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Bad Schwartau Glücks-Zwillinge erobern Werbebranche
Lokales Bad Schwartau Glücks-Zwillinge erobern Werbebranche
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09:38 11.01.2016
Kathrin Krabsch (l.) und Maren Zuppke sind nicht nur im Fernsehen sondern auch in jeder Menge Zeitschriften zu sehen. Quelle: Fotos: Maike Wegner/privat

Maren Zuppke und Kathrin Krabsch sind wahre Glückskinder. Fast alles, was die beiden anfassen, gelingt ihnen. Der Auftritt in der TV-Show „Der Preis ist heiß“ endet mit einem gewonnenen Auto. Zwei Wochen später folgen der nächste Kleinwagen und eine Reise nach Bali in der Sendung „Geh aufs Ganze“. Beim „Glücksrad“ gewinnen sie unter anderem ein Porzellan-Service, eine Hifi-Anlage und eine Mikrowelle. Nun ist die Werbebranche auf die Zwillinge aufmerksam geworden. Die Frauen sind in der aktuellen Werbung von „Ratiopharm“ zu sehen. „Das ist jedes Mal ein kleines Abenteuer“, erzählt Kathrin Krabsch, „manchmal muss ich Maren überreden mitzumachen, aber hinterher ist sie immer glücklich.“

Das Geheimnis ihres Erfolgs kennen sie manchmal selber nicht. Auf jeden Fall aber spielt ihr Lachen eine Rolle. Damit haben Kathrin Krabsch und Maren Zuppke nicht nur einst ihre Ehemänner verzaubert, sondern auch Moderator Jörg Pilawa, die Fernsehmacher des NDR und nun die Manager von Ratiopharm begeistert. „Wir sind eigentlich immer fröhlich“, sagen sie einstimmig. Ein Agent entdeckte die beiden in einer Kartei für Zwillinge. Ein Anruf, ein Casting in Hamburg, ein Skype-Interview mit dem Regisseur des Werbespots und das bange Warten folgen. „Ich dachte, dass wir bestimmt keine Chance haben, weil wir nicht ganz gleich aussehen“, erzählt Maren Zuppke. Doch dann kommt der erlösende Anruf, die beiden haben den Job. „Ab da durften wir nicht mehr in die Sonne, nicht zum Friseur und auch keine gefährlichen Sportarten machen“, erinnert sich Kathrin Krabsch. Auch die Salbe, für die sie Werbung machen sollen, müssen die beiden sich in der Apotheke besorgen, damit beim Dreh keine allergische Reaktion auftreten kann.

Schon ein paar Tage später soll es losgehen, der Flug nach München ist gebucht, dort wartet ein Chauffeur. Doch kaum im Hotel in Tirol angekommen, ist es mit Luxus und Entspannung vorbei. Die beiden müssen Kleidung für den Dreh anprobieren. „Wir gehen ja gerne shoppen, aber das war der pure Wahnsinn“, erinnert sich Zuppke. Über eine Stunde lang müssen Jacken, Schuhe, Hosen und Hüte probiert werden. Am Ende entscheiden sich die Verantwortlichen für kurze Hosen und blaue Regenjacken. „Und Gott sei dank gegen einen Hut“, sagen die beiden Schwestern lachend.

Am nächsten Morgen geht es um vier Uhr in die Maske. Dezentes Make-Up, glänzendes Gesicht und die Haare zum praktischen Zopf gebunden: „So würden wir hier nicht rausgehen, aber für unsere Rolle als Wanderer war es ja genau richtig“, erzählt Krabsch. Auf dem Berg angekommen wartet bereits ein 25-köpfiges Team auf die Ostholsteiner. Elf Stunden lang werden die Szenen gedreht, die am Ende nur wenige Sekunden ausmachen. Alles muss perfekt sein, jede Szene wird aus allen Blickwinkeln gedreht. „Ich hatte solchen Muskelkater, weil es steil war und das Wandern anstrengte“, erzählt Maren Zuppke. Doch die Regisseure bekommen von der Anstrengung nichts mit. Die Frauen arbeiten professionell. „Und vor allem mit Freude, das merkt man uns einfach an“, sagt Kathrin Krabsch lachend „dafür haben wir auch vom Team viel Lob bekommen.“

Für die beiden Schwestern ist nach drei Tagen alles vorbei. Drei Wochen dauert es, bis der Spot das erste Mal im Fernsehen läuft. Danach überschlagen sich die Glückwünsche von Familie und Freunden.

Sogar auf der Straße werden die Frauen angesprochen. „Der Spot kommt auch beim Publikum sehr gut an, hat uns das Unternehmen erzählt“, freut sich Krabsch. Und trotz der spannenden Tage in Tirol schlägt das Herz der beiden Frauen für Quizshows. „Wir sind Spielkinder, wir haben einfach so richtig Lust darauf“, sagen die beiden. Einen Auftritt in den Shows „deal oder no deal“ und „Die perfekte Minute“ könnten sie sich vorstellen. Viele andere Angebote haben sie dagegen abgelehnt. Eine Anfrage, in den „Big-Brother-Container“ zu ziehen beispielsweise. Ebenso die Anfrage der RTL- 2-Sendung „Frauentausch“. Die Frauen winken schmunzelnd ab. „Bei so etwas überlegen wir nicht mal“, sagen sie einig.

Wiedererkennungswert
1999 wirbt der Generikakonzern Ratiopharm erstmals mit Zwillingen. Die ersten Schwestern waren Folke Schmidt und Gyde Schäfke, sie drehten insgesamt 25 Werbespots. Davon verspricht sich der Hersteller eine schnellere Widererkennung bei Verbrauchern. Mit den Sympathie ausstrahlenden Zwillingen will Ratiopharm die breite Öffentlichkeit emotional ansprechen. Die Zwillinge seien nach wie vor fest in den Köpfen der Verbraucher verankert, so das Unternehmen.

Maike Wegner

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