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Bad Schwartau „Ich bin auf Ihrer Seite“
Lokales Bad Schwartau „Ich bin auf Ihrer Seite“
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20:51 10.08.2016
„Ich habe kein Problem, mit Ihnen in dieser Sache vorwegzumarschieren.“ Bürgermeister Uwe Brinkmann

Der Terminkalender von Bad Schwartaus neuem Bürgermeister Uwe Brinkmann (parteilos) ist randvoll. Dennoch hat der Verwaltungschef jetzt spontan die halbstündige Lücke in seinem Terminplan besetzt für eine Unterredung mit einer kleinen Abordnung der Kreuzritter von Bad Schwartau. Es ging und geht immer noch um die Hinterlandanbindung infolge des Belttunnels und die Auswirkungen bezüglich des Bahnverkehrs für Bad Schwartau.

Was die Kreuzritter wollen, ist ein deutliches Bekenntnis des Bürgermeisters für ihre Sache. Und in der Sache geht es darum, im Hinblick auf den steigenden Schienenverkehr für einen Gleistunnel zu kämpfen und zu verhindern, dass eine sechs Meter hohe Lärmschutzmauer und ständig geschlossene Schranken die Stadt Bad Schwartau teilen.

Uwe Brinkmann hat dazu jetzt eindeutig Stellung bezogen: „Die Aufgabe des Bürgermeisters ist es, Schaden von der Stadt abzuhalten. Und ich denke, da marschieren wir in eine Richtung.“

Günter Semmerow, einer der Kreuzritter, verdeutlichte gegenüber Brinkmann noch einmal, dass die ganzen Bürgerbetroffenheiten nicht gelöst seien. „Bad Schwartau hat ein Problem“, so Semmerow, „aber es gibt keine Lösung von den Herrschaften“. Mit den „Herrschaften“ meint Semmerow die Deutsche Bahn. „Auf die Bahn kann man gar nicht bauen“, so Semmerow weiter, „denn all diese Sachen wie Tunnel, Lärm, Erschütterung und Feinstaub sind bis jetzt ungelöst“. Das Bekenntnis von Brinkmann dazu kann klarer nicht sein: „Ich bin auf Ihrer Seite. Ich habe kein Problem damit, in dieser Sache mit Ihnen vorwegzumarschieren.“

In diesem Zusammenhang appellierte Brinkmann an die Bürger von Bad Schwartau, von der Möglichkeit der Einwendung gegen das Planfeststellungsverfahren für den Belttunnel Gebrauch zu machen. Diese Frist läuft am 26. August ab. Das bedeutet, bis zu diesem Tag müssen die Einwendungen in Kiel angekommen sein. „Ich muntere jeden dazu auf, eine Einwendung zu machen“, so Brinkmann. „Wir als Stadt werden uns juristisch fundiert dazu äußern, aber das politische Signal drückt sich auch in der Zahl der Einwendungen aus.“ Nicht nur der Wunsch der Kreuzritter, sondern auch der von Brinkmann sei es, in dieser Sache „eine Geschlossenheit hinzukriegen“. Brinkmann stellte noch einmal klar, dass er nicht gegen den Tunnel sei, er „aber dafür kämpfen werde, Schaden von Bad Schwartau abzuwenden“.

Klare Worte wie diese hatten sich die Vertreter der Kreuzritter vor dem Besuch bei Brinkmann erhofft. „Und wir sind zufrieden“, so Gerd Radisch, „unser Bürgermeister hat ein klares Statement dazu abgegeben, und das ist wichtig“. Das Formular für die Einwendungen ist abrufbar auf der Homepage der Stadt unter www.bad-schwartau.de. Außerdem wird es dazu immer sonnabends vor dem Rathaus von 9.30 bis 13 Uhr einen Info-Stand geben.

„Blaue Belt-Tafel“: Schlemmen gegen den Tunnel

Ob Allianz oder Aktionsbündnis, ob Beltretter oder andere Initiativen – ihr Widerstand gegen den Belttunnel nimmt Fahrt auf. Auch in Burg auf Fehmarn gehen die Querungsgegner in die Offensive – 3100 Widerspruchsschreiben sollen bis 26. August getoppt werden. Als nächste große Aktion findet am morgigen Freitag auf dem Burger Marktplatz eine „Blaue Belt-Tafel“ statt. Die Federführung liegt bei der IG „Lebenswertes Fehmarn“. Ab 18 Uhr wird eine große Tafel in Form eines blauen Kreuzes zum „S(ch)nack“ aufgebaut. Es ist das in Ostholstein populäre Symbol der Beltretter, denen sich mittlerweile etwa 60 Initiativen, Organisationen, Kommunen und Unternehmen angeschlossen haben. Auf der Tafel werden Salat und Fisch angeboten. Mit dem Schlemmen gegen den Belttunnel wird dazu aufgerufen, Einspruch gegen das Milliardenprojekt Feste Fehmarnbeltquerung einzulegen. Die Beltretter sind optimistisch, es zeichnen sich mehr Einwendungen als 2015 ab. gjs

 Doreen Dankert

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