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Frühstück mit den Verwaltungschefs

Bad Schwartau/Stockelsdorf Frühstück mit den Verwaltungschefs

Seniorenbeiräte in Stockelsdorf und Bad Schwartau organisierten gestern Treffen bei Kaffee, Tee und Brötchen mit Brigitte Rahlf-Behrmann und Gerd Schuberth.

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Heidemarie Jüngling folgt in dem Beirat auf den Posten von Till Niemeyer.

Quelle: Fotos: Ibu

Bad Schwartau/Stockelsdorf. Das Frühstück mit älteren Bürgern der Stadt in der Seniorenresidenz Geertz ist für Bürgermeister Gerd Schuberth schon ein gesetzter Termin. In lockerer Atmosphäre plaudert der Verwaltungschef dann über die Dinge, die die Stadt aktuell bewegen – Platanen, Hinterlandanbindung oder über die Beziehungen zu den Partnerstädten. Gestern ist Schuberth aber wesentlich mehr gefordert. Für seinen Bericht hat er tief in seinen Unterlagen gekramt. „Ich habe alle meine Reden zu den Neujahrsempfängen durchgearbeitet“, verrät Schuberth den knapp 50 Zuhörern. Der 63-Jährige nutzt die Gelegenheit, um sich mit einer ausführlichen Rückschau auf die 14 Jahre seiner Amtszeit von den Senioren zu verabschieden. Im August geht Schuberth in den Ruhestand. Dr. Uwe Brinkmann übernimmt dann die Geschäfte im Rathaus. Binnen 50 Minuten arbeitet Schuberth im „Schweinsgalopp“ seine Dienstzeit ab.

LN-Bild

Seniorenbeiräte in Stockelsdorf und Bad Schwartau organisierten gestern Treffen bei Kaffee, Tee und Brötchen mit Brigitte Rahlf-Behrmann und Gerd Schuberth.

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Schuberth erinnert an die Erfolge (unter anderem Mensen fürs GaM und die ESG, Ausbau der Verladesstraße, Entwicklung des Gewerbegebiets Langenfelde Nord, Eröffnung des P1-Centers, Start des City-Umbaus und vieles mehr), aber auch an Niederlagen. „Persönlich ganz bitter war für mich die Niederlage bei der NDR-Stadtwette“, erzählt Schuberth. Zur Erheiterung der Gäste erinnert er an sein eher unschönes Blockflötenspiel als Strafe. Er macht auch keinen Hehl daraus, dass ihn unter anderem die Entwicklung des Amtsgerichts als Lagerstätte für Akten, der Weggang der Cewe-Betriebsstätte und die Schließungen der Försterei und der Sprachheilschule nicht gepasst haben. Am Ende zieht Schuberth aber auch ein positives Fazit für seine Amtszeit. „Wir haben in der Zeit keine Kredite aufgenommen, weder Grund- noch Gewerbesteuern erhöht und die Stadt verfügt weiter über liquide Mittel in zweistelliger Millionenhöhe. Das ist der Fundus, den ich meinem Nachfolger übergeben kann“, erklärt Schuberth, der sich auf seinen Ruhestand freut. „Die letzten Monate waren nicht gerade vergnügungssteuerpflichtig. Der Wahlkampf verlief nicht schön, obwohl ich gar nicht zur Wahl gestanden habe“, sagt Schuberth, der zum Abschied von Seniorenbeirat Hans-Dieter Saegling noch etwas Marzipan als Dankeschön überreicht bekommt.

Der ausführliche Bericht aus Bad Schwartau hat die Eheleute Ursula und Uwe Nissen besonders gefreut. „Wir wohnen erst seit einem Jahr hier. Jetzt wissen wir, was in den letzten 14 Jahren in der Stadt alles passiert ist“, so der 79-Jährige, der früher selbst als Bürgermeister in Niedersachsen gearbeitet hat.

