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Bad Schwartau Gelebte Integration: Eine Halle und 20 Nationen
Lokales Bad Schwartau Gelebte Integration: Eine Halle und 20 Nationen
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20:18 10.09.2013
Ivie Bello-Osagie und Anna Dogs konnten den Besuchern alles über Tansania erzählen Quelle: Fotos: Flemming Witt

Bad Schwartau — „Hey, Moment mal! Hallo!“ Der Text aus dem musikalischen Vortrag der Schülerinnen und Schüler aus der Grundschule Bad Schwartau fasst den Grundgedanken des Interkulturellen Tages gut zusammen. Nicht mehr aneinander vorbeigehen, sondern gezielte Kommunikation zwischen den Kulturen suchen. „Über Integration wird immer viel geredet, aber getan wird viel zu wenig“, eröffnete Torsten Hardt, Schulleiter der Elisabeth-Selbert-Gemeinschaftsschule, die Veranstaltung in der Krummlandhalle. Ab 10.30 Uhr war der Interkulturelle Tag vor allem für Schulklassen geöffnet, die nach dem Schulleiter auch von Bürgermeister Gerd Schuberth begrüßt wurden. „Ihr seid die Zukunft der Integration“, so Schuberth, der sich im Anschluss an jedem der aufgebauten Stände über ein anderes Land informierte.

Knapp 20 solcher Stände wurden von den Schülerinnen und Schülern verschiedener Schulen in der Krummlandhalle erstellt, ein jeder mit Informationen, Bildern und vielem mehr. Anke Piezunka , Sonderpädagogin und Angestellte an der Schule, versucht sich am Australien-Stand daran, auf einem Didgeridoo zu spielen. Der erste Versuch bleibt zwar erfolglos, aber Piezunka nimmt es lachend hin und beim zweiten Mal klappt es tatsächlich. „Um die Töne zu variieren, muss man mal mehr und mal weniger Luft verwenden“, erfährt Piezunka aus einem Informationsbuch. Direkt gegenüber werden an einem französisch dekorierten Tisch Crêpes verkauft und nur zwei Schritte weiter lässt sich türkischer Tee erwerben. Sogar einen deutschen Stand gibt es in der großen Halle. Hier müssen bei einem Quiz unter anderem Fragen wie „Was ist die Leibspeise der Kanzlerin?“ beantwortet werden. Die interkulturelle Erfahrung, die noch über Dänemark, Schweden, Polen, Tansania und andere Stände geht, wird abgerundet durch als Straßenkinder verkleidete Schüler, die durch die Besucher ziehend Geld für Straßenkinder in Bolivien und Peru sammeln.

In der Mensa der Elisabeth-Selbert-Gemeinschaftsschule geht es derweil kulinarisch hoch her. Viele Eltern der integrativen Schule helfen dabei, für ihr Heimatland typische Gerichte zuzubereiten und zu verkaufen. An den Tischen sitzt unter anderem Alima Ramasan, die seit April mit ihren vier Kindern in Deutschland ist. Da sie kein Deutsch spricht und in ihrer Position kein Sprachkurs vom Staat gefördert wird, hat sich Thomas Brandt von der Awo dazu bereiterklärt, die Familie Ramasan zu unterstützen. Er erledigt Behördengänge und trifft sich ein- bis zweimal in der Woche mit der Familie in ihrer Wohnung. „Es ist unglaublich wichtig, dass die Ausländer integriert werden“, betont Brandt. „Sonst besteht die Gefahr, dass zum Beispiel die Familie Ramasan wieder zurück nach Afghanistan ins Kriegsgebiet geschickt wird.“ Den Kindern fällt die Integration zwar leichter, aber auch sie stehen vor Herausforderungen. Nach den Sprachkursen, die sie in der Schule belegen können, findet der ganz normale Unterricht auf Deutsch statt. Da können sie nicht immer direkt folgen. „Vor dem Hintergrund der Integration ist das also eine tolle Veranstaltung, die hier auf die Beine gestellt wurde.

Birgit Clemens, Kreisfachberaterin der DAZ-Zentren (Deutsch als Zweitsprache) und eine der Hauptorganisatoren des Interkulturellen Tages, zeigt sich ebenfalls zufrieden. „Der größte Dank gebührt natürlich den Schülern“, so Clemens. „Es war zwar eine anstrengende Arbeit, aber wenn man etwas gerne mit anderen zusammen macht, kommt am Ende immer etwas Schönes dabei heraus.“

Flemming Witt

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