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Bad Schwartau Flüchtlingszahlen halbiert: Wohnsituation entspannt sich
Lokales Bad Schwartau Flüchtlingszahlen halbiert: Wohnsituation entspannt sich
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20:50 22.04.2016
„Die Zuweisungszahlen haben sich halbiert, aber das kann auch wieder kippen.“ Bürgermeisterin Brigitte Rahlf-Behrmann

Wenn auf der Tagesordnung eines Ausschusses in Stockelsdorf das Thema Unterbringung von Flüchtlingen steht, dann darf man damit rechnen, dass die Sitzgelegenheiten für Bürger, die speziell an diesem Thema interessiert sind, kaum ausreichen. Das war auch bei der jüngsten Hauptausschusssitzung so, zu der sehr viele Anwohner der Max-Hamerich-Straße kamen. Der Bolzplatz in dieser Straße soll zum Stellplatz für Wohncontainer für bis zu 64 Flüchtlinge werden — das ist der Plan. Und dieser Plan stößt auf Widerstand (die LN berichteten).

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Die Gemeinde Stockelsdorf hat neue Zuweisungszahlen bekommen — Wohnraum ist aktuell ausreichend vorhanden — Politiker setzen dennoch auf Container als Notfalllösung.

Man sei dort nicht gegen Flüchtlinge, aber 64 seien zu viel, so der Tenor der Anwohner. Und Anwohnerin Renate Hecht erklärte im Rahmen der Bürgersprechstunde an die Adresse von Politik und Verwaltung etwas gereizt, aber ziemlich klar: „Wir werden 64 Flüchtlinge nicht mittragen, das sagen wir ganz deutlich. Wir werden dann andere Wege gehen.“

Dem Hauptausschussvorsitzenden Andreas Gurth (CDU) gelang es jedoch, ein bisschen Dampf aus dem Kessel zu nehmen. „Wir machen uns das Leben nicht leicht als Gemeindevertreter“, so Gurth, „und Sie können sich darauf verlassen, dass wir Sie auch mit einbeziehen“. Gurth erklärte, dass niemand mit der Container-Lösung glücklich sei — vor allem auch deshalb, weil eine solche Anlage für 64 Personen mit rund 1,5 Millionen Euro verhältnismäßig teuer sei.

Rolf Dohse von den Grünen sagte, dass jede Konzentration von Flüchtlingen schwierig sei, betonte aber auch, dass die Container-Lösung „ein Notfallplan ist“ für den Fall, dass man die der Gemeinde Stockelsdorf zugewiesenen Flüchtlinge nicht in dem vorhandenen Wohnraum unterbringen kann. Und möglicherweise kann das auch gelingen. Die aktuelle Entwicklung der Zuweisungszahlen lässt darauf hoffen. „Die Zuweisungszahlen haben sich halbiert“, erklärte Bürgermeisterin Brigitte Rahlf-Behrmann (parteilos).

Für dieses Jahr müsse sich der Kreis Ostholstein statt auf 4000 nur noch auf 2000 Flüchtlinge einstellen. Für Stockelsdorf bedeutet das, dass man nicht mehr mit 340 Flüchtlingen rechnen muss in diesem Jahr, sondern nur noch mit 170. Einige davon sind schon da, so dass bis zum Jahresende noch etwa 125 Personen unterzubringen seien. „Die Lage hat sich entspannt“, so Bürgermeisterin Rahlf-Behrmann, „und die aktuellen Zahlen wurden nach unten korrigiert, aber das kann sich auch ganz schnell wieder ändern. Denn keiner weiß, wie sich die Flüchtlingssituation künftig entwickelt“.

Derzeit gebe es 59 freie Wohnplätze in Stockelsdorf, ein großer Teil davon in privat angemieteten Wohnungen. „Für die aktuelle Zuweisungsquote ist im Moment genug Wohnraum vorhanden“, so die Verwaltungschefin. Und sie sagte auch, man habe noch weiteren privaten Wohnraum in Aussicht.

Dennoch will man in Stockelsdorf mit der Option von Wohncontainern vorbereitet sein, falls der Flüchtlingsstrom wieder ansteigt. Deshalb soll die Container-Option in der Rudolf-Diesel-Straße, am Eichenweg und in der Max-Hamerich-Straße bis zur Baugenehmigung vorangetrieben werden. „Wir empfehlen ja nicht“, so Bauamtsleiter Dieter Rodewald, „jetzt aktuell loszulegen, sondern abzuwarten“.

Einstimmig wurde beschlossen, die Container-Pläne bis zur Baugenehmigung voranzutreiben. Mitte Mai soll die Genehmigung vorliegen, die dann im Notfall ein paar Monate Zeit sparen soll.

Von Doreen Dankert

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