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Bad Schwartau Grundschule Cleverbrück wird für rund vier Millionen Euro modernisiert
Lokales Bad Schwartau Grundschule Cleverbrück wird für rund vier Millionen Euro modernisiert
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09:31 09.10.2017
Blick auf die Grundschule Cleverbrück aus der Luft. Der vordere Verbindungsriegel wird abgerissen und neu gebaut. Zudem ensteht auf dem Schulhof eine neue Mensa. Quelle: Ulrich Findeisen
Bad Schwartau

Rund vier Millionen Euro wird die Stadt Bad Schwartau in die Hand nehmen, um die marode Grundschule wieder auf Vordermann zu bringen. Mit Stimmen der Vertreter von CDU, SPD und WBS sprach sich der Ausschuss für eine leicht abgespeckte Variante eines zentralen Neubaus und einer Mensa aus. Lediglich der Grüne Konrad Rahe votierte dagegen. Er wollte, dass die seit Monaten von der Schule favorisierte Variante für rund 4,8 Millionen Euro komplett umgesetzt wird. „Die Schule wurde in den letzten Jahrzehnten stiefmütterlich behandelt. Ich sehe das als einen Akt der Wiedergutmachung“, erklärte Rahe. Gero Flatau, Vorsitzender des Schulelternbeirats, legte sich bis kurz vor der Abstimmung kräftig ins Zeug. „Die Kosten dürfen nicht im Vordergrund stehen. Der Um- und Neubau muss sich nach den Bedarfen richten“, sagte Flatau und erinnerte unter anderem an den steigenden Bedarf bei der Ganztagsbetreuung. Auch der neue Schulleiter Michael Breyer gab zu bedenken, dass die inklusive Bildung immer weiter ausgebaut und dafür auch ein entsprechendes Raumangebot vorgehalten werden müsse.

Seit Juli vorigen Jahres liegen drei Varianten zur Sanierung beziehungsweise Erweiterung der Grundschule Cleverbrück vor. Jetzt hat sich der Ausschuss für Bildung und Jugend entschieden. Allerdings nicht für die von Schülern, Lehrern und Eltern favorisierte Variante.

Argumente, die der Ausschuss nicht gleich ganz vom Tisch wischen wollte. So wurde zwar jetzt für die abgespeckte Variante votiert, allerdings soll die Firma Biregio noch einmal die Entwicklung der Schülerzahlen ermitteln, um möglicherweise doch noch aufgrund eines erhöhten Raumbedarfs auf die ursprüngliche Variante zurückzugreifen. „Damit können und müssen wir erst einmal zufrieden sein. Es wäre ja schlimm, wenn man nach dem Neubau feststellt, dass man nun doch zu wenig Klassenräume hat. Der Ausschuss hat somit eine gute Entscheidung getroffen“, sagte Schulleiter Breyer. Beide Varianten sehen einen zentralen Neubau mit Mensa vor. Die abgespeckte Variante sieht aber einen kleineren Neubau mit weniger Klassenräumen vor.

Für Irritation sorgte unterdessen die Information von Amtsleiter Timo Michaelsen, dass die Sanierung der Grundschule nicht so zügig umgesetzt werden könne wie gedacht. „Nach Rücksprache mit dem Bauamt kann mit der Fertigstellung nicht vor Frühjahr 2021 gerechnet werden“, erklärte Michaelsen. Ob dieser Mitteilung gab der Ausschussvorsitzende Carsten Dyck (CDU) zu Protokoll: „Der Ausschuss zeigt sich überrascht, dass die Umsetzung nun deutlich länger dauert, als bislang vermittelt wurde.“

Immer weitere Verzögerungen bei den Planungen über die Zukunft des maroden Gymnasiums am Mühlenberg (GaM) sorgten zuvor schon für hitzige Stimmung. Da immer noch geprüft wird, ob die Schule im Bestand saniert oder abgerissen und komplett neu gebaut werden soll, liegen viele Projekte wie die Einführung einer schulübergreifenden IT oder eines WLan-Netzes auf Eis. „Das ist für Schüler, Eltern und Lehrer frustrierend“, erklärte Oberstufenleiter Marcel Muth. Dem Vorsitzenden des Schulelternbeirats Arnd Hemmer platzte der Kragen. „Ich habe den Eindruck, dass hier in der Stadt die falschen Prioritäten gesetzt werden. Da werden Millionen ausgegeben, um die Fußgängerzone zu vergolden und bei den Schulen wird auf die Bremse getreten“, erklärte Hemmer und bekam dafür lauten Applaus.

Diese Appelle zeigten auch sogleich Wirkung. So wurde einstimmig beschlossen, das GaM nun auch bei der Einführung einer neuen Schulsoftware zu berücksichtigen. Ursprünglich sollten nur das Leibniz Gymnasium und die Elisabeth-Selbert-Gemeinschaftsschule damit ausgestattet werden. Amtsleiter Timo Michaelsen kündigte zudem an, dass das GaM noch bis zum Ende des Jahres mit einem WLan-Netz ausgestattet werde. Finanziert wird das Vorhaben mit dem Preisgeld, dass das GaM als Digitale Modellschule erhalten hat und durch Einnahmen beim Sponsorenlauf.

 Von Sebastian Prey

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