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Bad Schwartau Fünf Bewerber für das Bürgermeisteramt
Lokales Bad Schwartau Fünf Bewerber für das Bürgermeisteramt
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20:12 11.03.2016
Moderatorin Andrea Schwabe (Mitte) mit den Kandidaten Ellen Brümmer, Uwe Brinkmann, Gerd Radisch und Michael Neese (v. l.). Krankheitsbedingt fehlte der WBS-Bewerber Steffen Dannenberg. Quelle: S. Prey

Fünf Kandidaten wollen in Bad Schwartau Bürgermeister werden. Den Bewerbern stehen anstrengende Wochen ins Haus. Bis zum Wahltag am 24. April werden Ellen Brümmer (CDU), Steffen Dannenberg (WBS), Michael Neese und Gerd Radisch (beide parteilos) sowie der von der SPD unterstützte parteilose Kandidat Dr. Uwe Brinkmann von einer Versammlung zur nächsten jagen. Dabei geht es vor allen Dingen auch darum, sich inhaltlich zu unterscheiden. Dass das nicht ganz einfach ist, wurde jetzt beim Kandidaten-Duell auf Einladung des Umweltbeirats im Rathaus deutlich. Knapp 40 Besucher verfolgten das zweieinhalbstündige Bewerbertreffen, das ohne Steffen Dannenberg stattfinden musste. Der WBS-Mann lag krank im Bett.

Bei den vorgegebenen Themen Fahrradnutzung, Kurpark, Schwartauwiesen, Baumschutzsatzung, Nachverdichtung, Heilbad oder auch Klimabündnis wurden nur kleine Unterschiede deutlich. Alle Kandidaten treten für ein gutes Miteinander zwischen Fußgängern und Radfahrern ein, machen sich für eine bessere Pflege des Kurparks stark, wollen den Heilbad-Status nicht gefährden und sehen in Sachen Nachverdichtung den Bedarf die Belange aller abzuwägen, um sowohl den Menschen, der Natur als auch der Wirtschaft gerecht zu werden.

Für Spannung im Wahlkampf dürfte viel mehr die Herangehensweise der Bewerber, die ganz unterschiedliche Profile haben, sein. Moderatorin Andrea Schwabe: „Trotz gleicher Fragen haben sich die Kandidaten individuell präsentiert.“ Und in der Tat wurden Unterschiede deutlich. Der Regierungsdirektor Uwe Brinkmann, der einzige Kandidat, der nicht aus Bad Schwartau kommt, verwies mehrfach auf seine Verwaltungserfahrung und seiner Ausbildung als Volljurist. Entsprechend sprach er sich auch deutlich für eine Baumschutzsatzung aus. „Dann gibt es klare Regeln und geordnete Verfahren“, erklärte Brinkmann, der sich selbstbewusst und wortgewandt verkaufte.

Kandidat Neese bewarb sich als etwas anderer Bürgermeister, der auf die Menschen zugeht und auch ehrenamtliches Engagement einfordern will. „Warum soll es nicht auch gemeinsame Pflanz- und Pflegeaktionen geben?“, fragte Neese.

Gerd Radisch verkaufte sich als sportlich, radelnder und zupackender Kandidat. Immer, wenn die ausgewogene Moderatorin Schwabe oder ein Zuhörer eine Frage stellte und keiner sofort das Wort ergriff, preschte Radisch vor. Auch beim heiklen Thema personelle Ausstattung des Baubetriebshofs. „Für mich ist der Baubetriebshof zu stark ausgedünnt. Kleinere Arbeiten und Pflegemaßnahmen sollten schon mit dem eigenen Personal möglich sein“, so Radisch.

Abwägend präsentierte sich die einzige Frau in der Runde. Ellen Brümmer, die ihre Statements mit wesentlich mehr Fachwissen unterfütterte. Sie warb dafür, die Verwaltung zu einem Motor für Veränderungsprozesse zu machen. Allerdings tat sich Brümmer im Vergleich zu ihren Mitbewerbern schwer, klare Ansagen zu machen. Während Radisch, Neese und auch Brinkmann sich durchaus Tempo 30 auf allen Straßen in Bad Schwartau vorstellen könnten, wägte Brümmer ab. „Das kann man so pauschal nicht befürworten. Dafür sind Modellrechnungen wie im jetzigen Verkehrsentwicklungsplan notwendig. Durch Tempo 30 könnte auch Ausweichverkehr entstehen, den keiner so haben möchte“, argumentierte Brümmer, die ganz am Ende das sagte, was jeder Zuhörer erwartet hatte. „Selbstverständlich werde ich mich auch überall für Tempo 30 einsetzen, wo Menschen gefährdet sind. Das ist doch gar keine Frage.“

Vorstellungsrunde am 21. März

8 Minuten hat der Gemeindewahlausschuss gestern Nachmittag getagt. Alle fünf Bewerbungen seien fristgerecht eingegangen, teilte der Gemeindewahlleiter mit. „Bei den Vorprüfungen gab es keine Beanstandungen“, so Hans-Peter Toll. Entsprechend einstimmig wurde von den Ausschussmitgliedern die Zulassung der fünf Kandidaten zur Bürgermeisterwahl genehmigt. Auf dem Wahlzettel am Sonntag, 24. April, stehen die Einzelbewerber Michael Neese und Gerd Radisch sowie die von den Parteien nominierten Kandidaten Steffen Dannenberg (WBS), Ellen Brümmer (CDU) und Dr. Uwe Brinkmann (SPD).

Eine öffentliche Kandidaten-Vorstellungsrunde organisiert die Verwaltung. Die Veranstaltung findet am Montag, 21. März, ab 19 Uhr in der Krummlandhalle statt. Die Moderation übernimmt Jochen von Allwörden (Vorstand Städteverband Schleswig-Holstein).

Von Sebastian Prey

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