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Bad Schwartau Geschäftsleute in Sorge: Lübecker Straße verwaist
Lokales Bad Schwartau Geschäftsleute in Sorge: Lübecker Straße verwaist
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20:25 18.10.2013
Kaum etwas los: Nicht nur die Bänke in der Lübecker Straße in Bad Schwartau sind verwaist, auch viele Ladenlokale stehen leer. Quelle: Fotos: Kessing

Verwaist stehen die vier Holzbänke in der Lübecker Straße in Höhe der Auguststraße in Bad Schwartau da. Laub liegt auf dem dunklen, nassen Holz. Selbst wenn das Herbstwetter nicht gerade einladend ist — die ungenutzten Sitzmöglichkeiten scheinen Symbolcharakter zu haben. Besonders im unteren Teil der Lübecker Straße Richtung Markt ist kaum ein Mensch unterwegs, Geschäfte stehen leer. „Wir sind umgezogen“ oder „Wir betreuen Sie direkt und nicht mehr im Innenstadtbüro“, steht auf Schildern, die an vielen Türen hängen. Seit kurzem informiert auch ein solches Schild am Rewe-Markt: „Bitte benutzen Sie unseren Eingang über die Markttwiete“ steht dort — der Hinterausgang zur Lübecker Straße bleibt nach dem Umbau geschlossen.

Ein Trend, der den ansässigen Geschäftsleuten große Sorgen macht. Die Attraktivität der Einkaufsstraße „fördert das natürlich nicht“, sagt Christina Rux, Vorsitzende der Interessengemeinschaft Lübecker Straße (IGLS). Schon für Rossmann hätte sie sich einen zweiten Eingang in der Lübecker Straße gewünscht — dass mit Rewe nun auch der Nachbar nur noch eine Rückwand präsentiert, sei „sehr schade“. Der Leerstand in der Straße sei ohnehin schon ziemlich hoch, so Rux, viele Kaufleute seien bereits abgewandert. Wenn es so weitergehe, blieben bald nur noch die Dienstleister, prognostiziert die IGLS-Vorsitzende, „der Einzelhandel wird immer weniger“.

Auch bei der Stadt bezeichnet man die aktuelle Entwicklung als „bedauerlich“. „Natürlich haben wir keinerlei Interesse daran, die Lübecker Straße ,ausbluten‘ zu lassen“, betont Bad Schwartaus stellvertretende Bauamtsleiterin Sonja Ziemann-Sieg. Auf den jüngsten Umbau habe man jedoch keinerlei Einfluss gehabt, erklärt sie, „für diese Umgestaltung musste nicht einmal ein Bauantrag gestellt werden“. Ohnehin habe die Stadt „keinerlei rechtliche Grundlage, um einem Laden zwei Eingänge vorzuschreiben“. Lediglich ein Notausgang zur Lübecker Straße müsse da sein — und den gebe es.

Tobias Zöllner vom Optik-Geschäft „Guck mal“ sieht sich nach dem Umbau in seiner Entscheidung bestätigt: Er ist mit seiner Filiale vom früheren Standort gegenüber dem Rewe-Markt ein paar Meter weiter in den oberen Bereich der Lübecker Straße gezogen. „Der Leerstand ist hier oben geringer“, so Zöllner.

Auf dem Straßenabschnitt Richtung Marktplatz prägen inzwischen vor allem Dienstleister das Bild, vom Versicherer übers Copy- und Druckgeschäft bis hin zur Apotheke und zum Friseur.

Einkaufsmöglichkeiten gibt es hier nur wenige.

Anja Hardell bezeichnet diesen Abschnitt gar als „tot“. „Das ist traurig“, so die Goldschmiedin. Sie fürchtet, dass auswärtige Besucher vom Markt aus gar nicht weitergehen und sehen würden, dass es oben noch schöne Geschäfte gibt. „Oft sind hier sonnabends nur zwei, drei Leute unterwegs.“ Sie würde sich wünschen, dass die Vermieter der leerstehenden Ladengeschäfte verantwortungsvoll mit diesen umgehen, „dass sich nicht nur bestimmte Branchen die Mieten leisten können, sondern auch Einzelhändler eine Chance haben“. Außerdem „sollte die Stadt die Besitzer anhalten, die Fronten der leerstehenden Räumlichkeiten besser zu pflegen und alte Werbung abzunehmen“, fordert Hardell.

„Die Markttwiete scheint bevorzugt, die Lübecker Straße ist außen vor“, glaubt Tobias Zöllner. „Es muss alles zusammen gut angebunden sein“, findet er. Andrea Westphal von „Anderlei Grün“ sieht das ähnlich. Sie hofft, dass die Leerstände in der Lübecker Straße bald wieder aufgehoben sind und sich vor allem Einzelhändler in den Räumen niederlassen. Ihr großer Wunsch: „Es wäre schön, wenn es wieder belebter wird.“

Britta Kessing und Jennifer Binder

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