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Bad Schwartau Experten warnen: Waschbären erobern die Stadt
Lokales Bad Schwartau Experten warnen: Waschbären erobern die Stadt
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09:10 23.10.2013
Im Riesebusch haben Gert Kayser und Hund „Sandro“ einen Waschbären gefunden, der offenbar nach einem Verkehrsunfall verendet ist.
Bad Schwartau

Auf Spielplätzen, in Parks und auch mitten auf der Straße — die Beobachtungen von Waschbären in Bad Schwartau häufen sich. Zahlreiche Einwohner hätten sich bereits bei ihm gemeldet, weil sie einen der kleinen Räuber im Stadtgebiet entdeckt hätten, berichtet Stadtjäger Gert Kayser. Offenbar würden die Tiere immer weiter in die Wohngebiete vordringen. Ein Trend, der dem Stadtjäger Sorgen macht: „Ein Problem mit Steinmardern haben wir schon — dass sich jetzt noch Waschbären hier ausbreiten, hat uns gerade noch gefehlt.“

Denn die kleinen Eindringlinge seien keineswegs einfach possierliche Tierchen, bestätigt Carsten Pusch vom Naturschutzbund (Nabu) Schleswig-Holstein. Würden sich Waschbären in Wohngebieten ansiedeln, „kann das unangenehm werden“, so das Vorstandsmitglied. Die Tiere wühlten nicht nur mit Vorliebe in Mülltonnen oder stibitzten Leckerbissen wie Obst aus Gärten, sie würden sich auch in Häusern einnisten, wenn sich ihnen dazu die Gelegenheit biete.

Zwar sei das Waschbär-Vorkommen hierzulande nicht vergleichbar mit der Situation in Hessen, stellt Pusch klar, wo die Nager längst zu einer echten Plage geworden sind. „Wir wissen aber, dass die Tiere auch bei uns im Land flächendeckend vorkommen“, so der Fachmann, „sie tauchen mittlerweile in jeder Jagd-Statistik auf.“

Dr. Peter Borkenhagen, Vorsitzender vom Nabu Kiel, spricht nach wie vor von einem „sehr niedrigen Bestand“ in Schleswig-Holstein. Allerdings könne es zu Ballungen kommen, erklärt der Experte, gerade in dicht besiedelten Wohngebieten. Besonders Dachböden seien sehr beliebt bei den Tieren — und sich dort Zugang zu verschaffen, sei für sie keineswegs eine große Herausforderung: „Waschbären sind kräftig“, betont Borkenhagen, „und sie wissen ihre Pfoten einzusetzen.“ So ist es laut Fachleuten kein einfaches Unterfangen, den Räubern den Zutritt zu einem Gebäude zu verwehren: Sogar Dachziegel würden die Tiere ablösen, um ans Ziel zu gelangen. Borkenhagen: „Waschbären können etliche Schäden am Haus anrichten.“

Wege, um der Ausbreitung der Tiere im Stadtgebiet Einhalt zu gebieten, gibt es nach Angaben der Experten kaum. Vielleicht könne man es bei der derzeitigen Dichte noch „halbwegs schaffen“, gegen die Eindringlinge vorzugehen und sie wegzufangen, so Nabu-Mann Borkenhagen. Nehme das Ganze aber erst größere Ausmaße an, habe man in dieser Hinsicht „kaum noch eine Chance“.

Entwickle sich in Bad Schwartau eine Waschbär-Plage, „wird die Situation nicht mehr in den Griff zu kriegen sein“, prognostiziert auch Stadtjäger Kayser. Er hat eine Genehmigung, die Wildtiere zu bejagen — „dadurch wird man den Bestand aber nur zum Teil dezimieren können“, schätzt er.

Kayser bittet die Einwohner der Solbadstadt, ihm von weiteren Sichtungen von Waschbären sofort zu berichten. Nur so könne er überhaupt einen ungefähren Überblick über das Vorkommen der Tiere im Stadtgebiet bekommen. Außerdem erinnert der Jäger daran, dass Wildunfälle in jedem Fall gemeldet werden müssen — zuletzt wurde ein Waschbär im Riesebusch gefunden, der laut Kayser zuvor offenbar angefahren wurde und schließlich seinen tödlichen Verletzungen erlegen ist. Der Autofahrer hatte niemanden informiert.

Jennifer Binder

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