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Bad Schwartau Hühner und Tauben im Rampenlicht
Lokales Bad Schwartau Hühner und Tauben im Rampenlicht
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00:00 13.10.2012
Drei Jahre dauert die Ausbildung zum Preisrichter. Kai Pries (50) vergibt schon seit 24 Jahren Punkte.
Ostholstein

Es ist mächtig was los in der Sporthalle der Grundschule Cleverbrück. Und zwar so viel, dass man erst auf den zweiten oder dritten Blick erkennt, dass das überhaupt eine Sporthalle ist. Allein die Geräusche verraten, dass hier zur Zeit ein ganz anderer Film abläuft. Tauben gurren im Akkord, und Hähne krähen um die Wette. Insgesamt 366 Vogeltiere werden hier noch bis morgen Abend beherbergt, alle schön in Reih’ und Glied nach Rassen in Käfigen untergebracht. Die Sporthalle ist derzeit der Show-Room für die Spitzenmodelle der Federvieh-Züchter, denn der Rassegeflügelzuchtverein Bad Schwartau und Umgebung hat zur inzwischen 62. Rassegeflügel- und Vogelschau geladen.In der Tat gibt es eine Menge zu sehen – und das nicht nur für Experten. Spätestens, wenn ein Besucher die schlanken und langhalsigen Shamo-Kampfhühner entdeckt, dann weiß er, dass ein Huhn nicht gleich ein Huhn ist. Und ebenso ist es bei den Tauben. Es gibt grazile und füllige, welche mit aufgeblasenem Hals und sogar Tauben mit Federn an den Füßen. „Die Züchtungen sind vielfältig“, sagt Ausstellungsleiter Günter Maas, „und es gibt noch viel mehr Rassen als die, die hier bei uns ausgestellt sind.“ Doch auch mit diesen Hühnern und Tauben der 42 Aussteller haben die fünf Preisrichter alle Hände voll zu tun. Und das kann man ruhig wörtlich nehmen, „denn jedes einzelne Tier unterliegt einer Handbewertung“, erklärt Kai Pries, der schon seit 24 Jahren Punkte für Tauben, Hühner, Gänse und Co. vergibt. Um zum Beispiel festzustellen, ob eine Taube XY die Merkmale ihrer Rasse erfüllt, nimmt Pries das Tier in die Hand, hebt die Flügel und hier und da das Federkleid, um dann zu entscheiden, wie nahe dieses Exemplar den Modelmaßen kommt. Ebenso wie seine vier anderen Preisrichterkollegen, die gestern den gesamten Vormittag mit der Vergabe der Punkte und Prädikate beschäftigt waren. 97 ist die Höchstpunktzahl mit dem Prädikat „vorzüglich“. Mehr geht nicht. Wer 97 Punkte hat, ist Topmodel im Vogelreich. Bei einer weißen Damascener-Taube mit schwarzem Muster gerät Kai Pries plötzlich sogar ins Schwärmen. 97 Punkte und „vorzüglich“ hat sie bereits. „Diese Taube ist nicht nur vorzüglich, sie ist perfekt.“ Das wird ihren Züchter Erwin Seefeldt aus Warnsdorf ganz sicher freuen, denn er gewinnt nicht nur einen Pokal, sondern auch die Gewissheit, dass sein preisgekröntes Zuchttier im Wert steigt.Aber was macht man mit den Tieren, die keine Modelmaße haben? Günter Maas, der seit seiner Kindheit leidenschaftliche gerne Vögel züchtet, sieht das pragmatisch. „Wenn ich 20 Hähne habe, dann kann ich nicht alle behalten. Einige werden verkauft, und einige muss ich auch in die Küche bringen, das nützt nichts.“ Aber dafür wisse man auch dort, was man hat: Geflügel in bester Bio-Qualität „mit möglichst wenigen Medikamenten“, so Maas. Heute ab zehn Uhr werden die Besucher erwartet. Bis dahin haben Günter Maas und seine Mitstreiter aus dem Verein schon die Vögel gefüttert, Käfige gesäubert und Eier eingesammelt. Ab zehn Uhr steht allein das Federvieh im Rampenlicht. Und da kann man so einiges Bemerkenswertes erfahren, wenn man Preisrichter Heinz Schmieta zuhört: „Bei den Tümmler-Tauben ist es wie bei Mädchen. Erst mal wachsen die nach oben, und später dann kommen die Rundungen.“

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