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Bad Schwartau FDP-Stammtisch statt Bundestag
Lokales Bad Schwartau FDP-Stammtisch statt Bundestag
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22:30 24.10.2013
Bernd Buchholz und Heiner Garg (v.r.) bei der FDP in Stockelsdorf. Quelle: Dankert
Stockelsdorf

Die Wunden nach der herben Schlappe für die FDP bei der Bundestagswahl sind noch lange nicht verheilt. Doch für die Liberalen in Schleswig-Holstein ist das kein Grund, sich zu verstecken. Nach dem Motto „Jetzt erst recht!“ waren der FDP-Landeschef Heiner Garg und Bernd Buchholz, der für einen FDP-Sitz im Bundestag kandidiert hatte, zum Stammtisch der Stockelsdorfer Liberalen gekommen. Es war für das Duo der Auftakt für einen Neuanfang: Garg und Buchholz wollen künftig landesweit Stammtische der FDP besuchen, um Diskussionen an der Basis anzustoßen, die Partei wieder aufzubauen und Flagge zu zeigen. Buchholz kündigte in Stockelsdorf zudem an: „In vier Jahren trete ich wieder an.“

„Diese Diskussionen bei den Stammtischen werden so geführt“, so Garg, „dass sich die Parteifreunde auch mitgenommen fühlen.“ Positionieren wolle man sich als FDP mit der Europapolitik, so Garg, der glaubt, dass die Liberalen diesbezüglich im Wahlkampf den europapolitischen Aspekt zu wenig betont haben. „Um diese Frage kommt man nicht drumherum“, erklärt Garg.

Wenn man von der Basis aus neu durchstarten will, dann gehört für Garg und Buchholz auch Ursachenforschung für das historische Scheitern in Berlin dazu. „Beim Wahlkampf wurde die Kampagne von 1994 lustlos kopiert“, sagt Garg, „und das war ein Fehler.“ Bernd Buchholz glaubt, dass die FDP in jüngerer Vergangenheit mit Themen wahrnehmbar war, „von denen die Bürger geglaubt haben, das setzen die eh‘ nicht durch, sondern die machen das mit, was Mutti sagt.“

Am wichtigsten sei es jetzt aus Sicht von Garg, Diskussionen im gesamten Land zu führen — so wie nach dem Stockelsdorfer Muster. Möglicherweise müsse man auch, so Garg, parteipolitische Strukturen auf Landesebene ändern. Und das vielleicht nicht nur in Schleswig-Holstein. Natürlich geht es Garg und Buchholz um Themen und Inhalte bei ihren Besuchen an der Basis, „aber es geht auch um die Frage, wie es uns gelingt“, so Garg, „bundespolitisch am Ball zu bleiben.“

Die Europawahl im Mai kommenden Jahres sei aus Sicht der beiden schleswig-holsteinischen FDP-Frontmänner eine Chance, um einen neuen Zugang zu den Menschen zu finden.

Für Heiner Garg geht es auch darum, welchen modernen Freiheitsbegriff sich die FDP zulegt. „Freiheit bedeutet für mich auch immer die Freiheit von Existenzängsten“, so Garg, der sich dafür ausspricht, sich als FDP der Frage der Lohnuntergrenzen zu öffnen.

„Freiheit ist auch die Teilhabe an Freiheiten“, stellt Bernd Buchholz klar. Und wer der FDP Klientelpolitik vorwirft, dem entgegnet Buchholz: „Die FDP sorgt sich selbstverständlich auch um Hartz-IV-Empfänger. Es ist uns nicht egal, wie es in bestimmten Gruppen unserer Gesellschaft aussieht. Die FDP muss auch für diese Menschen ein Angebot machen!“ Heiner Garg ist sogar überzeugt davon, „dass eine vernünftige Sozialpolitik der Kitt ist, der unsere Gesellschaft zusammenhält.“

Es gibt viel zu tun in den Reihen der FDP. Das wissen Garg, Buchholz und auch ein paar andere liberale Galionsfiguren.

Nach dem Desaster von Berlin ist jetzt die Zeit des Ärmelhochkrempelns. Der Stockelsdorfer FDP-Stammtisch war erst der Anfang. „Und im besten Fall wird aus der FDP wieder ein Adler, der eines Tages wieder richtig hoch fliegt“, so Garg. In vier Jahren soll es soweit sein. Dann jedenfalls will Bernd Buchholz auf alle Fälle einen liberalen Sitz im Berliner Bundestag besetzen.

Doreen Dankert

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