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Bad Schwartau Friedensgipfel der Feuerwehren
Lokales Bad Schwartau Friedensgipfel der Feuerwehren
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21:23 24.08.2017
Teilnehmer in den Gesprächen: stellv. Kreiswehrführer Michael Hasselmann (v.l.), Gruppenführer Wehr Stockelsdorf Claus Meinke, Roland Becker, stellv. Ortswehrführer der Wehr Stockelsdorf, stellv. Gemeindewehrführer Mathias Fock, Bürgermeisterin Brigitte Rahlf-Behrmann, Ordnungsamtsleiter Michael Henk, Gruppenführer Wehr Mori Oliver Kray, Ortswehrführer Mori Björn Schlieter, Gemeindewehrführer Günter Volgmann und Kreiswehrführer Thorsten Plath. Quelle: Hfr

Monatelang hat es zwischen den Feuerwehren Mori und Stockelsdorf gebrodelt. Der schwelende „Brand“ wurde jetzt gelöscht. Im Rahmen eines Friedensgipfels mit der Gemeindewehrführung und der Verwaltung soll der Konflikt nach vielen Gesprächen endgültig vom Tisch sein.

Termin für Wahl

Ein neuer Wehrführer für die Freiwillige Feuerwehr Stockelsdorf wird am Freitag, 8. September, gewählt. Die Wahlversammlung beginnt um 19 Uhr in den Räumen im Bäckergang 4.

„Das Kriegsbeil ist begraben“, bestätigt Björn Schlieter, Wehrführer der Wehr Mori. Ausgelöst wurde der Streit der Wehren durch heftige Anschuldigungen. Die Stockelsdorfer Wehr fühlte sich bei den Alarmierungen benachteiligt und unterstellte der Wehr Mori, mit frisierten Zahlen bei der Personalstärke zu arbeiten, um mehr Einsätze zu bekommen. In dem Zusammenhang wurde auch Gemeindewehrführer Günter Volgmann heftig attackiert. Die Vorwürfe hat der kommissarische Wehrführer Roland Becker, der seit dem überraschenden Rücktritt von Dennis Wichelmann im Juni die Führung innehat, jetzt zurückgenommen. Nicht nur das: Becker hat sich auch im Namen der Stockelsdorfer Kameraden entschuldigt.

In einer abschließenden Erklärung zum Ende der Gespräche, an denen unter anderem Vertreter der Kreiswehrführung und Bürgermeisterin Brigitte Rahlf-Behrmann teilnahmen, heißt es, „dass die Äußerungen von Mitgliedern der Wehr Stockelsdorf nicht korrekt und daher völlig unangebracht“ seien. „Objektiv betrachtet, erklärt der stellvertretende Gemeindewehrführer Mathias Fock, „sind alle Einsätze der Wehren korrekt abgelaufen“. Die von Mori gemeldeten Einsatzzahlen seien von mehreren Institutionen rückwirkend auf Richtigkeit geprüft worden. „Und wie sich gezeigt hat, war alles korrekt“, betont Schlieter. „Wir als Wehr Mori haben nun mal die Manpower und wir sind gut aufgestellt.“ Dass die Zahlen von Mori, die von der Wehr Stockelsdorf angezweifelt worden waren, „richtig sind“, hatte vor Kurzem auch Gemeindewehrführer Günter Volgmann gegenüber den LN bestätigt.

Dennoch wird künftig der Einsatz der beiden Wehren in Stockelsdorf anders organisiert. „Eines steht bei allem aber fest“, erklärt Mathias Fock, „ein Ort von der Größe wie Stockelsdorf braucht zwei voneinander unabhängige Feuerwehrstandorte. Das hat auch die Analyse der Kreisfeuerwehr ergeben“.

Künftig wird es einen Nord- und einen Süd-Bereich geben in Stockelsdorf. Wo genau die Grenzlinie entlanggeht, stehe noch nicht ganz fest, so Fock. Das Konzept sei am Mittwochabend fertiggestellt worden. Um das Feintuning und die Machbarkeitsprüfung kümmern sich jetzt der Kreisfeuerwehrverband und die Einsatzleitstelle.

Und so sieht die Einigung der Wehren aus: Für den Norden ist künftig die Wehr Stockelsdorf zuständig, für den Süden die Wehr Mori. Fock schätzt, dass etwa in einem Monat der neue Nord-Süd-Einsatzplan umgesetzt wird. In der Vergangenheit war es so, dass die beiden Wehren nach ihren Spezialisierungsschwerpunkten zum Einsatz gerufen wurden. Bei Bränden war die erste Adresse die Wehr Mori, bei technischen Hilfeleistungen war es die Wehr Stockelsdorf. Bei Kleinbränden wurde bislang ausschließlich die Wehr Mori gerufen – egal, wo im Ort.

Mit der neuen Alarm- und Ausrückeordnung kommt künftig also auch wieder die Wehr Stockelsdorf bei Kleinbränden zum Zuge, wenn diese in ihrem Gebiet, also im Norden von Stockelsdorf, passieren.

Infolgedessen muss aller Wahrscheinlichkeit nach künftig die Wehr Mori insgesamt zu weniger Kleinbränden ausrücken. Handelt es sich um Brände, bei denen Personen in Gefahr sind oder um mittlere und große Brände, dann werden immer beide Wehren alarmiert. So war das auch in der Vergangenheit. „Grundsätzlich muss jede Wehr alles können und bei Feuer und technischer Hilfeleistung einsetzbar sein“, sagt Mathias Fock, „und das kann auch jede Wehr“.

Björn Schlieter sagt, er könne gut leben mit dem neuen Plan. „Am wichtigsten ist, dass dieser Streit mit den Anschuldigungen jetzt vom Tisch ist.“

 Doreen Dankert

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