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22:15 12.08.2015
Simon Nickisch hat ein Händchen fürs Grün. Er gehört bundesweit zu den besten Greenkeepern. Quelle: Fotos: Dankert

Was Simon Nickisch anpackt, das macht er richtig. Und gut. Verdammt gut sogar. So gut, dass sogar schon der Bundesligaclub Werder Bremen davon Wind bekommen und einen Abwerbeversuch gestartet hat. Denn um richtig gut Fußball zu spielen, braucht man auch richtig guten Rasen. Aber Rasen ist nun mal nicht gleich Rasen. Wenn das einer weiß, dann Simon Nickisch, der nicht zu Werder Bremen geht, sondern dem Golfclub Curau (GCC) als Greenkeeper treu bleibt.

Als Nickisch 2012 nach dreijähriger Ausbildung seine Prüfung zum staatlich geprüften Greenkeeper absolvierte, glänzte der Mitarbeiter im Golfclub Curau mit dem besten Ergebnis bundesweit — und machte in der Welt des grünes Naturrasens für den Sport zum ersten Mal auf sich aufmerksam. Doch für den eher bescheiden und zurückhaltend wirkenden Nickisch war das nur eine Station auf dem Weg zu seinem Ziel: Head-Greenkeeper auf der Golfanlage in Curau, Erster unter Gleichen. Das ist er seit kurzem — seit er die Prüfung nach eineinhalbjähriger Zusatzausbildung inklusive Forschungsarbeit und Feldversuch zum Thema Klee bestanden hat. An der Deutschen Landwirtschaftsschule in Kempen am Niederrhein hat Nickisch bundesweit das drittbeste Prüfungsergebnis abgeliefert. Das beste Ergebnis erzielte eine Greenkeeperin aus der Schweiz, die in Deutschland die Ausbildung machte. „Die Schweiz zählt in diesem Fall nicht“, sagt der GCC-Präsident Gerhard Sentker und lacht, „deshalb gehört unser Simon zu den zwei Besten in der Bundesrepublik. Und darauf sind wir sehr stolz.“

Auf den ersten Blick sieht man es ihm nicht unbedingt an, aber wenn man mit Simon Nickisch über das Golfen spricht, dann verrät ein gewisses Leuchten in seinen Augen genau das, was der eine oder andere ahnt. „Man kann sowas hier nur machen“, gesteht der 29-Jährige, „wenn man eine gewisse Leidenschaft für den Golfsport hat.“ Er spielt selbst auch Golf. Er will es, aber als Head-Greenkeeper muss er das auch, denn zur Zusatzausbildung wird nur zugelassen, wer ein Handicap von -36 und besser hat — also wer solide mit dem Golfschläger umgehen kann. Nur dann weiß man wirklich, was der Unterschied ist zwischen vier und fünf Millimeter langen Grashalmen auf dem Grün — also dort, wo der Ball mit viel Gefühl eingelocht werden soll.

Dass Simon Nickisch heute Head-Greenkeeper in einem Golfclub ist, hätte er sich vor zehn Jahren nie träumen lassen. Damals hatte er „nur“ das Schulzeugnis in der Tasche. Damals war der Golfplatz gerade mal fünf Jahre alt und nur halb so groß wie heute. Gerhard Sentker war seinerzeit Präsident und Chef-Greenkeeper in Personalunion. Inzwischen gibt es fünf Greenkeeper. „Dass ich heute hier sitze und den Laden leite“, sagt Simon Nickisch, „das hätte ich wirklich nicht gedacht.“ Und auch nicht, dass der VfB Lübeck ausgerechnet beim Golfclub Curau anklopft, um vom Chef-Greenkeeper Nickisch ein paar Tipps für den perfekten Fußballrasen zu bekommen. Eckhard Evers vom Aufsichtsrat des VfB Lübeck hatte vor wenigen Wochen den Kontakt hergestellt. Präsident und Head-Greenkeeper kamen zum Ortstermin auf den Fußballplatz. Einer der Tipps für einen besseren Rasen war, einen anderen Mäher anzuschaffen. Einen, der die Halme nicht abreißt, sondern abschneidet. „Der Rasen sieht jetzt aus wie Kunstrasen“, erklärt Evers, „alle Spieler, Trainer und auch der Platzwart vom VfB sind absolut begeistert. Die Beratung von Simon Nickisch war goldrichtig für uns.“

„Wir tun alles dafür, dass Simon bei uns bleibt“, so Sentker, der betont, dass alle Greenkeeper im Club ausgebildet sind. „Wir legen großen Wert auf qualifiziertes Personal“, so der Club-Präsident weiter, „denn wir wollen das Niveau unserer Anlage weiter erhöhen.“

Auch wenn Simon Nickisch weiß, wie man einen perfekten Fußballrasen hinkriegt — er will sein Reich, die knapp 100 Hektar Golfergrün in Curau, nicht verlassen.

„Simon gehört bundesweit zu den Besten. Und darauf sind wir sehr stolz.“
GCC-Präsident Gerhard Sentker

Doreen Dankert

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