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Bad Schwartau Entsetzen über die geplante Schließung der Post
Lokales Bad Schwartau Entsetzen über die geplante Schließung der Post
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16:02 09.02.2018
Nur noch sechs Wochen lang soll Betrieb herrschen in der Stockelsdorfer Postfiliale, dann wird sie endgültig geschlossen. Quelle: Fotos: Dankert
Stockelsdorf

Bürgervorsteher Harald Werner zeigt sich entsetzt von der Nachricht der Post-Schließung. „Das ist ist ganz bitter für Stockelsdorf“, erklärt Werner ganz unumwunden. „Wenn die einzige Postfiliale für eine Gemeinde in der Größenordnung in so einer exponierten Lage schließt, dann ist das ein ganz großes Trauerspiel.“ Verständnis habe Bürgervorsteher Werner für die Rückzugspläne der Post aus Stockelsdorf nicht und kritisiert diese Pläne auch klar und deutlich: „Ich finde, da macht die Post sich das schön einfach, sich aus der Peripherie zurückzuziehen.“

Offiziell ist die Schließung der Postfiliale im Herzen Stockelsdorfs für den 27. März geplant. Doch bereits am gestrigen Donnerstag blieben die Türen in der Ahrensböker Straße 15 geschlossen. Grund: Personalmangel. Die dauerhafte Schließung der Postfiliale sorgt unterdessen in Stockelsdorf für viel Unmut.

Bereits gestern standen die Kunden vor verschlossenen Türen. Dass die Filiale geschlossen blieb, soll aber nichts mit dem tags zuvor verkündetem Aus des Standorts zu tun haben. „Leider ist die personelle Situation in Stockelsdorf aktuell sehr angespannt. Kurzfristige Personalausfälle können oft durch Maßnahmen in der Personalplanung aufgefangen werden. So zum Beispiel durch ’Springer’ oder durch den Einsatz von Kollegen aus anderen Filialen. Dies gelingt nicht in allen Fällen, daher kann es in Einzelfällen auch zu einer temporären Schließung der Filiale kommen. Dies insbesondere, da wir aus Sicherheitsgründen für Kunden und Mitarbeiter jederzeit das Vier-Augen-Prinzip gewährleisten müssen. Aus diesem Grund ist die Filiale aktuell geschossen. Wir verstehen die Verärgerung unserer Kunden und bitten ausdrücklich um Entschuldigung“, erklärt Postbank-Sprecher Ralf Palm, der gestern auch für den heutigen Freitag keine Prognose zu den möglichen Öffnungszeiten abgeben konnte.

Das endgültige Ende des Poststandorts im Herzen Stockelsdorfs am 27. März könnte auch langfristig negative Folgen haben. So fürchtet Harald Werner „wieder einen Leerstand im Ortsmittelpunkt“ – und das stimme ihn alles andere als froh. „Ich bin einfach nur enttäuscht“, sagt Werner.

Über die tatsächlichen Motive der Filialschließung kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt nur spekuliert werden. Harald Werner hat aber einen Verdacht: „Früher war die Post staatlich, aber dadurch, dass das jetzt auseinandergebrochen ist, geht das jetzt nur noch nach Euro und Cent.“ Für den Stockelsdorfer Bürgervorsteher ist mit dem Weggang der Post aus Stockelsdorf ganz klar: „Hier steigt eine große Institution aus ihrer Hauptaufgabe aus.“

Eigentümer des Grundstücks, auf dem die Postfiliale steht, ist weder die Post selbst noch die Gemeinde, sondern ein Privateigentümer.

„Ich würde es wirklich sehr bedauern, wenn die Post im Ortszentrum schließt“, erklärt Bürgermeisterin Brigitte Rahlf-Behrmann. Vor ein paar Jahren, so die Verwaltungschefin, habe es schon einmal eine Situation gegeben, in der die Schließung der Postfiliale in Stockelsdorf zur Diskussion stand. „Damals konnten wir die Schließung abwenden.“ Ob das diesmal auch gelingen wird, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt völlig offen. Bürgermeisterin Brigitte Rahlf-Behrmann habe am heutigen Freitag ein Gespräch mit einem Vertreter der Post. In diesem Gespräch sollen der Stockelsdorfer Verwaltungschefin die genauere Umstände, die zur geplanten Schließung führen, erläutert werden.

Ersatz-Adressen

Die Postbank ist Mieter des Objekts an der Ahrensböker Straße, in dem auch Post-Dienstleistungen angeboten werden. Nach der Schließung am 27. März sollen sich Kunden der Postbank

bei beratungsintensiven Themen nun an die Filialen in Lübeck (Schwartauer Landstraße 2 und Königstraße 55) wenden. Postdienstleistungen werden in der Partnerfiliale der Deutschen Post in Ravensbusch (Famila-Einkaufszentrum) weiter angeboten.

 D. Dankert und S. Prey

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