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Bad Schwartau Geschichten voller Farben und kunstvolle Gebilde aus Holz
Lokales Bad Schwartau Geschichten voller Farben und kunstvolle Gebilde aus Holz
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21:59 12.01.2018
Premiere für Elisabeth Wicher-Borgmann: Die 67-jährige Künstlerin stellt erstmals auch Bilder aus. Quelle: Fotos: S. Prey
Bad Schwartau

Elisabeth Wicher-Borgmann hat viel zu erzählen. Ihre Bilder und Skulpturen sind entsprechend voller Geschichten. Auf einem abstrakt gehaltenen Bild zeigt sie eine Nonne und zwei junge Mädchen. Das eine Mädchen springt aus dem Fenster – in den Tod. „Das andere Mädchen bin ich“, sagt Elisabeth Wicher-Borgmann. Trauer soll bei dieser Darstellung nicht aufkommen. Im Gegenteil. Das Bild trägt den Titel „Hoffnung“. „Ich hoffe, dass es meiner Freundin, dort wo sie jetzt ist, wieder besser geht“, sagt Elisabeth Wicher-Borgmann. Und so ist das Bild überwiegend in hellen Pastelltönen gehalten.

Farbenfrohe Bilder und spannende Objekte aus Holz präsentiert Elisabeth Wicher-Borgmann seit Freitag im Asklepios Gesundheitszentrum. Um die 40 Kunstwerke stellt die Künstlerin aus Eckhorst dort bis Anfang März aus. Es ist die erste größere Schau der 67-Jährigen.

Ebenfalls freundlich gehalten ist ein Bild von einer jungen Frau, die auf einer Wolke sitzt und ihr Leben Revue passieren lässt. Das Werk trägt den Titel „Rückblick“ und wird für 390 Euro zum Kauf angeboten. „Von dem Bild könnte ich mich aber nur sehr schwer trennen“, sagt Elisabeth Wicher-Borgmann, die früher als Pharma-Referentin gearbeitet hat. Im Gesundheitszentrum stellt sie zum ersten Mal auch Bilder aus. Bislang war die 67-Jährige eher mit ihren Gebilden aus Holz in der Öffentlichkeit präsent.

Seit rund acht Jahren ist Elisabeth Wicher-Borgmann der Kunst verfallen. „Sie beschäftigt sich praktisch ständig damit“, bestätigt auch Ehemann Pierre mit einem Lächeln. So hält Elisabeth Wicher-Borgmann bei jedem Ausflug oder Spaziergang Ausschau nach Besonderheiten. Im Auto hat sie Schaufel und Säge immer dabei, um spannende und herrenlose Wurzeln zur Bearbeitung mit nach Hause zu nehmen.

Bis vor zwei Jahren beschäftigte sich die 67-Jährige ausschließlich mit bizarren Wurzelgebilden. Da ihr dafür in den langen Wintermonaten aber eine geeignete Werkstatt fehlte, probierte sich Elisabeth Wicher-Borgmann mit der Malerei aus. „Ich habe mir alles selbst beigebracht“, berichtet die Künstlerin, die auch Mitglied im Förderverein Bildene Kunst Ostholstein ist. Stoff, Holz, Steine und Federn verarbeitet sie auf ihren fast durchgängig farbenfrohen Acrylbildern. „Ich bin manchmal selbst erstaunt, was am Ende herauskommt“, sagt Elisabeth Wicher-Borgmann, die mit ihren zum Teil fast schrillen Bildern einen Kontrapunkt zu den hölzernen Wurzelgebilden setzt.

Die Themen und Geschichten, die sie mit ihrer Kunst verbindet, sind teilweise etwas düster. Doch Elisabeth Wicher-Borgmann versucht mit ihren Kunstwerken, auch den schwierigen Momenten und Situationen etwas Positives abzugewinnen. Möglicherweise sind das aber auch Erfahrungen, die sie selbst gemacht hat. So erkrankte sie vor einigen Jahren an Krebs, entdeckte ihre Liebe zur Kunst und zu ihrem Mann, den sie bei einer Reha kennenlernte.

 Von Sebastian Prey

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