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Bad Schwartau Grenzen testen auf der Himmelsleiter: Das Kletterfest am Mönchkamp
Lokales Bad Schwartau Grenzen testen auf der Himmelsleiter: Das Kletterfest am Mönchkamp
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20:25 31.05.2018
Asklepios-Standortmanager Stefan Meiser (l.) und Kletterfest-Cheforganisator Ralf Herrmann freuen sich, dass auch in diesem Jahr das Kletterfest als Attraktion in Bad Schwartau stattfindet.
Bad Schwartau

Geklettert wird in dem kleinen Wäldchen, das zwischen der Geibelstraße und dem Kurpark liegt, aber schon seit Beginn der Woche. Die ersten drei Tage und auch der heutige Freitagvormittag sind allerdings für Schulklassen reserviert. Weit über 400 Schüler nutzten diese Aktion, sagt Ralf Herrmann, Leiter des Jugendzentrums Alte Zwoelf und Cheforganisator dieses inzwischen schon traditionellen Kletterfestes, das vor wenigen Monaten noch vor dem Aus stand. Es war schlicht und ergreifend nicht mehr genug Geld da, um dieses Fest, das seit über zehn Jahren jährlich in der Solbadstadt veranstaltet wird, durchzuführen. Aber das Fest findet statt, weil die Asklepios Klinik mit einer 5000-Euro-Spende das finanzielle Defizit auffängt.

Wer immer schon mal die Leiter in den Himmel hochklettern wollte, der hat dazu jetzt in Bad Schwartau die Gelegenheit. Diese Himmelsleiter ist nämlich eine von 14 Stationen, die vom heutigen Freitag bis Sonntagabend beim Kletterfest am Mönchkamp absolviert werden können.

Allerdings engagiert sich die Asklepios Klinik unauffällig und diskret beim Kletterfest. Es gibt kein Banner oder sonst was vor Ort, mit dem die Klinik auf sich aufmerksam macht. Warum genau bringt sich die Asklepios Klinik hier ein? Geschäftsführer Stefan Meiser erklärt das so: „Das widerstrebt uns einfach, das so hinzunehmen, dass das Kletterfest einfach so gestrichen werden soll.“ Deshalb haben Stefan Meiser und Ralf Herrmann sich vor einiger Zeit zusammengesetzt und überlegt, was es braucht, um das Kletterfest 2018 doch stattfinden zu lassen.

Am wichtigsten sei das Engagement von Leuten, die so eine Aktion überhaupt auf die Beine stellen, so Meiser. Insgesamt sind rund 40 Helfer – vor allem Kletterexperten – vor Ort, um den Kletterparcours auf- und abzubauen und auch zu betreuen. „Und wenn man diese Art von Engagement nicht unterstützt, dann verschwinden solche Feste“, erklärt Meiser.

Denn alles in allem wird das Bad Schwartauer Kletterfest immer von weit über 1000 Besuchern insgesamt besucht, sagt Herrmann. Am gestrigen Donnerstag gehörte der Parcour als Dankeschön den Kletterfest-Rettern, also der Asklepios Klinik und ihren Mitarbeitern, die sich – ebenso wie die vielen Schüler – mal auf einer ganz anderen Ebene begegnen. „Hier sind alle, Kinder und Erwachsene, in Bewegung und in der Natur, das ist doch toll“, sagt Meiser, „und genau das fördert auch die zu unserer Klinik gehörende Dr. Broermann-Stiftung.“

Für manche Stationen wie den „Pamperspfahl“ oder die Riesenschaukel, für die man erst einmal zur Plattform in 22 Meter Höhe klettern muss, braucht man besonders viel Mut, für andere wie den Affen-Parcour eine Extra-Portion Willensstärke. „Das sind alles Qualitäten, die man auch im wahren Leben braucht“, sagt Stefan Meiser, „und deswegen ist dieser Klettertag unbezahlbar.“

Das sieht auch Holger Spitzkowski, Koordinator bei den Landesforsten so, der sich gestern persönlich davon überzeugt hat, dass am Mönchkamp alles seinen geregelten Gang geht. Fünf Mitarbeiter, alle mit Spezialausbildung im Baumklettern, haben die Landesforsten für diese Aktion dem Veranstalter zur Verfügung gestellt. Das Thema Vertrauen spiele beim Klettern eine große Rolle, so Spitzkowski.

Vertrauen in die Person, die die Hand am Sicherheitsseil hat, Vertrauen in das Material, aber vor allem auch Vertrauen in sich selbst. „Beim Klettern kann man seine eigenen mentalen Grenzen kennenlernen“, weiß der Forst-Experte aus Erfahrung, „und man kann auch über seine Grenzen hinausgehen.“ Es könnte also eine Erfahrung fürs Leben werden – auf der Himmelsleiter.

Zeiten und Preise

Geöffnet ist der Kletter-Parcours am Mönchkamp (Zufahrt über Geibelstraße) für die Öffentlichkeit am heutigen Freitag, 1. Juni, ab 18 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit, am morgigen Sonnabend und am Sonntag jeweils ab 13 Uhr bis etwa 17 Uhr. Bei entsprechend großer Resonanz wird die Öffnungszeit am Sonnabend spontan verlängert.

Der Eintritt kostet pro Station, die geklettert wird, 2,50 Euro für Erwachsene (5er-Karte für zehn Euro) und 1,50 Euro für Kinder (5er-Karte sechs Euro)

Kletter-Experten sind an jeder Station und sichern die Kletterer mit entsprechender Kletterausrüstung und geben Hinweise.

Für das Catering am Sonnabend und Sonntag sorgen die Asklepios Klinik mit einem Grillstand und das Jugendzentrum Alte Zwoelf mit Kaffee und Kuchen.

Doreen Dankert

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