Der Grund: Die Regionen waren als Beobachtungsgebiet ausgewiesen und es herrschten strenge Geflügelpest-Auflagen.

Hunde und Katzen dürfen wieder freilaufen. Die Region gilt nicht mehr als Beobachtungs- gebiet im Rahmen der Geflügelpest.

Geflügelpest

Der Beobachtungsstatus wurde in den Städten Bad Schwartau und Eutin sowie in den Gemeinden Bosau, Malente, Ratekau, Stockelsdorf und Timmendorfer Strand aufgehoben. Für Geflügel gilt aber weiterhin die Stallpflicht.

Tote Vögel sollten weiterhin dem für den Fundort zuständigen Ordnungsamt gemeldet werden.

Jetzt können Tierhalter erst einmal aufatmen: „Hunde und Katzen dürfen wieder unangeleint raus, wo es erlaubt ist“, sagt Kreisveterinär Wolf Vogelreuter. „Bei uns im Kreis gibt es noch immer keinen Nachweis der Geflügelpest. Das Beobachtungsgebiet kam durch Funde in den Nachbarkreisen.“ Ganz ausgestanden ist das Thema nach Meinung des Experten allerdings noch nicht. „Es ist davon auszugehen, dass das Virus unter den Wildvögeln nach wie vor grassiert“, sagt Vogelreuter. „Deshalb gilt für Geflügel auch weiterhin die Stallpflicht – das darf nicht mit der Aufhebung der Beobachtungsgebiete verwechselt werden.“

Endlich wieder toben! „M.C.“ und „Dschoma“ spurten beim Spaziergang mit Frauchen Tania Ozegowski über die Wiese. „Diese Zeit war schon ganz schön anstrengend“sagt Ozegowski. Damit den beiden bewegungsfreudigen Vierbeinern die Decke nicht auf den Kopf fällt, hat sie sich einiges einfallen lassen. „Mein Partner und ich sind mit den beiden angeleint viel Fahrrad gefahren.“ Um ausgiebig Spazierengehen zu können, ist die 39-Jährige mit den Hunden außerdem oft extra aus dem Beobachtungsgebiet mit dem Auto herausgefahren. „Wir waren dann an der Küste spazieren“, sagt sie.

Aber nicht nur als Hundehalterin hat Tania Ozegowski die Schwierigkeiten durch die Geflügelpest-Auflagen erlebt. Die Tierpsychologin führt eine kleine Katzenpension in Bad Schwartau. „Vier Katzen wurden in der Pension abgegeben, weil sie so darunter gelitten haben, eingesperrt zu sein“, sagt die Tierfreundin.

Eine von ihnen ist „Tommy“, der dreijährige Kater von Wolfgang Klose. „Er kennt es von klein auf rauszukommen“, sagt der 37-Jährige. „Uns hat die Anordnung ganz schön getroffen.“ Schnell zeigte sich:

„Tommy“ ist richtig unzufrieden, wenn er eingesperrt ist. „Wir haben es versucht, aber er hat so laut miaut, dass sich die Nachbarn beschwert haben“, sagt Klose. „Das ging natürlich nicht. Er hat sich gequält.“ So ist „Tommy“ in die Katzenpension von Tania Ozegowski eingezogen. „Wir wussten ja auch nicht, wie lange die Auflagen gelten“, sagt Klose, der seinen Kater regelmäßig besucht hat.

„Warum die Tiere hier entspannt sind, ist eigentlich ganz einfach“, erklärt Ozegowski. „Hier sind Artgenossen, die ablenken. Wir haben auch noch ein überdachtes Freigehege, da konnten die Katzen auch in der Zeit rausgehen und sie dürfen im Haus freilaufen. Hier ist Platz und immer jemand da.“ Viele Spiel- und Klettergeräte sowie zahlreiche Möglichkeiten zum Verstecken haben ebenfalls dazu beigetragen, dass „Tommy“ die Zeit gut überstanden hat.

Während die neugewonnene Freiheit für Wolfgang Klose und Kater „Tommy“ ein Grund zur Freude ist, war die Situation für manch anderen Haustierhalter erst gar nicht so schlimm. „Für uns waren die Auflagen kein Problem“, sagt Anja Hagen. Hund „Börnie“ habe die Zeit mit Leinenzwang gut verkraftet. „Hauptsache raus, dann sind wir eben mit Leine gegangen“, sagt die 40-Jährige, „und im Garten durfte er frei rumlaufen.“ Auch Silke Thiede und ihr Mops „Lotta“ haben einen Weg gefunden, die Zeit zu überstehen. „Wir sind viel zum Strand gefahren“, sagt die Hundeliebhaberin. Die Vierbeiner von Beate Koop haben keinen großen Bewegungsdrang mehr. „Mein Hund und mein Kater sind schon alt und von daher war die Zeit glücklicherweise kein großes Problem“, sagt Koop. „Ich kann mir aber vorstellen, wie schwierig das sein kann.“ Deshalb begrüße sie die Aufhebung des Beobachtungsstatus und ergänzt: „Hoffentlich bleibt das jetzt erstmal so.“

 Kim Meyer

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