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Bad Schwartau Experten überprüfen das Wasser aus Ostholsteiner Brunnen
Lokales Bad Schwartau Experten überprüfen das Wasser aus Ostholsteiner Brunnen
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13:43 18.09.2018
Bufdi Milan Toups (l.) vom Labormobil vom VSR-Gewässerschutz nimmt eine Brunnenprobe von Karl Heinrich Ritter aus Sereetz entgegen  Quelle: Ilka Mertz
Bad Schwartau

Ein Brunnen im eigenen Garten, gespeist aus dem hiesigen Grundwasser. Für viele Haus- und Gartenbesitzer ist das ein Traum, schließlich dient es der Umwelt und spart Kosten. Doch welche Qualität hat das Wasser, das da aus der Tiefe hervorgeholt wird, eigentlich? Was genau ist da drin? Das wissen vermutlich die Wenigsten. Das Labormobil des Vereins VSR-Gewässerschutzes kann Abhilfe schaffen. Am Dienstag hat es auf dem Bad Schwartauer Markt Station gemacht.

Ab 9 Uhr standen Diplom-Physiker Harald Gülzow und Bundesfreiwilligendienstler Milan Toups bereit, um Proben hiesiger Brunnenbesitzer entgegen zu nehmen. Und die kamen in Scharen. Nicht nur aus Bad Schwartau, sondern auch aus Ratekau, Sereetz, Scharbeutz und Stockelsdorf.

Karl Heinrich Ritter aus Sereetz hat seinen Brunnen vor 20 Jahren selber gegraben, das Wasser nutzt er, um den Rasen zu sprengen. „Aber könnte ich damit auch duschen, wenn es heiß ist?“, das ist die Frage, die er sich stellt. Darum hat er eine Probe mitgebracht, die dann ins Labor geschickt wird. In drei bis vier Wochen bekommt er die Ergebnisse der Untersuchung per Post zugeschickt: „Wenn sich die Gelegenheit bietet, lasse ich es direkt gründlich untersuchen“, sagte er.

Auch Astrid Simon aus Ratekau lässt ihr Wasser eingehender untersuchen. „Bisher nutzen wir es nur zum Gießen“, erzählte sie, aber die Nachbarn hätten Kinder und da könnte man ja auch mal den Pool füllen. Dafür möchte sie allerdings sicher sein, dass das Wasser in Ordnung ist. „Wenn dem so ist, wäre es ja Verschwendung, Wasser aus der Leitung zu nehmen“, sagte sie.

Was ist der VSR-Gewässerschutz?

Der Verein VSR-Gewässerschutz ist 1981 als „Verein zum Schutze des Rheins und seiner Nebenflüsse“ aus verschiedenen Bürgerinitiativen entstanden. Sein Ziel ist der Schutz des Grund- und Oberflächenwassers vor Verunreinigungen. Der Verein tourt mit seinem Labormobil durchs Land, um Proben zu untersuchen und Aussagen über die Qualität des Wassers treffen zu können. Die Mitarbeiter informieren zudem über Ursachen möglicher Verunreinigungen und stellt Forderungen, um entsprechende Belastungen zu reduzieren.

Doch wer wollte, konnte auch schnell ein Ergebnis bekommen: Die kleine Untersuchung auf Salz-, Säure und Nitratgehalt machten Harald Gülzow und Milan Toups direkt im gelben Labormobil. „Für dieses Gebiet gibt es bislang zu wenig Messwerte“, erklärte Harald Gülzow, der an drei Tagen in der Woche bundesweit mit dem Labormobil unterwegs ist. Bislang gebe es nur die Erkenntnis, dass die Nitratbelastung im zentralen Bereich Schleswig-Holsteins recht hoch sei und zu den Küsten hin abnehme. „In Mecklenburg-Vorpommern ist sie allerdings auch recht hoch“, sagte er, daher sei es interessant zu sehen, wie die Ergebnisse in diesem Randbereich seien.

Zwei Stunden und zwölf schnelle Untersuchungen später ist der Diplom-Physiker ein wenig schlauer: Beim Säure- und Salzgehalt zeigten sich in keiner Probe Auffälligkeiten, allerdings wiesen drei der Proben erhöhte Nitratwerte auf. „Das ist jede Vierte und deutet auf eine höhere Nitratbelastung hier im Raum hin“, so der Experte. Um genauere Aussagen zu treffen, müsse man nun aber abwarten, welche Ergebnisse bei den Untersuchungen der anderen Proben im Labor herauskommen“, so der Experte.

An die Städte und Gemeinden werden diese Zahlen nicht weitergegeben, der Verein VSR-Gewässerschutz nutzt sie, um seine Karten zu vervollständigen und allgemeingültigere Aussagen treffen zu können. „Die genauen Adressen zu den Brunnen werden bei uns aber nicht gespeichert“, versicherte Harald Gülzow.

Ilka Mertz

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