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Bad Schwartau Feuerwehr Stockelsdorf in Not: Der nächste Wehrführer wirft hin
Lokales Bad Schwartau Feuerwehr Stockelsdorf in Not: Der nächste Wehrführer wirft hin
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09:21 10.06.2017
Im Februar 2016 setzte sich Dennis Wichelmann bei der Wahl zum Wehrführer in einer Kampfabstimmung nur knapp durch. Jetzt hat er seinen Rücktritt eingereicht. Quelle: Fotos: S. Prey
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Stockelsdorf

Bei der Freiwilligen Feuerwehr Stockelsdorf ist Feuer unterm Dach. Nach nicht einmal 18 Monaten im Amt als Wehrführer schmeißt Dennis Wichelmann vorzeitig das Handtuch. Mitte dieser Woche hat Wichelmann sein Rücktrittsgesuch bei Bürgermeisterin Brigitte Rahlf-Behrmann eingereicht.

Nach knapp 18 Monaten im Amt hat Dennis Wichelmann sein Rücktrittsgesuch eingereicht.

Die Wehr

127 Mitglieder, davon 56 Aktive, hatte die Wehr Stockelsdorf Ende 2016. Diese Wehr wurde im vergangenen Jahr zu 114 Einsätzen gerufen.

Seinen Rückzug begründet Wichelmann offiziell mit „rein persönlichen und familiären Gründen“. Doch das dürfte vermutlich nur die halbe Wahrheit sein – durch die Reihen der Stockelsdorfer Wehr scheint ein Riss zu gehen. Der Vorgänger von Dennis Wichelmann, Marc Meinke, war ebenfalls offiziell aus persönlichen Gründen nach nur zwei Jahren im Wehrführeramt zurückgetreten. Kontinuität an der Spitze einer Wehr sieht anders aus. Materielle oder technische Defizite können nicht die Ursache sein. Denn – und das betonen die Wehrführer aller elf Wehren der Gemeinde immer wieder – die Gemeinde investiert regelmäßig in Fahrzeuge und Ausstattung. Und in Kürze beginnt der Bau des topmodernen Feuerwehrgerätehauses am Bohnrader Weg. Das ist das neue drei Millionen Euro teure Domizil für die Wehr Stockelsdorf. Die perspektivischen Rahmenbedingungen für diese Wehr sind also bestens. Und trotzdem brodelt es.

Selbst für Gemeindewehrführer Günter Volgmann ist die Suche nach der Wahrheit „ein bisschen wie Stochern im Nebel. Bei der Wehr Stockelsdorf hat mich die Leitung bei allem extremst außen vorgelassen“, sagt Volgmann, der erklärt, dass er sich dennoch ein Bild aufgrund eigener Recherchen mache. Fakt sei, so Volgmann, bei allen anderen Wehren in der Gemeinde läuft alles, „nur mit der Wehr Stockelsdorf gibt es Stress“. Dass es in jüngerer Vergangenheit bereits Übertritte von Mitgliedern der Wehr Stockelsdorf zur Wehr Mori gegeben haben soll, dieses Gerücht sei auch schon bei Volgmann angekommen.

Der Frust bei den Mitgliedern der Stockelsdorfer Wehr ist offensichtlich groß. Deutlich zutage getreten ist dieser bei der jüngsten Jahresversammlung, als bei den Berichten über Einsatzzahlen im Vergleich mit der Wehr Mori sich die Wehr Stockelsdorf benachteiligt sah. „Die denken, Mori wird bevorzugt alarmiert“, sagt Volgmann, „aber das stimmt nicht, ich habe mir sämtliche Zahlen von der Einsatzleitstelle geben lassen und alles abgeglichen. Die Anschuldigungen gegen Mori und auch die Zahlen, die als Argumente genommen wurden, sind falsch.“ Lediglich bei zwei Einsätzen in 2016 „hätte man darüber diskutieren können, ob man Stockelsdorf neben Mori auch alarmiert“, sagt Volgmann, „aber mehr auch nicht.“ Es sei alles korrekt gelaufen.

Aus Sicht Volgmanns ist der Frust der Wehr Stockelsdorf „eine historisch gewachsene Geschichte, die über 20 Jahre alt ist“. Damals, so erzählt Volgmann, habe es auch Stress gegeben. In der Folge verständigten sich die Führer beider Wehren, der damalige Bürgermeister, die Gemeindewehrführung und andere Vertreter auf eine Vereinbarung: Die Feuerwehr Mori kommt schwerpunktmäßig bei der Brandbekämpfung und die Stockelsdorf Wehr vorrangig bei technischen Hilfeleistungen zum Einsatz. „Und diese Vereinbarung besteht bis heute“, sagt Volgmann, „und wenn es sich um einen Brandeinsatz, bei dem Leben in Gefahr ist, handelt, dann wird neben Mori immer Stockelsdorf mit alarmiert.“

Bürgermeisterin Rahlf-Behrmann ist indes von der Stockelsdorfer Feuerwehr weiter überzeugt: „Die Wehr ist stark genug, zwei Wechsel an der Führungsspitze innerhalb weniger Jahre zu verkraften.“

Doreen Dankert

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