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Bad Schwartau „Grüne Damen“ schenken Zeit
Lokales Bad Schwartau „Grüne Damen“ schenken Zeit
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22:50 17.04.2017
„Es ist so wichtig, dass man Besuch bekommt und dass sich jemand wirklich bemüht“: Barbara Voigt ist Patientin in der Helios Klinik in Bad Schwartau und freut sich über den Besuch der „Grünen Damen“. Quelle: Fotos: Laura Beth

Seit nunmehr 19 Jahren geht Barbara Freyher durch jedes Zimmer der Helios Klinik. Als eine der Gründerinnen der „Grünen Damen“ in Bad Schwartau hat sie vielen Menschen geholfen, unzählige Schicksale miterlebt und stundenlang zugehört.

Die gemeinnützige Organisation in Bad Schwartau unterstützt Kliniken, Reha-Einrichtungen und Altenheime.

Die Idee kam der heute 77-Jährigen durch einen Krankenhausaufenthalt in Essen, als sie selbst von den Grünen Damen betreut wurde. „Ich fand es so toll, dass ich damals Unterstützung erhalten habe“, sagt sie, „da war mir klar, dass ich das in der Rente auch machen wollte“. Einige Jahre später setzte sie ihren Vorsatz in die Tat um. Gemeinsam mit fünf weiteren Damen schloss sie sich der ökumenischen Krankenhaushilfe an. „Ich wusste an meinem ersten Tag gar nicht, was mich erwarten würde“, erinnert sich die Rentnerin an ihren Anfang, „Ich war sehr aufgeregt“.

 Um sich von dem Pflegepersonal in Altenheimen und Krankenhäusern auch optisch zu unterscheiden, tragen sie während ihrer Tätigkeit grüne Kittel. So entstand der Name Grüne Damen. Die ehrenamtlichen Helfer in Bad Schwartau kümmern sich um die persönlichen Bedürfnisse der Patienten im Helios Agnes Karl Krankenhaus, in den Alten- und Pflegeheimen Dana Wiesengrund und Lindenblick und in der Seniorenresidenz Curanum Geertz sowie der Asklepios Reha-Klinik am Kurpark.

„Wir kommen in der Regel nicht aus dem medizinischen Bereich. Und das ist auch gut so“, sagt Barbara Freyher. Die Grünen Damen sind in erster Linie Zuhörer. Viele Patienten bekommen keinen oder nur wenig Besuch und das bei langwierigen Aufenthalten. „Wir hören den Menschen zu, erledigen auch mal kleine Besorgungen oder helfen beim Ein- und Auspacken der Koffer“, so die 77-Jährige, „da bekommt man natürlich auch viele persönliche Schicksalsschläge mit“. Aufgrund des intensiven Kontaktes bauen die ehrenamtlichen Helferinnen eine persönliche Bindung zu den Patienten auf und betreuen einige auch über mehrere Jahre. Besonders die Betreuung der Palliativstation stellt eine Herausforderung dar. „Natürlich bleibt es nicht aus, dass man etwas mit nach Hause trägt“, sagt Barbara Freyher. Aber trotz der teils traurigen Schicksale und auch, wenn man sich mit dem Tod auseinandersetzen müsse, sei es immer wieder ein großartiges Gefühl, jemandem etwas Gutes getan zu haben, findet Barbara Freyher, „Die Patienten freuen sich jedes Mal, wenn wir zur Tür reinkommen. Das gibt mir sehr, sehr viel zurück“. Die gemeinnützige Organisation ist für die Patienten ein wichtiger Bestandteil ihres Aufenthalts. „Wir arbeiten sehr eng mit den Ehrenamtlern zusammen und gehen vertrauensvoll miteinander um“, sagt Cornelia Herold, Pflegedienstleiterin der Helios Klinik. „Die Grünen Damen sind ein wichtiger Teil der Klinik.“

Wer sich entschließt, die Grünen Damen zu unterstützen, wird nicht ins kalte Wasser geworfen. Die ersten Male finden in Begleitung von einer der Helferinnen statt und es geht sowohl ins Krankenhaus, in die Rehaklinik als auch ins Seniorenheim. Danach wird gemeinsam entschieden, ob man geeignet ist für die Tätigkeit und wo man am besten hineinpassen könnte. Besonders die Nachfrage in Alten- und Pflegeheimen ist sehr groß und kann mit den bisherigen Ehrenamtlern nicht abgedeckt werden. Wer Interesse hat, sich den Grünen Damen anzuschließen, kann sich bei Barbara Freyher unter folgender Telefonnummer melden: 0451/25160.

 Laura Beth

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