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Bad Schwartau Ferien-Halligalli in der Manege
Lokales Bad Schwartau Ferien-Halligalli in der Manege
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20:41 21.08.2017
Artistin Leni (11) aus Bad Schwartau zeigt ihr Können an den Gymnastikringen. Quelle: Fotos: Irene Burow
Bad Schwartau

„Wo sind die Spickzettel? Hast du die Banane?“ fragt die Projektleiterin Susanne Fleck-Simon hinter den Kulissen. Besonders beim Zirkusdirektor Paul (9) muss alles sitzen: Neben dem obligatorischen Frack und Hut auch die Choreografie. Große Aufregung herrscht hinter dem bunten Vorhang. Die Mädchen und Jungen sind bunt geschminkt. Der Auftritt rückt mit jeder Minute näher. Das Publikum füllt langsam die Ränge vor der Manege. Der Zirkus Roncalli hat echte Konkurrenz bekommen: Am Wochenende gastierte „Halli Galli“ in Bad Schwartau.

Zirkusvorführung lockte Publikum in die Grundschule Cleverbrück in Bad Schwartau.

Es gibt nur diese eine Vorstellung, umso wichtiger ist es also, dass alles klappt. Und es ist nicht irgendein Zirkus: 25 Kinder haben in nur einer Woche für diese Vorführung geübt. Und dann öffnet sich der Vorhang... Trommelwirbel.... „Liebe Leute, groß und klein, dick und dünn! Willkommen beim Zirkuuuuus Halliiii Galliii!“ – Paul sorgt für einen furiosen Auftaktapplaus. Der Anfang ist geschafft. Und er entschuldigt gleich zu Beginn: „Es tut uns leid, aber unsere Affen haben alle Durchfall“, erklärt der Direktor, man müsse sich schon mit speziellen Raubtieren begnügen. Mit dabei:

Das gelb-schwarz gestreifte „Schoßhündchen“, auch Tiger genannt, sowie die schmucke „Halskette“ – in Form einer Kuschelboa. Hervorragend dressiert.

Die Kinder sind zu echten Zauberern, Clowns und Artisten geworden. Sie schwingen an den Gymnastikringen über der Manege, zeigen reihenweise Saltos, fahren mit Einrädern und Waveboards, springen mit bis zu vier Personen beim Seilhüpfen und lassen ausdauernd die Hula-Hoop-Reifen kreisen. Die Magier bringen das Publikum zum Staunen: Aus kurzen Stofffetzen werden auf einmal lange Seidentücher, ein Luftballon hält einer großen Nadel stand und Trinkbecher bleiben selbst auf der schmalen Kante einer Skatkarte stehen. Eine Banane dient den drei Moderatoren als Zwischenmahlzeit: Wie durch Zauberei ist diese in nur einer Sekunde in drei gleichgroße Stücke zerteilt.

Der „schusselige“ Zirkusdirektor ist zwischenzeitlich mit seinen eigenen Vorführungen so beschäftigt, er überlässt lieber der Zauberin Mya (9) und Artistin Leni (11) die Ansagen zwischen den Kunststücken. Sie retten damit die Show, auf Frauen ist eben Verlass. Das gilt auch für das Personal hinter den Kulissen, die Tontechnikerinnen und Kulissenbauerinnen meistern ihr Handwerk in der Turnhalle der Cleverbrücker Grundschule mit Bravour. „Wir haben die ganze Woche geübt“, sagt Leni. Und das Training hat sich ausgezahlt. So sehr die Presse auch nachhakt, eines haben die Teilnehmer in ihrem zarten Alter auf jeden Fall in dieser Ferienwoche gelernt: Dass man Zaubertricks auf gar keinen Fall verrät. Für alles jedoch haben selbst sie keine Lösung: „Wir üben noch den Zaubertrick für besseres Ferienwetter“, erklärt Mya, und die Amateurkünstler ernten viel Beifall für diesen tollen Auftritt.

„Es war aufregend und spannend, was wir alles gelernt haben“, erklärt Paul. „Nicht jeder lernt in so kurzer Zeit zu turnen oder auf dem Einrad zu fahren.“ Und das gilt für Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren. „Das schöne an dem Projekt ist, dass die Teilnehmer nicht unbedingt die deutsche Sprache dafür können müssen“, sagt Birte Engels-Rettig, die in Bad Schwartau die Kinder- und Jugendarbeit koordiniert. Den Kinderzirkus Halli-Galli gibt es schon seit vielen Jahren; er ist mittlerweile fester Bestandteil des Bad Schwartauer Ferienpasses. Finanziell wird er unterstützt vom Stadtjugendring und dem Kreis Ostholstein.

Hier kann jeder eine Fähigkeiten einbringen, aber auch an neuen Aufgaben wachsen. Durch das tägliche dreistündige Training werden die Kinder nach einer Woche zu kleinen Zirkus-Spezialisten. Sie jonglieren, lernen diverse Kunststücke, scherzen als Clowns oder verwandeln sich in wilde Tiere. Und so werden schüchterne Schulkinder zu gefährlichen Raubkatzen oder selbstbewussten Akrobaten.

„Obwohl ich das seit über 20 Jahren mache – in jedem Jahr ist die Vorstellung eine andere“, so Projektleiterin Susanne Fleck-Simon. Und für die Kids ist der Auftritt in der Manege auf alle Fälle ein Höhepunkt.

Irene Burow

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