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Bad Schwartau In einem Jahr: Neue Gärtnerei Arndt und Netto
Lokales Bad Schwartau In einem Jahr: Neue Gärtnerei Arndt und Netto
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20:18 03.09.2013

Bevor die Würfel in Sachen Netto/Gärtnerei Arndt am Montagabend per Beschluss der Stockelsdorfer Gemeindevertreter endgültig gefallen sind, wurde von einigen Abgeordneten noch einmal tief Luft geholt für einen letzten Schlagabtausch. Karin Sorgenfrei (SPD) gab ihren Ausführungen sogar einen Titel — „Die unendliche Geschichte des B-Plans 74“.

In der Tat zieht sich das Prozedere um den Neubau mittlerweile schon zweieinhalb Jahre hin. Doch nach einigen Monaten der Verzögerung durch heftigen Gegenwind der Bürgerinitiative (BI) gegen den Neubau ist für Thomas Tetzlaff, Inhaber der Gärtnerei Arndt in der Lohstraße, nun Land in Sicht. „Und ich bin wirklich sehr erleichtert“, erklärte er gegenüber den LN im Anschluss an die öffentliche Sitzung. Denn trotz der acht Gegenstimmen aus den Reihen der SPD-Fraktion wurde der B-Plan 74 jetzt mehrheitlich verabschiedet.

„Ich bin der Ansicht, dass wir den Anwohnern schon eine Menge zumuten“, so Sorgenfrei, die noch einmal erklärte, dass sich das umstrittene Grundstück besser für ein weiteres Mehrgenerationenhaus eignen würde als für eine Ansiedlung des Discounters Netto neben der Gärtnerei.

Seine Premiere am Rednerpult hatte der 18 Jahre alte SPD-Neuling Marcel Müller. Selbstbewusst und rhetorisch brillant kritisierte er das Ja aller anderen Fraktionen zum Vorhaben: „Anstatt das Herz des Ortes weiterhin zu stärken, wird eine bewusste Zersiedelung in Kauf genommen.“ Manche Argumente müssten erst reifen, so Müller weiter, „Rom wurde schließlich auch nicht an einem Tag gebaut.“

Mit seinem ersten großen Auftritt verschaffte sich der Jüngste unter den Gemeindevertretern Respekt. „Gut gemacht!“, lobte Andreas Gurth (CDU), der in Sachen Netto/Arndt allerdings eine ganz andere Meinung vertritt. Laut Gurth sei eine kleine Gruppe von Bürgern gegen das Vorhaben und eine große Gruppe dafür, „denn sonst hätten wir die Wahl in diesem Wahlkreis nicht gewonnen.“ Zugleich wies Andreas Gurth den Vorwurf von Karin Sorgenfrei, dass bei den Befürwortern dieses Vorhabens das Wohl eines Einzelnen über dem Gemeinwohl stehe, entschieden zurück.

Gurth: „So ist Demokratie: Wir haben eine deutliche Mehrheit für dieses Vorhaben, und das wird auch abgearbeitet.“ Den Vorwurf von Karin Sorgenfrei wollte auch Rolf Dohse „nicht auf mir sitzen lassen“, erklärte der Grünen-Abgeordnete und konterte in Richtung der Vorhaben-Gegner: „Ich habe eher das Gefühl, dass es hier um das Wohl einiger weniger Anwohner geht nach dem Motto ,Nicht vor meiner Haustür‘.“

Helmut Neu (UWG) erinnerte daran, dass es eine Liste mit über 1000 Unterschriften von Bürgern gibt, die sich für die Ansiedlung von Netto neben der Gärtnerei ausgesprochen haben. Und das kurze und bündige Schlusswort vor der finalen Abstimmung ergriff Peter Hinzmann (FDP), indem er bekundete, dass er sich freue, dass es endlich zur Abstimmung komme, „und ich freue mich auch schon auf die Eröffnung.“

Der B-Plan 74 steht. Sobald er rechtskräftig ist, kann die Baugenehmigung erteilt werden. Thomas Tetzlaff hofft und glaubt, dass er diese bis zum Ende dieses Jahres auf dem Tisch hat. Der weitere Zeitplan sieht dann so aus: Anfang 2014 Abriss der alten Gärtnerei, im Frühjahr Beginn des Neubaus und des Discounters. Wenn alles klappt, dann könnte in ziemlich genau einem Jahr Eröffnung gefeiert werden. „Ich bin optimistisch, dass das klappt“, so Tetzlaff. Denn selbst das von der BI in Erwägung gezogene Normenkontrollverfahren hat keine aufschiebende Wirkung.

Doreen Dankert

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