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Bad Schwartau Gedenken hilft, Frieden zu bewahren
Lokales Bad Schwartau Gedenken hilft, Frieden zu bewahren
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18:12 14.11.2016

/Stockelsdorf. Vor dem großen Ehrenmal halten zwei Soldaten Wache. Leuchtendes Laub fällt von den Bäumen. Der Posaunenchor Rensefeld spielt „Großer Gott, wir loben dich“. Bürgervorsteherin Birgit Clemens und Bürgermeister Uwe Brinkmann schreiten über den „Gedächtnishof“ am Ehrenhain. An der Gedenksäule legt Bad Schwartaus Führungsspitze einen Kranz nieder. Oberstleutnant Claus Slembeck folgt mit zwei Kameraden, und für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge tragen Generalmajor a.D. Ernst Lissina und Hans-Peter Toll einen blumigen Gruß zum Ehrenmal für die Opfer des Ersten Weltkrieges. Es folgen Vertreter von Parteien, Vereinen, Feuerwehr und aus den Partnerstädten Czaplinek (Polen) und Villmoisson-sur-Orge (Frankreich) und legen weitere Kränze am Gedenkstein für die vielen Toten nieder.

Dass Vertreter aus den Partnerstädten gekommen sind, sei ein „schönes Zeichen“, erklärt Bürgermeister Uwe Brinkmann zuvor bei der Gedenkstunde im Feuerwehrhaus Fünfhausen. „Am Volkstrauertag gedenken wir nicht nur den Toten und Opfern der Kriege. Es ist auch ein Tag der stillen Freude und Dankbarkeit, dass wir seit mehr als 60 Jahren in Frieden und Freiheit leben dürfen“, so Brinkmann. Daran erinnert auch Dr. Hubertus Stellmacher in seiner Festansprache. Der ehemalige Schulleiter des Leibniz-Gymnasiums: „Jeder ist eingeladen und die Teilnahme ist frei. Niemand ist ausgeschlossen und niemand ist zu der Teilnahme verpflichtet. Das war nicht immer so.“ Der Volkstrauertag sei auch in früheren Zeiten missbraucht worden. „Das Volk sollte aus der gemeinsamen Trauer heraus angestachelt und befähigt werden, die Schmach eines ,entwürdigenden’ Friedens zu beseitigen und erneut Krieg zu führen“, so Stellmacher mit Blick in die Zeit der Weimarer Republik. Und auch später bei den Nationalsozialisten sei das Totengedenken nicht das ursprüngliche Leitziel gewesen, sondern vielmehr das Heldengedenken. Der Blick zurück in die Geschichte sei somit notwendig, um Frieden zu bewahren. Neben der Trauer um die Menschen gehe es auch um die Trauer darüber, was Menschen getan haben. Stellmacher: „Das begangene Unrecht muss benannt werden, auch schuldhafte Verstrickungen. Es ist der erste Schritt, die unselige Spirale der Gewalt zu durchbrechen. Auch das kommt in unserem Totengedenken zum Ausdruck.“

Auch in der Gemeinde Stockelsdorf gibt es zeitgleich feierliche Kranzniederlegungen zum Volkstrauertag. Bürgermeisterin Brigitte Rahlf-Behrmann und Bürgervorsteher Harald Werner sind aber nicht nur im Ortszentrum unterwegs. An den Mahnmalen in Klein Parin, Malkendorf, Pohnsdorf, Horsdorf, Arfrade und Obernwohlde legen sie im Beisein von zahlreichen Bürgern Kränze nieder. „Es ist gut, dass so viele Menschen sich an allen Orten an die Opfer von Gewalt und Krieg erinnern“, so Bürgermeisterin Rahlf-Behrmann am Gedenkstein von Klein Parin. Bürgervorsteher Harald Werner warnt angesichts von Terror, Krieg und Flüchtlingsbewegungen: „Frieden in Europa ist im 21. Jahrhundert ein höchst fragiles Gut. Ihn zu wahren und zu verteidigen, ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Das Ehrenmal, an dem wir heute am Volkstrauertag unsere Kränze niederlegen, soll uns eine eindringliche Mahnung sein: Lassen wir nicht zu, dass Gewalt oder gar Krieg jemals wieder Mittel der politischen Auseinandersetzung werden!“

Sebastian Prey

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