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Bad Schwartau „Feierabend“ für die Sondermülldeponie
Lokales Bad Schwartau „Feierabend“ für die Sondermülldeponie
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20:24 10.01.2017

Ende einer Ära: Die jahrzehntelang umstrittene Sondermülldeponie der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein im Rondeshagener Ortsteil Groß Weeden ist voll – aufgefüllt „bis unters Dach“. Am 23. Dezember 2016 kam der letzte Truck mit seiner „Last“, die er im eingehausten Polder Ia (insgesamt: 7) ablieferte. Seitdem ist Schluss. Silke Brandt und Norbert Quurk von der „Bürgervereinigung gegen die Giftmülldeponie Rondeshagen-Groß

Weeden“, Volker Peters, Vorsitzender des Deponie-Ausschusses im Amt Berkenthin, sowie Berkenthins Bürgermeister Michael Grönheim machten sich gestern ein Bild vom „Feierabend“ der Deponie.

In der 20000 Quadratmeter großen Halle von Polder Ia ist die „böse“ Unterlage bereits mit einer ersten Erdschicht bedeckt. Demnächt wird peu à peu die Stahlkonstruktion der Halle, des „Hauses“, das für Windstille innen und damit höchste Sicherheit vor umherfliegenden giftigen Stäuben sorgte, abgebaut. Sobald witterungsmäßig eine trockene Phase absehbar ist, werden die erforderlichen Rekultivierungsmaßnahmen mit weiterer Aufbringung von Erdschichten begonnen, so Hans-Joachim Berner, Geschäftsführer der Gesellschaft zur Beseitigung von Sonderabfällen (GBS) mit den gleichberechtigten Gesellschaftern Hamburg und Schleswig-Holstein.

Berner wirkt erleichtert. 2004/05 hatte er die Leitung der GBS und damit den Betrieb dieser Sondermülldeponie übernommen. „Pleiten, Pech und Pannen“, so Volker Peters von der Bürgerinitiative, hätten für ein beständig schmuddeliges Image der Deponie gesorgt, das Berner beharrlich aufzubessern trachtete. „Ich musste mir erst ein klares Bild machen, ehe ich an die Öffentlichkeit gehen konnte“, erklärt er seine langwährende Zurückhaltung, die in der Bevölkerung nicht für Vertrauen sorgte.

Nachdem die von ihm favorisierte Befeuchtungsanlage für Filterstäube 2007 und 2012 die beabsichtigte Anlieferung von Asbest-Material aus Hannover am massiven Widerstand der Anwohner und Kritiker scheiterten, wagte er den Schritt an die Öffentlichkeit. Mit wissenschaftlich fundierten Studienergebnissen überzeugte er die meisten Zweifler, dass „seine“ Deponie sicher sei.

„Was wir hier gemacht haben, lag weit über den gesetzlichen Anforderungen“, sagt er und meint damit die langfristig geplanten Sicherheitsvorkehrungen. „Wir haben damals rund sieben Millionen Mark investiert, um allein die Hallen über den Poldern zu bauen. Hätten wir das nicht gemacht, müssten wir heute dafür sorgen, dass das Sickerwasser kontinuierlich beseitigt würde – was schätzungsweise Kosten von 50 Millionen Euro verursacht hätte!“

Silke Brandt, Norbert Quurk und Volker Peters, Mitglieder der Bürgerinitiative, zeigen sich einigermaßen zufrieden mit den Maßnahmen. Trotzdem sehen sie in der nahezu einer Million Kubikmeter Sonderabfälle eine „gewaltige Hypothek“, die hier „bis zum Ende aller Tage“ liegen bleibe. Eine verantwortungsvolle Nachsorge sei unabdingbar – mit Überwachung und Instandhaltung der Einzäunung, regelmäßigen Messungen und Kontrollen sowie der Pflege des gesamten Areals. Die BI und der Deponieausschuss des Amtes würden daher weiter wachsam bleiben: „Der Deponiekörper darf auch in Zukunft niemals sich selbst überlassen werden!“ unk

LN

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