In Stockelsdorf ist es zwar „nur“ ein Jahr, das Bürgermeisterin Brigitte Rahlf-Behrmann zeitgleich resümiert, dennoch gibt es in dieser Zeit genug Stoff zum Diskutieren: So begleitet die Planung der 380kV-Leitung die Gemeindepolitik wie ein roter Faden. „Stockelsdorf ist stark betroffen“, macht die Bürgermeisterin noch einmal klar und zeigt, wo die Trasse entlangführen wird. Das neue große Umspannwerk bei Pohnsdorf werde zehn Hektar umfassen. Schon allein deshalb sei Stockelsdorf bei allen Leitungsvarianten betroffen gewesen. Wichtig ist auch: Die Freileitung bis Arfrade und Krumbeck wird zwei Jahre lang neben der bereits bestehenden 220kV-Leitung stehen. Diese wird erst abgebaut, wenn alles läuft. Inklusive Ahrensbök sind zudem 20 Windräder geplant. „Das ist schon ein Windpark“, sagt Rahlf-Behrmann. Das Land suche weiter nach Flächen, doch „wir möchten nicht noch mehr, wir haben unseren Beitrag zur Energiewende erfüllt“, betont die Verwaltungschefin.

„Noch heftiger haben uns die Flüchtlinge beschäftigt“, sagt sie. Eine Bürgerinitiative habe sich gegründet und glücklicherweise habe sich die Lage momentan entspannt. „Wir werden die Container als erstes abschaffen. Es ist die teuerste, die unmenschlichste und die am wenigsten integrativste Lösung.“ Freude herrscht im vergangenen Jahr über die Einweihung des Rathausanbaus. „Es ist war immerhin das größte Bauvorhaben während meiner Amtszeit, die immerhin schon 18 Jahre andauert“, sagt sie. Für 1,4 Millionen Euro sind zudem die zwei Kunstrasenplätze in Betrieb genommen worden. Das bedeutet, dass der Sportplatz im Herrengarten mittelfristig aufgegeben wird. Das gesamte Areal soll neu gestaltet werden. Nach den Sommerferien soll im Detail beraten werden, wieviel Geld dafür zur Verfügung gestellt werden kann. In Planung ist außerdem die Umgestaltung des Schulhofes der Erich-Kästner-Schule und der Gerhard-Hilgendorf-Schule.

Neues Mitglied im Seniorenbeirat

Im Stockelsdorfer Seniorenbeirat ist die Nachwahl für den Posten von Till Niemeyer vollzogen: Gestern ist Heide-Marie Jüngling (73) einstimmig gewählt worden. „Ich werde nicht in die Fußstapfen von ihm treten“, sagte sie schmunzelnd. Sie hatte sich zur Verfügung gestellt, da sich niemand anderes aus der Gemeinde zur Wahl gestellt hatte. Aus diesem Grund übernimmt sie das Ehrenamt zunächst auch nur für ein Jahr. Niemeyer ist wehmütig verabschiedet worden. Er wird in der Gemeinde fehlen, da sind sich alle einig. „In über acht Jahren gemeinsamer Arbeit hat er viele Fahrten organisiert und drei Auflagen des Seniorenwegweisers auf den Weg gebracht“, sagte der Vorsitzende des Beirats, Siegfried Müller. „Er war ein einsatzfreudiger und tatkräftiger Stellvertreter mit Sachverstand, ein verlässlicher Partner“, so Müller. Für den endgültigen Abschied zitierte er Hermann Hesse: „Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe/Bereit zum Abschied sein und Neubeginne/Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern/In andre, neue Bindungen zu geben. Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne/Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.“

Till Niemeyer zieht es in die Nähe seiner Familie nach Kellinghusen. „Es war eine schöne Zeit, für die ich mich bedanken möchte“, sagte er und machte deutlich, dass Stockelsdorf ein lebenswerter Ort sei. Auch Bürgermeisterin Brigitte Rahlf-Behrmann lobte seine Arbeit: „Ich habe seine Meinung immer geschätzt, auch wenn sie kritisch war. Er hat sie immer sachlich und kompetent vorgetragen.“ Die Arbeit, mit der sie ihn am meisten in Verbindung bringt, ist der Stockelsdorfer Lotsendienst. „Er hat erkannt, wo es Bedarf gibt. Nun haben wir etwas, womit wir Vorreiter sind im Land. Und das ist Ihrem Engagement zu verdanken“.

Ibu I. Burow und S. Prey

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