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Bad Schwartau Heiß begehrt: Äpfel und Quitten von der Streuobstwiese
Lokales Bad Schwartau Heiß begehrt: Äpfel und Quitten von der Streuobstwiese
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22:37 17.10.2016
Die Resonanz bei der Nabu-Obstpflück-Aktion war ein voller Erfolg. Die meisten Bürger hatten von diesem Termin aus der Tagespresse erfahren. Manche Besucher waren besonders gut ausgestattet mit langstieligen Pflückhilfen. Quelle: Fotos: Doreen Dankert

Es hat geregnet und war grau. Und irgendwie hatte Helga Gottfrieden vom Naturschutzbund (Nabu) Bad Schwartau die Befürchtung, dass überhaupt niemand kommen würde und der Einladung zum großen Pflücken folgt. Aber am Ende waren es 60 Obstliebhaber, die den Weg zur Streuobstwiese am Kleikamp in Cleverbrück gefunden haben. „Das ist toll, ich bin begeistert“, sagt Helga Gottfrieden hinterher. „Ich hatte höchstens mit 40 gerechnet bei gutem Wetter.“ Für zwei Stunden hatte der Nabu am Wochenende die Pforte zu seiner Streuobstwiese für Bürger geöffnet, um sich in einer Do-it-yourself-Aktion mit Obst für den Eigenbedarf zu versorgen. Gerade zur richtigen Erntezeit vor allem für Äpfel und Quitten. Und davon gibt es reichlich an den Bäumen auf der Nabu-Wiese.

Der Nabu Bad Schwartau hatte Bürger eingeladen zu einer Pflück-Aktion – Rund 60 Interessierte kamen, um sich mit Obst alter Baumsorten einzudecken.

Von der Einladung zum Pflücken hatten auch Monika und Manfred Hildebrandt und ihre Freunde Brigitte und Rolf-Dieter Gebhardt aus Stockelsdorf erfahren. „Wir haben zwar selber einen Apfelbaum zu Hause“, so Brigitte Gebhardt, „aber der ist noch so jung und trägt kaum Früchte“. Deswegen sei die Aktion auf der Wiese „eine tolle Idee“. Denn weil es bei den Gebhardts zum Frühstück immer Äpfel gibt, ist die Nabu-Einladung eine günstige Gelegenheit, die Apfelvorräte aufzustocken. „Außerdem macht das hier auch Spaß“, ergänzt Monika Hildebrandt, „und dass es ein bisschen regnet, das ist egal“.

Rund 100 Obstbäume stehen auf der Wiese, die die Stadt Bad Schwartau vor rund 20 Jahren angelegt hat als Ausgleichsfläche zum Baugebiet am Kleikamp. Diese Streuobstwiese hat die Stadt dann später dem Nabu Bad Schwartau zur Pflege übergeben. Und auf dem umzäunten Areal in idyllischer Lage kümmern sich seitdem die Mitstreiter des Nabu darum, dass hier alles wächst und gedeiht – und auch darum, dass die reifen Früchte einer sinnvollen Bestimmung zugeführt werden. Apfelkuchen, Apfelmus oder einfach so frisch vom Baum essen – genau diese Gelegenheit sollte den Bürgern mit dieser Aktion gegeben werden.

Das mit dem Probieren frisch vom Baum wurde bei den Apfelpflückern in aller Regel auch gleich gemacht. Besonders gefragt waren die Früchte der Sorte Geheimrat Dr. Oldenburg. „Die sind sehr aromatisch“, erklärt Helga Gottfrieden und verrät, dass das auch ihre Lieblingsapfelsorte ist. Von dieser Sorte gibt es auch die meisten Bäume auf der Nabu-Streuobstwiese. Grundsätzlich wurden hier alte Obstbaumsorten gepflanzt.

Was Helga Gottfrieden ein wenig überrascht hat, ist, „dass sehr viele Leute auch Quitten haben wollten“. Probieren frisch vom Baum ist bei Quitten bekanntermaßen schlecht, denn roh sind sie eigentlich nicht genießbar. Aber Bärbel Köster aus Bad Schwartau gehört zu denen, die wissen, welche Delikatessen man aus Quitten machen kann. Gelee wird es bei ihr sein. „Das macht sehr viel Arbeit“, verrät Bärbel Köster, „aber es lohnt sich. Und wenn man die Quitten verarbeitet, dann duftet die Wohnung wunderbar nach diesem Aroma“. Und wenn Obstpflücker unter sich sind, dann tauschen sie gern ein paar kulinarische Tipps aus: Quitten könne man auch wunderbar braten und zu Fleisch servieren. Auf diese Idee war selbst Obst-Expertin Helga Gottfrieden noch nicht gekommen. „Aber das klingt gut, ich werde das mal ausprobieren.“

Immerhin – es hängen immer noch reichlich Äpfel und Quitten an den Bäumen. Und es gibt in Kürze noch einen Pflück-Termin.

Nächster Termin

Am Sonnabend, 29. Oktober, lädt der Nabu Bad Schwartau noch einmal Bürger von 11 bis 13 Uhr zum Pflücken auf der Streuobstwiese am Kleikamp ein. Die Aktion ist kostenlos, aber eine kleine Spende vor Ort für den Nabu ist erlaubt. An den Bäumen hängen noch reichlich Äpfel und Quitten. Interessierte sollten festes Schuhwerk und ein Behältnis für das gepflückte Obst mitbringen.

 Doreen Dankert

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