Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Bad Schwartau Horror-Test nach illegalem Autorennen
Lokales Bad Schwartau Horror-Test nach illegalem Autorennen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 21.05.2016

Es sind Bilder des Grauens und dramatische Szenen. Ein Horrorcrash gestern Abend auf der K 37 zwischen Malkendorf und Horsdorf. Fünf Autos sind in einen schweren Unfall verwickelt. Etliche Personen sind eingeklemmt in den Wracks, warten blutüberströmt auf Hilfe. Manche sind aus den Fahrzeugen geschleudert worden und liegen irgendwo auf der Straße oder am Abhang daneben. Überall Scherben, Trümmerteile, Blut – und diese entsetzlichen Schmerzens-Schreie. Das ist das Ende eines illegalen Autorennens.

Zum Glück ist das Blut nicht echt, auch wenn alles erschreckend real wirkt. Die ausgedienten Autos sind Geschenke für die Feuerwehr vom Schrotthandel. Diese Aktion ist „nur“ eine Übung. Aber es ist eine, die es in sich hat, denn in dieser Dimension hat es einen solchen Test noch nicht gegeben in der Gemeinde Stockelsdorf. Alle elf Feuerwehren der Gemeinde sind im Einsatz, dazu die Rettungshundestaffel, weil einige Personen als vermisst gelten. Dazu ist die Freiwillige Feuerwehr aus Bad Schwartau alarmiert worden sowie das Deutsche Rote Kreuz Stockelsdorf. Und sogar ein echter Notarzt ist dabei. Allerdings hat dieser – mit einigen Eingeweihten wie Gemeindewehrführer Günter Volgmann – bereits vorab gewusst, dass es sich um eine Übung handelt. Es gilt, an diesem Abend 30 zum Teil sehr schwer verletzte Personen zu retten. Alles in allem sind schließlich rund 250 Rettungskräfte vor Ort, um die Situation unter Kontrolle zu bekommen – und um zu zeigen, was sie können, wenn so ein Ernstfall dieser Größenordnung eintritt.

„Wir hatten natürlich schon sehr große Übungen, wo auch alle Wehren aus der Gemeinde beteiligt waren“, erklärt Volgmann, „aber das waren immer Brandeinsätze. Wir haben vorher noch nie eine Übung angesetzt, bei der es ausschließlich um technische Hilfeleistungen in einem solchen Ausmaß ging. Das ist wirklich eine Premiere für diese Gemeinde.“

Bis zuletzt war diese Übung geheim. Damit das gewährleistet werden konnte, hatten die Planer, Günter Volgmann, Sascha Hasselmann und Marcus Fischer von der Feuerwehr Stockelsdorf, befreundete Wehren aus anderen Gemeinden mit ins Boot geholt. Die Wehr aus Techau sperrte die Zufahrten von Horsdorf und von Curau nach Malkendorf. Und die Wehren aus Großenbrode und Kücknitz schickten vor allem aus ihren Jugendabteilungen Mitglieder, die auf sehr überzeugende Weise ihre jeweiligen Rollen als Verletzte spielen. Schädelbasisbruch, mehrfache Frakturen an Beinen, Armen, Hüfte, Verbrennungen oder auch ein Stück Holz, das sich in den Oberschenkel gebohrt hat, sind notzuversorgen. Andere Unfallopfer sind bewusstlos, manche orientierungslos und irren durch die Gegend.

Und dann gibt es ausgerechnet an diesem Abend zu der Zeit, als die Wehren alarmiert werden sollen – kurz vor 19.30 Uhr – den Worst Case, also den schlimmsten anzunehmenden Fall bei der Einsatzleitstelle – allerdings ist der echt. „Die hatten einen totalen Systemabsturz, sowas kann im echten Leben eben auch passieren“, sagt Volgmann, „deswegen hat sich die Alarmierung um ein paar Minuten verzögert.“

Der Gemeindewehrführer zeigt sich in einer ersten Zwischenbilanz zufrieden mit dem Ablauf des Einsatzes, der erst gegen 22.30 Uhr beendet ist. Die Straße ist erst nach Mitternacht wieder frei. Diese Übung ist wirklich eine andere Dimension. Volgmann: „Wir sind auf jeden Fall gut vorbereitet, wenn so ein Horror mal Realität wird.“

Doreen Dankert

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Enttäuschende Resonanz bei der Auftaktveranstaltung in Bad Schwartau.

20.05.2016

Sopranistin Martina Doehring kommt am 29. Mai ins Herrenhaus.

20.05.2016

Für rund zwei Millionen Euro entsteht auf dem Gelände des Agnes Karll Krankenhauses in der Straße Am Hochkamp unter anderem ein neuer Operationssaal.

23.05.2016
Anzeige