Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Bad Schwartau Gute Erfolge und gute Aussichten
Lokales Bad Schwartau Gute Erfolge und gute Aussichten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:35 11.01.2017
Auf ein gutes Jahr 2017! Bürgermeisterin Brigitte Rahlf-Behrmann, Bürgervorsteher Wlodzimierz Choroszewski und Bürgermeisterin Malgorzata Samec aus Okonek und Bürgervorsteher Harald Werner beim Empfang im Hotel Lübecker Hof. Quelle: Fotos: Hfr
Stockelsdorf

„,Postfaktisch’ lautet das Wort des Jahres 2016. Es beschreibt, dass es in Diskussionen zunehmend um Emotionen anstelle von Fakten geht. Aber ich kann sagen, dass wir immer wieder die sachliche Ebene erreicht haben“, lobte Bürgermeisterin Brigitte Rahlf-Behrmann in ihrem Grußwort. Die Rathauschefin hatte gemeinsam mit Bürgervorsteher Harald Werner und der Interessengemeinschaft Stockelsdorfer Unternehmer (IGSU) zum Empfang geladen, an dem auch Gäste aus der Partnergemeinde Okonek teilnahmen.

Großgemeinde

Stockelsdorf ist eine Großgemeinde mit dem Hauptort Stockelsdorf und zehn Dorfschaften. Die übergroße Mehrheit der rund 17000 Einwohner lebt im Hauptort. Jede Dorfschaft hat einen Dorfvorstand, der die Anliegen der Bürger vertritt.

Eine sachliche Ebene war vor allem gefragt beim Thema Windpark Stockelsdorf. „Das mit viel Euphorie begonnene Vorhaben im Windpark Obernwohlde war nicht mehr wirtschaftlich. Positiv ist, dass wir den Verkauf noch mit einem Überschuss abschließen konnten“, sagte Rahlf-Behrmann. Mit der Umsetzung des Windeignungsgebietes Obernwohlde habe Stockelsdorf jedoch einen großen Beitrag zum Klimaschutz geleistet. Weniger erfreulich: Das Land sieht neue Eignungsflächen vor. „Der aktuelle Entwurf hat uns völlig überrascht“, so Rahlf-Behrmann. „In unserer Gemeinde sind vier zusätzliche Gebiete vorgesehen. Fast alle Dorfschaften sind betroffen. Durch den zusätzlichen Bau von drei Leitungstrassen für die 380-kV-Leitung und ein weiteres Umspannwerk würde eine Umzingelungswirkung eintreten, die die Belastungsgrenze der Gemeinde Stockelsdorf weit überschreiten würde. „Wir werden uns gegen die Aufnahme weiterer Flächen mit allen Mitteln wehren.“

Dennoch habe die Gemeinde weitergearbeitet: „Wir haben ein Klimaschutzkonzept erarbeitet, das in den kommenden Monaten umgesetzt werden soll.“ Die Dörfer bekommen superschnelles Internet. Die Bürgermeisterin lobte die Initiative der Bürger. „Sie haben Initiative gezeigt, Anschlussquoten über 80 Prozent erreicht. Eine tolle Leistung.“ Mit einem der „absolut schönsten Projekte“, der Neugestaltung des Herrengartenparks, werde in diesem Jahr begonnen, so die Bürgermeisterin, und gab ein weiteres großes Vorhaben eines Investors bekannt: So soll die Ortseingangssituation auf dem Grundstück Segeberger Straße erneuert werden.

Der Jugendarbeit soll im neuen Jahr Rechnung getragen werden. Eltern hätten großen Bedarf und so solle die Jugendarbeit grundlegend neu strukturiert werden. Beschlossen ist nicht nur das Jugendcafé.

Ziel ist es, an allen drei Grundschulen offene Ganztagsschulen anzubieten, also eine längere Betreuung zu ermöglichen. Ein Anbau an die Kita Himmelblau wird geplant, weil die Anmeldezahlen so hoch sind.

„Die Gemeinde Stockelsdorf ist eine der wenigen Gemeinden, die im Kreis Ostholstein noch wächst.“ Die ehrenamtliche Arbeit sei dynamischer geworden, eine weitere Stiftung habe sich gegründet.

Ehrenamtler kümmern sich um 250 Flüchtlinge. Die Zahl der Aktiven der Feuerwehren hat mit 295 den seit vielen Jahren absoluten Höchststand erreicht. Das mit rund 3,5 Millionen Euro größte Bauvorhaben der Gemeinde, der Bau des Gerätehauses für die Feuerwehr Stockelsdorf, nimmt Gestalt an. Die Verschuldung der Gemeinde ist mittlerweile mit 900000 Euro sehr gering und auf dem seit vielen Jahren niedrigsten Stand. „Das alles ist nur zu erreichen, weil bei uns in der Gemeinde alle gut zusammenarbeiten“, lobte die Verwaltungschefin.

Zudem habe es einen guten Austausch mit den Partnergemeinden gegeben. Viele Jubiläen sind in 2016 gefeiert worden, erinnerte sie; in der Erich-Kästner Schule, beim Seniorenbeirat, in der Bücherei und beim SV Dissau. Der sehr aktive Bürgerverein werde am 9. Mai 40 Jahre alt und das besondere Postleitzahlenfest steht im Juni an. „Es war weltweit gesehen ein turbulentes Jahr. Es scheint vieles nicht mehr in geordneten Bahnen zu laufen. Terror wie im Dezember in Berlin, Krieg, Flucht verunsichern uns. Wir müssen dem entschieden entgegentreten. Wir dürfen nicht vergessen, die schönen Momente in den Vordergrund zu rücken“, fasste sie zusammen.

Für die musikalische Untermalung dieser feierlichen Zusammenkunft sorgte der Fackenburg-Stockelsdorfer Quartett-Verein unter der Leitung von Liene Orinska.

Die Bürgermeisterin der Partnergemeinde Okonek Malgorzata Samec bedankte sich für die Einladung nach Stockelsdorf und lobte die „sehr gute Partnerschaft“ zwischen den beiden Gemeinden. Besonders erwähnte die Bürgermeisterin von Okonek den erfolgreichen und regelmäßigen Schüleraustausch. Und natürlich kamen die Gäste aus Polen auch diesmal nicht mit leeren Händen: Zu den Wünschen für das neue Jahr gab es Körbe mit ökologischen Produkten von Produzenten aus der Region Okonek.

LN

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!