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Bad Schwartau Habeck enttäuscht Stockelsdorf und Bad Schwartau
Lokales Bad Schwartau Habeck enttäuscht Stockelsdorf und Bad Schwartau
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08:53 03.03.2016
Minister Robert Habeck teilte jetzt mit, welche Teile von Ostholstein auf Erdkabel hoffen dürfen und welche nicht. Quelle: Mantik

Ganz konkret sind es Stockelsdorf und Bad Schwartau. Das wurde bei der Auftaktkonferenz in Ratekau mit Energiewendeminister Robert Habeck (Grüne) bekannt.

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Minister Robert Habeck teilte jetzt mit, welche Teile von Ostholstein auf Erdkabel hoffen dürfen und welche nicht.

Denn nur Bereiche in Göhl, Manhagen und Schlamin gehen zunächst in die Prüfung für eine Teilerdverkabelung. Entlastet würden dadurch die Bewohner von 35 Häusern in Göhl, zwölf in Manhagen und 22 in Schlamin. Alle drei Abschnitte wären mit 2,7 bis 3,6 Kilometern recht kurz. Landrat Reinhard Sager (CDU) erklärte im Nachgang der Konferenz: „Uns wurde vom Land nochmals zugesichert, dass auch der Bereich zwischen Neustadt und Ratekau geprüft wird.“ Am Abend hatte Netzbetreiber Tennet neun Prüfungsabschnitte vorgestellt, da war vom Kreissüden (noch) nicht die Rede. Hoffnungen für diesen Bereich könnten sich aus der Abwägung zweier denkbarer Trassenverläufe ergeben.

Ratekaus Bürgermeister Thomas Keller (parteilos) erklärte: „Wir sind froh darüber, dass die Trasse weitläufig um den Ort herumführt. Überraschend ist nun, dass der Vorzugskorridor nun doch wieder neu diskutiert wird.“ Das mache ihn hellhörig. Er hoffe, dass es bei der Vorzugstrasse bliebe.

Doch was für den einen gut ist, ist es für den anderen weniger: „Auf der einen Seite ist es gut, dass Ostholstein als Pilotprojekt für die Erdverkabelung infrage kommt“, erklärte Bürgermeisterin Brigitte Rahlf-Behrmann (parteilos) gestern gegenüber den LN. „Aber auf der anderen Seite bin ich enttäuscht, weil wir als Gemeinde Stockelsdorf von der Stromtrasse besonders betroffen sind, eine Erdverkabelung für uns aber nicht in Betracht kommt.“ Und nach der Veranstaltung zur Stromtrasse am Dienstagabend in Ratekau „habe ich eigentlich auch keine Hoffnung mehr, dass wir in der Gemeinde eine Erdverkabelung bekommen werden“. Vor allem vor dem Hintergrund, dass in der Gemeinde Stockelsdorf mit drei Leitungssträngen und dem Umspannwerk in Pohnsdorf eine besondere Betroffenheit zu verbuchen ist.

Wirklich überrascht hat die Verwaltungschefin das Ergebnis der Ratekauer Veranstaltung nicht, denn wenige Tage zuvor fand in Bad Schwartau in Vorbereitung auf das Treffen ein informelles Gespräch mit allen Bürgermeistern der von der Trasse betroffenen Gemeinden und einer Staatssekretärin aus dem Kieler Energiewendeministerium statt. Hier habe es bereits die Mitteilung gegeben, dass für den Kreissüden keine Erdverkabelung vorgesehen sei.

Auch Bad Schwartaus Bürgermeister Gerd Schuberth (CDU) ist enttäuscht. „Die gesetzlichen Vorgaben in Bezug auf den Mindestabstand der Leitungen zu bewohntem Gebiet von 400 Metern seien alle eingehalten“, so Schuberth, der ankündigte, dass man sich die Vermessungsergebnisse vom Netzbetreiber Tennet noch einmal vorlegen lassen wolle. Allerdings gehe Schuberth davon aus, dass die Messergebnisse, die Tennet präsentiert hat, „stimmen werden“. Dass neben Stockelsdorf nach derzeitigem Stand der Dinge auch die Solbadstadt nicht für eine Erdverkabelung infrage kommt, bedeutet, „dass direkt am Waldrand am Riesebusch eine Freileitung mit einer erheblichen Sichtbeeinträchtigung entlanggehen wird“, so Schuberth. Und was Groß Parin betrifft — hier erwartet der Bürgermeister „auf jeden Fall Widerstand im Planfeststellungsverfahren“.

Termine für die Bürgerdialogveranstaltungen: 18. April Manhagen (18 Uhr, Feuerwehrhalle), 19. April Oldenburg (18 Uhr, Schützenhof), 20. April Süsel (18 Uhr, TSV Sportlerheim), 21. April Ratekau (18 Uhr, Mønhalle).

Von Doreen Dankert und Peter Mantik

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