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Bad Schwartau Gasleck in der Dorfstraße: Hunderte saßen in der Schule fest
Lokales Bad Schwartau Gasleck in der Dorfstraße: Hunderte saßen in der Schule fest
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00:00 07.01.2011
Stundenlang dauerte die Suche nach dem Leck in der Erdgas-Hauptleitung in der Dorfstraße. Am Abend begannen dann Bagger, den Asphalt aufzureißen. Foto: Tim Jelonnek Quelle: ln
Ostholstein

Stockelsdorf – Etwa 80 Stockelsdorfer Häuser sind gestern Nachmittag nach einem Gasalarm in der Dorfstraße evakuiert worden. Die Bewohner wurden in der Erich- Kästner-Schule untergebracht. Bis zum späten Abend dauerte die Suche nach dem Leck in einer Hauptversorgungsleitung an.

Es begann eigentlich recht harmlos. Am frühen Nachmittag hatte ein Passant Gasgeruch auf der Kreuzung Dorfstraße/Eichenweg/Bohnrader Weg bemerkt und die Rettungsleitstelle benachrichtigt. Die alarmierte die Gemeindewerke Stockelsdorf. Sofort machten sich mehrere Trupps in die Dorfstraße auf und begannen mit Bohrungen nach der undichten Leitung tief unterhalb der Fahrbahndecke.

Das erwies sich als schwierig. Als in einem Kanalschacht eine erhebliche Gas-Konzentration festgestellt wurde, rief Gemeindewehrführer Peter Dornheim den gemeinsamen Gefahrgut-Trupp der Wehren Bad Schwartau und Stockelsdorf. Diese Feuerwehrmänner analysierten die Menge – und gaben dann Alarm. Nach Angaben Dornheims strömte das Gas auch in die Abwasserleitungen und hätte so auch in die umliegenden Häuser gelangen können. Sofort wurde in diesen Gebäuden der Strom abgeschaltet. Dann ließ Einsatzleiter Dornheim alle umliegenden Häuser in der Dorfstraße, im Eichenweg, im Bohnrader Weg und Ravenshörn in etwa 100 Meter Luftlinie evakuieren. Die Dorfstraße wurde von der Ahrensböker Straße und ab Einmündung Herrengartenweg gesperrt.

Feuerwehrmänner und -frauen benachrichtigten die jeweiligen Bewohner. „Alle zeigten Verständnis“, sagte Dornheim. Peter Jürgs aus dem Ravenshörn: „Ich wollte mir gerade einen Kaffee zubereiten, als ich gebeten wurden, mein Haus zu verlassen.“ Wie auch Manfred Jaeger aus der Dorfstraße, der den Abend später im Gewölbekeller des Herrenhauses mit Bekannten verbrachte: „Wenn das unser aller Sicherheit dient, ist das in Ordnung.“

Die meisten der etwa 100 Menschen wurden in der Erich-Kästner-Grundschule in der Dorfstraße untergebracht. DRK-Helfer kümmerten sich um die Evakuierten. Zudem wurde jeder Bewohner mit einer Nummer genau registriert.

Währenddessen wurde mit Hochdruck am Leck weitergearbeitet. Als feststand, dass nur Spezialgerät eingesetzt werden konnte, forderte Dornheim von den Lübecker Stadtwerken eine Saugglocke an. Damit sollte das Gas aus dem Schacht abgesaugt werden, so dass dann ohne Explosionsgefahr gegraben werden konnte. Aus diesem Grund wurde auch in den betroffenen Häusern durch Techniker der Eon der Strom abgeschaltet.

Sicherheitsmaßnahmen auch am Einsatzort: Nur so genannte EX-Geräte, die keine elektrischen Funken abgeben und so auch keine Explosion auslösen können, wurden eingesetzt. Die Stromversorgung erfolgte durch weit entfernte Aggregate. Gegen 18 Uhr begannen die Ausschachtungsarbeiten mit einem Bagger. Etwa eine Stunde später traf ein zweites Gerät ein, um an einer anderen Stelle den Boden auszuheben.

In der Zwischenzeit unterrichtete Bürgermeisterin Brigitte Rahlf- Behrmann in der Erich-Kästner- Schule ständig die Anwohner, die mittlerweile auch mit Essen und Getränken versorgt worden waren. „Wir hoffen, dass Sie gegen 22 Uhr in Ihre Häuser zurückkehren können.“ Am Ende war es eine Stunde früher soweit, um 21.10 Uhr konnten alle Menschen in ihre Häuser zurückkehren.

Matthias Makovec

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