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Bad Schwartau Feuer zerstört Haus: Hanfplantage abgebrannt
Lokales Bad Schwartau Feuer zerstört Haus: Hanfplantage abgebrannt
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22:34 04.12.2017
Quelle: Holger Kröger
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Bad Schwartau

24 Stunden später läuft Ubbo Heeren durch seinen Garten in der Heinrichstraße und sammelt immer wieder kleine Späne auf – Fetzen der Eternit-Platten, mit denen das Haus in der Rantzauallee gedämmt war. 

Quelle: Holger Kröger

Eine gute Isolierung, aber eine enorme Herausforderung für die Feuerwehr. „Darunter hat sich die Hitze gesammelt, so dass es viel zu heiß für einen Innenangriff war“, erklärt Gemeindewehrführer Lars Wellmann. Die Einsatzkräfte der Bad Schwartauer Wehren mussten sich dem Feuer also von außen nähern. Doch auch das gestaltete sich überaus schwierig: Die stabilen Eternit-Platten platzten in der großen Hitze, „das hat geknallt wie Feuerwerk“, so Lars Wellmann.

Und auch die Fenster zu öffnen, erwies sich als überaus kompliziert: „Die Scheiben konnten wir zerschlagen, aber von innen waren Platten davorgeschraubt“, berichtet Lars Wellmann. Nur mit brachialer Gewalt sei es möglich gewesen, diese zu zerstören, um löschen zu können. Immer wieder versuchten die Feuerwehrleute also auch, durch das Haus zum Brandherd im Dachgeschoss zu gelangen, „aber das war extremst gefährlich“, so Wellmann. Das Feuer habe sich im Dachgeschoss rasend schnell ausgebreitet, der Fußboden stürzte ein, dadurch fiel das Feuer auch ins erste Obergeschoss.

Die jungen Eltern, die dort mit ihrer vierjährigen Tochter lebten, konnten sich gerade noch ins Freie retten – allerdings mit nicht viel mehr als den Sachen, die sie am Körper trugen, und ihren Pässen. Zwei Katzen sind seit der Brandnacht verschwunden. Jetzt sind die Flammen zwar gelöscht, doch das Haus darf nicht betreten werden. „Tatort“ steht auf einem orangefarbenen Siegel an der Haustür, „Ist beschlagnahmt“ auf einem anderen. Der Bereich vor dem Haus, in dem im Erdgeschoss ein Getränkemarkt ist, ist mit Flatterband abgesperrt, ebenso der Privatweg, der Rantzauallee und Heinrichstraße verbindet. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen, um die Brandursache zu klären.

Zumal es einige Ungereimtheiten gibt: Eigentlich sind in dem Haus fünf Personen gemeldet gewesen. Drei Personen haben im ersten Obergeschoss gelebt. Auch das Dachgeschoss war vermietet, „der war aber selten da“, sagt nicht nur Ubbo Heeren. Die Wohnung war zwar vermietet, sei aber weniger bewohnt als genutzt worden, formulieren es andere. Nach LN-Informationen soll sich dort eine Hanf-Plantage befunden haben.

Die Polizei will sich dazu aus ermittlungstaktischen Gründen nicht äußern. „Beamte der Kriminalpolizei Bad Schwartau haben die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen“, heißt es in einer gestern veröffentlichten Pressemitteilung. Fest steht, dass das Haus durch die Hitzeentwicklung, das Feuer und das Löschwasser nicht mehr bewohnbar ist, die genaue Schadenshöhe steht noch nicht fest. „Es wird von einem wirtschaftlichen Totalschaden ausgegangen“, teilte die Polizei mit.

Ubbo Heeren und seine Frau Helga sind mit dem Schrecken davon gekommen. Ihr Haus, in dem sie seit acht Jahren leben, hat keinen Schaden erlitten. Sie werden die Eternit-Reste aufsammeln und einige Glassplitter wegfegen. Auch Lars Wellmann und seine Kameraden hoffen jetzt auf einige ruhige Tage. Die Ausrüstung muss gesäubert werden.

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