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Bad Schwartau Frühstück mit den Kandidaten für Berlin
Lokales Bad Schwartau Frühstück mit den Kandidaten für Berlin
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21:19 04.09.2013
Siegfried Müller (v.re.) vom Seniorenbeirat hat die Politiker immer im Blick: Ingo Gädechens, Bettina Hagedorn, Marlies Fritzen, Bernd Buchholz und Uta Karin Kohlmorgen. Quelle: Fotos: Doreen Dankert

Wenn der Seniorenbeirat zum monatlichen Frühstück einlädt, dann kommen sie besonders gern — die Politiker. Erst recht, wenn gerade die heiße Phase des Wahlkampfs läuft.

Daher nutzen gestern fünf Spitzenkandidaten des Wahlkreises Ostholstein die Chance, um bei über 100 Stockelsdorfer Senioren um die Gunst der Wählerstimme zu ringen.

Siegfried Müller, der Seniorenbeiratsvorsitzende, begrüßt Gäste und Politiker und legt gleich die Spielregeln fest: Jeder hat sieben Minuten Zeit, sich und seine Themen vorzustellen, anschließend haben die Senioren Gelegenheit, Fragen direkt an die Politiker zu stellen. Wer anfangen darf und in welcher Reihenfolge es weitergeht, entscheidet das Los.

Ingo Gädechens (CDU), der Berufssoldat von der Insel Fehmarn, der schon seit 2009 im Bundestag sitzt, darf zuerst reden. Gädechens verrät, dass er eine angeborene Farbschwäche habe „und Rot und Grün nicht unterscheiden kann“ und scherzt, „das ist aber nicht der Grund, warum ich später in die CDU eingetreten bin“.

Das Los mit der Nummer zwei zieht an diesem Tag Uta Karin Kohlmorgen, von Beruf Altentherapeutin, von den Linken. Sie sagt ganz klar, was sie denkt („Reichtum ist teilbar.“) und was sie will:

„Abschaffung von Hartz IV und bedingungslose Grundsicherung.“

Bettina Hagedorn (SPD) ist die nächste am Pult, an dem sie nunmehr zum vierten Mal steht seit 2002, denn so lange ist die gelernte Goldschmiedin schon Mitglied im Bundestag. Hagedorn steht für eine Abschaffung des Betreuungsgeldes, mehr Investitionen in Kitas und Schulen und für eine höhere Steuer für Einkommen ab 100 000 Euro.

Die studierte Historikerin Marlies Fritzen, die seit 2009 für Bündnis 90/Die Grünen im Kieler Landtag sitzt, will jetzt nach Berlin. Wichtige Themen sind für sie die Windenergie und die Agrarwende.

In Sachen Bodenbelastung und Massentierhaltung „müssen wir dringend gegensteuern“, sagt sie. Aber man brauche auch eine bessere Bildung. „50 000 Schüler pro Jahr verlassen in Deutschland die Schule ohne Abschluss — das ist unfassbar!“, so Fritzen.

Bernd Buchholz (FDP) ist zwar zuletzt an der Reihe, dafür ist der Medienexperten der Erste, der vor dem Pult ohne Mikrofon spricht und trotzdem bestens von allen zu verstehen ist. Buchholz, der bis vor einem Jahr Vorstandsvorsitzender beim Verlag Gruner+Jahr in Hamburg war, wechselt als Newcomer deshalb in die Politik, weil er mithelfen wolle, den Wohlstand in Deutschland zu sichern. „Es geht uns gut in Deutschland, wenn man sich mal umschaut in der Welt“, so Buchholz, „und das soll auch so bleiben, aber dafür müssen wir was tun. Wohlstand kommt nicht von alleine.“ Steuererhöhungen seien für Buchholz nicht der richtige Weg, „das würde die Konjunktur abschwächen“.

Dann sind die Senioren dran. Es kommen Fragen zu möglichen Koalitionen, zu steigenden Strompreisen und sogar zum in Stockelsdorf inzwischen leidigen Thema Straßenausbaubeitragssatzung. Letztere wird allerdings von den jeweiligen Kommunen geregelt, nicht von Berlin aus. Das wird bei dieser Gelegenheit klargestellt von den Politikern. Insofern ist dieses informelle Seniorenfrühstück für manch einen Gast eine kleine Lektion in Sachen politische Zuständigkeiten.

Der Schlusstenor der Senioren: Diese Veranstaltung war informativ, unterhaltsam und auf keinen Fall langweilig.

„Und gehen Sie bitte alle zur Wahl am 22. September.“ Dazu fordert Till Niemeyer vom Seniorenbeirat alle Anwesenden auf, bevor sie den Heimweg antreten.

Doreen Dankert

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