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Bad Schwartau Familienzentren sind immer stärker nachgefragt
Lokales Bad Schwartau Familienzentren sind immer stärker nachgefragt
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23:03 26.05.2016
Die Landtagsabgeordnete Marlies Fritzen (l.) besichtigt das Familienzentrum der Lebenshilfe in der Eutiner Straße 10. Quelle: Irene Burow

Die Familienzentren in Ostholstein sind unverzichtbar. Das hat die Vizepräsidentin des Landtags und Landtagsabgeordnete Marlies Fritzen (Grüne) bei einem Besuch in der Bad Schwartauer Einrichtung der Lebenshilfe betont. „Sie sind immer stärker nachgefragt“, sagte sie. „Die Grünen unterstützen die Förderung durch das Land sehr. Da kann man gar nicht genug Geld reinstecken“, so Fritzen. „Früher war die Dorfgemeinschaft oder die Großfamilie Ansprechpartner, und das hat in der Regel nicht geschadet.“ Familienzentren seien die moderne Antwort auf die Anforderungen der heutigen Zeit. „Wir müssen immer mehr leisten. Alle sollen arbeiten, gleichzeitig die Familie betreuen und dafür sorgen, dass Kinder gut in der Schule sind und gesundes Essen auf den Tisch kommt.“ Der Tag habe aber nur 24 Stunden. „Dem kann der Einzelne nicht mehr folgen.“

Angebot wird ausgebaut

7 Familienzentren gibt es mittlerweile in Ostholstein. Sie wurden im Auftrag des Kreises Ostholstein 2009 gegründet; die Beratung wird immer weiter ausgebaut. In Bad Schwartau, Eutin, Neustadt und Heiligenhafen gab es die ersten vier. Fehmarn, Oldenburg und Ahrensbök kamen 2015 als neue Standorte hinzu.

Bei ihrem Besuch hat sie das Familienzentrum in der Eutiner Straße 10 besichtigt und ist mit Bettina Meyer (Koordinatorin des Familienentlastenden Dienstes), Susanne Voß (Vorstand der Lebenshilfe Ostholstein) sowie Nadine Müller (Koordinatorin für das Familienzentrum und Frühe Hilfen) ins Gespräch gekommen. Dabei kamen auch Probleme zur Sprache, wie etwa bürokratische Hürden oder das Ringen um finanzielle Mittel. „Die Zahlungen müssen verstetigt werden. In solchen Netzwerken kann die Arbeit nicht jedes Jahr jemand anderes machen“, betonte Fritzen, die die Eindrücke nun mit in den Landtag nehmen will.

Familienzentren sind Anlaufstellen für Schwangere und Familien und sind – wie in Bad Schwartau – beispielsweise an Kitas angesiedelt. Die Ansprechpartner helfen in schwierigen Lebenslagen, bei familiären Konflikten; vermittelt werden zudem Familienpaten, Babysitter oder Ersatzgroßeltern. „Früher gab es Zeit und Gelegenheit sich auszutauschen, heute ist der Tag durchgetaktet. Es ist Muße nötig, um von Problemen zu erzählen“, sagte Fritzen. Die Zentren etwa an Kitas anzudocken sei sinnvoll, da sich die Familien dort ohnehin begegnen. „Wir brauchen diese Einrichtung. Eltern haben zu jeder Zeit Fragen. Das ist so normal wie Kinderturnen.“ Das soll auch für die Einrichtungen gelten. Es soll kein Makel sein sich Rat zu holen.

Deutschland stehe damit noch am Anfang. „Skandinavien ist schon viel weiter. Dort ist noch mehr unter einem Dach gebündelt wie Schulen oder Gesundheitszentren“, so Fritzen.

Der Ausbau gehört zu einem der größten Infrastrukturprojekte in Deutschland: Die Betreuung für Kinder ab einem Jahr zu verbessern. Schleswig-Holstein liege mittlerweile im Vergleich mit den westdeutschen Flächenländern beim Ausbau vorn, erklärte die Vizepräsidentin des Landtags. Das sei ein Kraftakt für die Kommunen, aber auch das Land habe sich kräftig ins Zeug gelegt. In Schleswig-Holstein wird die Förderung der Zentren durch den Erlass des Familienministeriums vom Juli 2014 geregelt. Seit 2015 werden rund 100 Familienzentren unterstützt. Für Ostholstein steuert das Land rund 100000 Euro bei.

 Irene Burow

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