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Bad Schwartau Turbo-Internet: Breitband-Aktion startet diese Woche in Ratekau
Lokales Bad Schwartau Turbo-Internet: Breitband-Aktion startet diese Woche in Ratekau
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14:08 07.02.2019
Werben  für Breitband-Aktion in der Gemeinde Ratekau: Torsten Hindenburg, ZVO-Geschäftsbereichsleiter Breitband (v.li.), Verwaltungsmitarbeiterin Ilka Böhm, Bürgermeister Thomas Keller und TNG-Partnermanagerin Simona Schumacher.   Quelle: Doreen Dankert
Ratekau

Noch gibt es sie, diese weißen Flecken, in der Gemeinde Ratekau und auch anderen Gebieten des Kreises mit ländlicher Prägung. Diese weißen Flecken sind Breitband-Wüste. Eine Schnecken-Geschwindigkeit auf der Datenautobahn ist das gemeinsame Merkmal aller weißen Flecken. Aber nicht mehr lange. In Ratekau sollen diese weißen Flecken bis 2020 verschwunden sein. Das ist das erklärte Ziel von Bürgermeister Thomas Keller (parteilos), der verkündet, dass in dieser Woche die Breitband-Aktion starten soll mit der Verteilung von Informationsmaterial in den betroffenen Gebieten. Rund 600 Haushalte in verschiedenen Orten, Ortsteilen und sogar einzelnen Straßenzügen von Ratekau selbst sind betroffen von diesem Mangel an Breitband-Anbindung. Die Dörfer Häven, Wilmsdorf, Gramersdorf, Ruppersdorf und Hobbersdorf sind komplett weiß, sagt Bürgermeister Keller. Dazu kommen Bereiche in Pansdorf, Techau, Kreuzkamp und „große Teile von Warnsdorf und Ovendorf und Außenlagen von Ratekau selbst“.

Bis 2020 könnten die genannten Bereiche auf Turbo-Breitband-Geschwindigkeit katapultiert werden. Vorausgesetzt, dass 60 Prozent der betroffenen Haushalte das Angebot wahrnehmen und einen Vertrag mit dem Internetanbieter TNG aus Kiel abschließen. Diese Firma hat sich der Zweckverband Ostholstein (ZVO) als Partner zur Realisierung des Breitband-Projektes in Ostholstein ins Boot geholt. Als einigermaßen gut versorgt mit Internet gilt ein Anschluss für den Privatgebrauch mit einer Download-Geschwindigkeit von 30 Mbit/s. In den weißen Flecken sind nicht selten 5 Mbit/s aktuell das Maximum. Mit dem neuen Glasfaserkabel, das der ZVO bis ans jeweilige Haus verlegen lässt, und dem Basisanschluss von TNG, ist Surfen künftig mit 50 Mbit/s möglich. Wer will, kann aber auch mit deutlich mehr Tempo unterwegs sein. „Das schnelle Glasfaser macht das möglich“, erklärt Torsten Hindenburg, ZVO-Geschäftsbereichsleiter Breitband. TNG bietet auch Verträge für 300 Mbi/s, 500 Mbit/s und sogar ein Paket mit einem schwindelerregenden Turbo-Tempo von einem Gigabit pro Sekunde Downloadgeschwindigkeit. Einen Spielfilm runterzuladen, würde dann nur noch wenige Sekunden dauern. Wer das mit 5 Mbit/s versucht, muss mindestens 24 Stunden Geduld haben. Das ist der Unterschied zwischen jetzt und wie es bald sein könnte in den weißen Flecken von Ratekau. Für den Bürger ist der Anschluss bis ins Haus – sofern dieser den Vertrag innerhalb der Vorvermarktungsphase vom 25. Februar bis 7. April 2019 abschließt – kostenlos. Bei Verträgen, die nach dem Aktionszeitraum abgeschlossen werden, fallen Hindenburg zufolge Hausanschlusskosten von 980 Euro zuzüglich eventueller Tiefbaukosten an.

Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit muss eine Beteiligungsquote von 60 Prozent erreicht werden. In Ratekau, aber auch in 28 weiteren Kommunen des Kreises, die noch über weiße Flecken verfügen und diesen jetzt wie Ratekau den Kampf angesagt haben.

„Es handelt sich bei diesen Gebieten um unterversorgte Bereiche“, erklärt Thomas Keller, „die auf dem normalen Markt keine Wettbewerbschance haben.“ Aus diesem Grunde haben sich 29 Kommunen des Kreises der Breitbandsparte des ZVO angeschlossen, um den Glasfaser-Ausbau in den dünner besiedelten ländlichen Gebieten zu realisieren. Die Erdarbeiten zur Verlegung des Glasfaserkabels sollen, so Hindenburg, im zweiten Halbjahr beginnen. „In allen 29 Kommunen wird dann gebaut“, sagt Hindenburg, „und pro Kommune sind dann mindestens drei Kolonnen unterwegs.“ Freigeschaltet werden sollen die Anschlüsse dann sukzessive. Ein konkretes Zeitlimit will Hindenburg nicht festlegen, aber Ziel sei es, dass im Laufe des Jahres 2020 auch der letzte weiße Fleck in Ratekau Geschichte ist. „Für die Bürger ist das mit hoher Wahrscheinlichkeit die letzte Chance, ein schnelles Internet zu bekommen“, betont Bürgermeister Keller, „und das alles zu marktüblichen Anschlusspreisen für eine zukunftssichere Lösung.“

Info-Veranstaltung zu Breitband

Informationsveranstaltungen für Bürger zum Thema Glasfaser-Ausbau: 27. Februar, 19 Uhr, Sporthalle Pansdorf (Einzugsbereich Pansdorf/Hobbersdorf); 6. März, 19 Uhr, Mensa der Cesar-Klein-Schule (Einzugsbereich Ratekau/Ruppersdorf); 11. März, 19 Uhr, Mon-Halle Ratekau (Ostgemeinde)

Beratungstermine mit TNG: 1. März, 15 bis 18 Uhr, Feuerwehrhaus Pansdorf; 5. März, 16 bis 19 Uhr, Feuerwehrhaus Techau; 12. März, 16 bis 19 Uhr, Bürgersaal Rathaus; 19. März, 16 bis 19 Uhr, Feuerwehrhaus Ovendorf; 23. Märt 10 bis 13 Uhr Feuerwehrhaus Warnsdorf; 25. März, 16 bis 19 Uhr, Bürgersaal Rathaus; 30. März, 10 bis 13 Uhr, Bürgersaal Rathaus

Weitere Infos der TNG Stadtnetz GmbH unter www.tng.de

Der ZVO, der nicht gewinnorientiert ist, trägt die Tiefbaukosten, die laut Hindenburg zwischen 80 und 100 Millionen Euro betragen werden für den gesamten Kreis. Ein Teil davon – bislang 15 Millionen Euro – konnte als Fördermittel eingeworben werden. Die Firma TNG investiert rund 20 Millionen Euro in die Anschlusstechnik. TNG zahlt später für vertraglich vereinbarte 30 Jahre an den ZVO eine Gebühr für die Nutzung des Glasfaserkabels.

„Wenn die weißen Flecken mit Glasfaser versorgt sind“, erklärt Keller, „wird es dort ein deutlich besseres Internet geben als in den jetzt gut versorgten Gebieten.“

Doreen Dankert

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