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Bad Schwartau Forsa-Umfrage: 84 Prozent der Bad Schwartauer sind für Ikea
Lokales Bad Schwartau Forsa-Umfrage: 84 Prozent der Bad Schwartauer sind für Ikea
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11:38 08.01.2013
Grünes Licht für Ikea? Die Bad Schwartauer Bürger sind laut einer Umfrage für das Kaufhaus der Schweden. Quelle: von Zastrow

Klares Votum aus Bad Schwartau: Die Bürger wollen Ikea. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage, die der schwedische Möbelriese beim Meinungsforschungsinstitut Forsa in Auftrag gegeben hat. Forsa hat 500 Bad Schwartauer zum Großprojekt im benachbarten Lübeck-Dänischburg befragt. Ikea plant, dort Ende 2013/Anfang 2014 ein Einrichtungshaus, einen Baumarkt und ein skandinavisches Einkaufszentrum zu eröffnen – mit 60 000 Quadratmetern Verkaufsfläche. Vor allem Bad Schwartau kritisiert den Bau des Einkaufszentrums und fürchtet das Sterben der Innenstadt. Die Politiker überlegen, deshalb Klage einzureichen.

Laut Forsa beurteilen die Bürger in Bad Schwartau das Einkaufszentrum aber anders: 84 Prozent sehen es als „eher gut“ an, nur elf Prozent beurteilen es als „eher schlecht“. 77 Prozent der Befragten sprechen sich gegen eine Klage aus und sind der Ansicht, dass die Politiker anders mit dem Thema umgehen sollten. Nur 15 Prozent halten es für richtig, gegen die geplante Shopping-Meile zu klagen. Die Befürchtungen, dass die Innenstädte in der Region durch das Einkaufszentrum leiden, halten 65 Prozent für übertrieben, 31 Prozent teilen sie.

Der schwedische Möbelkonzern sieht sich in seiner Ansicht bestätigt. „Das Ergebnis zeigt uns, dass die meisten Menschen in Bad Schwartau unser Vorhaben positiv bewerten“, freut sich Rainer Bastians, Geschäftsführer von Inter Ikea Centre Deutschland. „Erste Mietverträge sind bereits unterzeichnet“, so Bastians. Wie mit der Familie Meineke, dem Betreiber des Bad Schwartauer Edeka Nord. „Die Umfrage gibt dem Projekt Rückenwind“, so Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe (SPD). Er hofft, dass die Politik in Bad Schwartau dem „weisen Ratschlag ihrer Bürger folgt und auf eine Klage verzichtet“. Auch Lübecks Wirtschaftsenator Sven Schindler (SPD) setzt darauf, dass die Studie die Politiker darin bestärkt, umzuschwenken.

In Bad Schwartau bröckelt die Front gegen Ikea bereits massiv. „Bei einer Klage werden wir einen Bürgerentscheid initiieren“, fährt Uwe Beckmann (SPD) aus Bad Schwartau schweres Geschütz auf. Die Politik sei dazu da, für die Menschen in der Stadt zu entscheiden „und nicht für einen Teil der Einzelhändler, die den Wettbewerb scheuen“. „Wir hoffen inständig, dass die Stadt von einer Klage absieht“, sagt auch Christina Rux, Vorsitzende der Interessengemeinschaft Lübecker Straße (IGLS).

Die andere Wirtschaftsvereinigung – die Aktivgruppe Handel und Gewerbe Bad Schwartau (AHG) – lässt sich hingegen von der Umfrage nicht beeindrucken und setzt auf eine Klage. „Wir halten daran fest, dass es ein Normenkontrollverfahren geben muss“, sagt der Vorsitzende Henrik Nibbe.

Bad Schwartaus Bürgermeister Gerd Schuberth (CDU) will das Gutachten dazu abwarten, das Anfang September im Bauausschuss vorgestellt wird. „Wenn das Ergebnis so ist, dass das Einkaufszentrum die Funktionsfähigkeit unserer Innenstadt gefährdet, ist es quasi unsere Pflicht, dagegen zu klagen“, so Schuberth. Die Entscheidung darüber werde die Politik treffen. Schuberth ist von dem Ergebnis der Forsa-Umfrage nicht überrascht. Ikea habe sie bezahlt, so Schuberth. „Wenn man Auftraggeber ist, will man auch das entsprechende Ergebnis haben.“

Josephine von Zastrow und Sebastian Prey

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