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Bad Schwartau Fakten zu den Landesforsten, Schnee zu Ostern und Matjes
Lokales Bad Schwartau Fakten zu den Landesforsten, Schnee zu Ostern und Matjes
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19:58 03.02.2018
Tim Scherer, Direktor der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten, war Festredner bei der Lichtmess, die im Stockelsdorfer Herrenhaus gefeiert wurde. Anhand von Fakten stellte Scherer die erfolgreiche Ausgliederung der Forsten aus der Verwaltung in eine Anstalt dar. Quelle: Fotos: Doreen Dankert
Stockelsdorf

Für Maria Starke, die seit einem Jahr als Vorsitzende den Bürgerverein leitet, war es die erste Lichtmess in ihrer neuen Funktion. Und so zeigte sie sich erfreut darüber, dass sie in diesem wichtigen Jahr für Stockelsdorf mit der bevorstehenden Bürgermeisterwahl am 11. März auch die beiden Bürgermeisterkandidaten unter den Gästen begrüßen konnte. Der CDU-Kandidat Christian Fischer (40) kam zu dieser Veranstaltung mit seiner Frau Juliane. Und die SPD-Kandidatin Julia Samtleben (37) wurde begleitet von ihrem Mann Oliver und ihren Großeltern.

Stockelsdorf Mit über 100 Gästen war auch die Lichtmess Nummer 26 in Stockelsdorf wieder sehr gut besucht. Der gastgebende Bürgerverein organisierte einen Festvortrag mit Tim Scherer, dem Direktor der Landesforsten in Schleswig-Holstein, und das traditionelle Matjesessen im Anschluss.

Da die Lichtmess, die immer am 2. Februar gefeiert wird, einen christlichen Hintergrund hat, hat das erste Wort vor dem Festredner immer ein Pastor. Auch das ist Tradition in Stockelsdorf. Weil aber die Lichtmess in diesen Breiten eigentlich eher selten gefeiert wird, gibt es jedes Jahr zu Beginn der Feier ein paar Worte dazu, was die Lichtmess eigentlich ist. „Eigentlich ist das ein Fest“, erklärte Pastor Hans Kilian, „das im Norden nicht oder nur wenig gefeiert wird. Und wenn, dann eher bei den katholischen Brüdern und Schwestern“. Insofern bildet das evangelisch geprägte Stockelsdorf da ein Ausnahme, wenn es darum geht, das offizielle Ende der Weihnachtszeit 40 Tage nach Heiligabend zu feiern. „Wer den Tannenbaum also noch nicht draußen hat“, fügte Kilian augenzwinkernd hinzu, „der hat heute noch die Gelegenheit dazu, das zu erledigen.“ Denn die Lichtmess zu Beginn eines Jahres sei im christlichen Sinne ein guter Zeitpunkt für einen Neubeginn.

Bei den Landesforsten, so haben die Gäste des Abends von Tim Scherer erfahren, hat es schon vor zehn Jahren einen Neubeginn geben – nämlich in Form der „Ausgliederung der Forsten aus der öffentlichen Verwaltung in eine Anstalt“.

In den Jahren 2006/2007 habe es seitens des Landes Überlegungen gegeben, den landeseigenen Wald in Schleswig-Holstein zu verkaufen. Doch nach heftigem Widerstand durch Bürgerproteste habe sich die damalige Regierung in Kiel entschieden, die Forsten in eine Anstalt auszulagern. „Es ist also keine Privatisierung erfolgt“, stellte Tim Scherer klar.

Mit rund 180 Mitarbeitern verwaltet Tim Scherer rund 50000 Hektar landeseigenen Wald verstreut über ganz Schleswig-Holstein in 31 Revieren. Das sind ungefähr 30 Prozent des gesamten Waldgebietes in dem nördlichsten Bundesland. Zur Philosophie der Landesforsten gehöre es, so Scherer, den Dreiklang Mensch, Natur und Wirtschaft unter einen Hut zu bekommen. „Und wir haben uns auch das Thema Nachhaltigkeit auf unsere Fahnen geschrieben“, betonte Scherer. Nur 75 Prozent der Neuanpflanzungen werden gerodet – „also der Wald wächst“, versicherte der Forstdirektor. Aber dennoch begegne Scherer immer wieder dem „Schlachthausparadoxon“ bei Bürgern. Scherer erklärte es ungeschminkt deutlich: „Alle wollen gern auf einem Holzstuhl sitzen und auf einem Holzfußboden laufen, aber keiner will sehen, wie ein Baum gefällt wird für das Bett, in dem der Bürger dann später schläft.“

Und für all jene, die sich noch etwas genauer mit dem Thema Wald befassen möchten, empfahl Tim Scherer einen Besuch in Trappenkamp (Kreis Segeberg), wo sich eine der größten waldpädagogischen Einrichtungen Deutschlands befindet.

Allerdings dürften einige Besucher wohl auch über das nachdenken, was Pastor Kilian noch gesagt hat: „Blüht an Lichtmess der Klee, dann gibt es Ostern Schnee.“ Der Pastor jedenfalls habe keinen Klee gesehen. Für manche war das jedenfalls ein gutes Thema beim anschließenden Matjes-Buffet.

 Von Doreen Dankert

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