Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Bad Schwartau Flüchtlingscontainer im Wohngebiet: Anwohner in Sorge
Lokales Bad Schwartau Flüchtlingscontainer im Wohngebiet: Anwohner in Sorge
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:09 18.04.2016
Rund 40 Anwohner der Max-Hamerich-Straße äußern beim Ortstermin ihre Bedenken. Quelle: Fotos: Doreen Dankert

Auch wenn die aktuellen Zahlen der in Deutschland ankommenden Flüchtlinge rückläufig sind, so ist das Thema nach wie vor in der Diskussion — und an mancher Stelle sogar besonders heftig. So wie bei den Anwohnern der Max-Hamerich-Straße in Stockelsdorf, wo Container für bis zu 64 Flüchtlinge aufgestellt werden sollen.

Zur Galerie
Die SPD Stockelsdorf hat in der Max-Hamerich-Straße zu einem Ortstermin geladen — In der Sackgasse sollen bis zu 64 Migranten untergebracht werden.

Ein großer Teil der Anwohner dieser Straße war in der jüngeren Vergangenheit immer bei öffentlichen Sitzungen vertreten, um in der Bürgerfragestunde die Bedenken in Bezug auf die Relation der rund 40 Anwohner dieser Straße zu den geplanten 64 Flüchtlingen zu äußern. Jetzt haben die Sozialdemokraten zu einem Ortstermin geladen, um die Fläche für die Container zum einen selbst in Augenschein zu nehmen und zum anderen, um mit den Anwohnern ins Gespräch zu kommen.

Zunächst einmal monierten die Anwohner dieser Sackgassenlage die Informationspolitik der Verwaltung. Durch eine Probebohrung, mit der die Tragfähigkeit des Untergrundes festgestellt werden sollte, habe man von den Plänen der Containeraufstellung auf dem Bolzplatz erfahren, so Anwohner Jörg Wolters. Hier stellte sich der SPD-Ortsvorsitzende Ralf Labeit allerdings vor Bürgermeisterin Brigitte Rahlf-Behrmann (parteilos): „Ich habe eigentlich keinen Grund, sie zu verteidigen“, so Labeit, „aber die Bürgermeisterin macht eigentlich eine gute Informationspolitik“. Zugleich räumte Labeit aber auch ein, dass es sinnvoll sei, diesen Bolzplatz zu erhalten.

Auf der anderen Seite müsse die Gemeinde aber Unterbringungsmöglichkeiten für Migranten, die künftig kommen werden, schaffen. Der Tenor der Anwohner war, statt dieser Sackgassenlage weiter entfernte Unterbringungsmöglichkeiten auf den Dorfschaften in Betracht zu ziehen. Ein Fahrrad als flexibles Fortbewegungsmittel sei „absolut zumutbar“. Auch in puncto Sicherheit — gerade auch nach den Vorfällen in der jüngeren Vergangenheit — äußerten die Anwohner ihre Sorgen. „Ja“, so Renate Hecht, „wir machen uns sehr wohl Gedanken um unsere Sicherheit“. Und zugleich kündigte die Anwohnerin an, „dass wir nicht locker lassen werden“. Man sei immer davon ausgegangen, dass die Gemeindevertreter auch die Interessen der Bürger vertreten würden.

Labeit notierte sich die Einwände und Gegenvorschläge der Bürger. Ein Gegenvorschlag war, die Container am Bohnrader Weg auf die Fläche zu stellen, wo einmal das Gebäude für die Feuerwehr entstehen soll.

Aktuelle Zahlen

Deutlich weniger Flüchtlinge als erwartet sind bislang in diesem Jahr in Stockelsdorf angekommen, so Hauptamtsleiter Axel Kerbstadt. Bis zum 31. März 2016 sind 31 Flüchtlinge in Stockelsdorf angekommen. „Gerechnet haben wir aber mit doppelt so vielen“, so Axel Kerbstadt. Insgesamt rechne man aber damit, dass in diesem Jahr mindestens so viele Flüchtlinge unterzubringen seien wie 2015. „Zur Zeit gibt es aber keine verlässliche Prognose, die das Land uns nennt“, so Kerbstadt. Man gehe intern aber wieder von steigenden Zahlen aus. Deswegen werden alle Bauprojekte inklusive Containerplätze soweit vorangetrieben, dass eine Baugenehmigung vorliegt.

Von Doreen Dankert

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige