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Bad Schwartau Feier-Tage in Stockelsdorf
Lokales Bad Schwartau Feier-Tage in Stockelsdorf
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17:22 08.12.2015
Die Akrobatik-Gruppe des ATSV Stockelsdorf zeigt, wie „One World“ auch aussehen kann.  Quelle: Mertz
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Stockelsdorf

Es war Sabine Gall-Gratze von Anfang an wichtig gewesen: „Wir möchten nicht, dass die Ernennung hinter verschlossenen Türen stattfindet“, hatten sie und die anderen Mitglieder der Steuersgruppe stets betont. Die Öffentlichkeit sollte in jedem Fall daran teilhaben, wenn Stockelsdorf auch ganz offiziell zur Fair-Trade-Gemeinde gekürt wird (die LN berichteten).

Das ist geglückt: Gestern überreichte Manfred Holz, Ehrenbotschafter von Fair Trade Deutschland, Bürgermeisterin Brigitte Rahlf-Behrmann die Urkunde – und rund 60 Stockelsdorfer und Gäste applaudierten im neuen Sitzungssaal des Rathauses. Und dank der gläsernen Bauweise des Saals konnten auch zufällige Passanten nicht übersehen, dass dort gerade etwas Besonderes passiert.

Ab sofort darf sich Stockelsdorf Fair-Trade-Gemeinde nennen, ist damit die 386. Kommune in ganz Deutschland, die diesen Titel trägt. „In Ostholstein sind wir erst die zweite“, sagte Bürgermeisterin Brigitte Rahlf-Behrmann „wir hoffen natürlich, dass wir eine Vorbildfunktion im Kreis übernehmen.“ Stockelsdorf zeige sich weltoffen, „wir sehen die Probleme in der Welt und helfen mit, dass Menschen von ihrer Arbeit leben können“.

Denn darum geht es der Fair-Trade-Bewegung: Produkte wie Kaffee, Schokolade, Bananen oder Blumen sollen zu solchen Preisen gehandelt werden, dass auch die Produzenten in Afrika, Asien und Südamerika davon leben können. „Es geht nicht um Almosen, sondern um eine faire Chance“, so Bürgermeisterin Rahlf-Behrmann.
Auch Sabine Gall-Gratze, der „Motor der Initiative“, nutzte die Gelegenheit, den Gäste den fairen Gedanken näher zu bringen: „Die Fair-Trade-Bewegung hat sich von unten verbreitet dank weitgehend ehrenamtlicher Arbeit.“ Der Erfolg zeige, dass auch einzelne Menschen etwas verändern können. „Die Ausrede ,Man kann ja eh nichts tun’ gilt nicht“, so ihr Appell.

Manfred Holz, der die Urkunde überreichte, sagte: „Fair ist, nicht billig einzukaufen, wofür andere teuer bezahlen.“ Er erinnerte auch daran, dass die Auszeichnung kein Abschluss sei, sondern der Auftrag für weitere Aktivitäten. In zwei Jahren muss Stockelsdorf erneut auf den Prüfstand – und dann sogar noch fairer handeln als jetzt.

Viel Arbeit, die also weiterhin vor der Steuerungsgruppe liegt. Doch gestern war erstmal feiern angesagt. Mit einem Gläschen Sekt stießen die Fair-Trade-Kämpfer und die Gäste auf den Erfolg an. Steuerungsgruppenmitglied Manfred Beckmann guckte indes schon auf die Uhr. „Gleich beginnt meine Schicht am Fair-Trade-Stand auf dem Weihnachtsmarkt“, erklärte er. Denn nicht nur im, auch neben dem Rathaus wurde gefeiert: Auf dem Kirchenvorplatz steht an diesem Wochenende zum fünften Mal das Weihnachtsdorf. „Wir haben es geschafft, zur Tradition zu werden“, freute sich Angela Prühs vom Bürgerverein, der das Dorf alljährlich organisiert. Dieses Jahr gibt es sogar ein Karussell, auf dem Kinder kostenlos Runden drehen dürfen. „Das war immer mein Wunsch“, so Angela Prühs. Und auch für die Kurzweil der Großen ist dank zahlreicher Buden gesorgt. „Also feiern Sie gemeinsam, trinken Sie Punsch“, forderte Bürgervorsteher die Besucher auf, „und achten Sie nicht auf die Menge.“ Ilka Mertz

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