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Bad Schwartau Gütesiegel für barrierefreien Einkauf
Lokales Bad Schwartau Gütesiegel für barrierefreien Einkauf
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21:17 23.01.2017
Gütesiegel vom Sozialverband Deutschland und des Behindertenbeauftragten Schleswig-Holsteins für das Famila Warenhaus in Stockelsdorf: (stehend v.l.) Ulrich Hase, Landesbeauftragter für Menschen mit Behinderungen, Warenhausleiter Oliver Wehr, Regionalleiter Lucian Steingräber, SoVD-Landesvorsitzender Wolfgang Schneider und Hans Böttcher von der Prüfungskommission des SoVD. Quelle: Fotos: Anja Hötzsch

 Gemeinsam überreichten der Landesvorsitzende Wolfgang Schneider und der Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderung, Prof. Ulrich Hase, das Siegel an Warenhausleiter Oliver Wehr und Bärbel Hammer, Leiterin der Unternehmenskommunikation von Famila Nordost.

Famila Warenhaus bietet Menschen mit Behinderungen und Älteren besondere Unterstützung.

Das Siegel

25 Häuser und Einrichtungen sind in der Stadt Lübeck und im Kreis Ostholstein bislang mit diesem Gütesiegel ausgezeichnet worden.

Als ehrenamtlicher Prüfer hatte Hans Böttcher das Famila Warenhaus in Stockelsdorf zuvor genau unter die Lupe genommen. Dem Rollstuhlfahrer fielen dabei gleich mehrere Punkte als besonders gelungen auf: „Die Verkaufsfläche ist sehr großzügig, auf der man auch zwischen den Regalen gut mit dem Rollstuhl rangieren kann. Die Warenpräsentation ist so, dass ich fast alles gut erreichen kann.“

Als weitere Pluspunkte nannte Böttcher die Einkaufswagen. Sowohl die rollstuhlgerechten Wagen, die mit dem Rolli gekoppelt werden können, als auch die Gehwagen-ähnlichen Einkaufswagen mit Sitzgelegenheit und sogar einer Lupe fielen dem Prüfer positiv auf. „Hier ist wirklich alles barrierefrei, einschließlich der Sanitäranlagen.“ Diese seien sogar mit einer automatischen Spülung ausgestattet. „Das ist wirklich top und bedeutet auch ein Stück Lebensqualität.“

Der SoVD-Landesvorsitzende Wolfgang Schneider lobte besonders die weitsichtige Planung durch den Warenhausleiter, der bei den Umbau- und Modernisierungsarbeiten darauf geachtet hat, möglichst barrierearm zu planen. „Ein barrierefreier Markt dient nicht nur Menschen mit Behinderungen, sondern allen, auch jungen Leuten und Müttern mit Kinderwagen. Das ist hier wirklich gelungen.“

Als überlegt geplant bezeichnete auch der Landesbehindertenbeauftragte die Umbauarbeiten. „Behinderte sind keine Randgruppe, sondern stellen eine großen Anteil in der Gesellschaft dar“, erklärte Ulrich Hase. Oft seien die Behinderungen nicht erkennbar, wie beim Gehör oder beim Sehen. Auch Menschen ohne anerkannte Behinderung könnten Probleme haben. „Ich hoffe, dieses Beispiel macht Schule“, so Hase. Nach einem gemeinsamen Rundgang erhielt Oliver Wehr das Siegel nebst Urkunde. „Wir danken dem Sozialverband sehr für diese Auszeichnung und sehen sie zugleich als Ansporn, auch weiterhin auf besonderen Einkaufskomfort zu setzen“, so Wehr. Famila-Geschäftsführer Christian Lahrtz, der aus terminlichen Gründen persönlich nicht dabei sein konnte, äußerte sich in einem schriftlichen Statement: „Jeder Kunde soll sich bei uns wohlfühlen und gern zu uns kommen. Deshalb freuen wir uns sehr über die weitere Zusammenarbeit mit dem Sozialverband Deutschland.“ Bärbel Hammer erklärte, dass das Unternehmen bereits viele Jahre mit dem SoVD zusammenarbeitet. „Wir haben dadurch viel gelernt. Das öffnet die Augen dafür, was besser gemacht werden kann. Manchmal sind es nur kleine Stellschrauben, an denen man drehen muss.“

 Anja Hötzsch

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